
Die Frage, wer neuer Bürgermeister in Münster wird, ist am Sonntag in einer engen Stichwahl geklärt worden. Der unabhängige Bewerber Marcus Milligan setzte sich hierbei knapp gegen Jörg Schroeter von der FDP durch.
Knapp 51 Prozent der Wahlberechtigten gingen diesmal an die Urne beziehungsweise nahmen an der Briefwahl teil – und damit etwas weniger als drei Wochen zuvor, als sechs Kandidatinnen und Kandidaten um die Gunst der Wählerinnen und Wähler gebuhlt hatten.
Von den gültigen Stimmen entfielen 52,5 Prozent auf Milligan und 47,5 Prozent auf Schroeter. Das Abstimmungsverfahren war in allen Wahllokalen und unter den Briefwählern relativ ähnlich. In Altheim lag Milligan noch etwas über seinem Gesamtergebnis.
„Es war ein intensiver Wahlkampf, ich bin froh, dass er zu Ende ist“, sagte der Wahlsieger am Sonntagabend. Milligan bedankte sich bei Schroeter „für den fairen Wettbewerb in den letzten Wochen“. Er blicke „nun nach vorn für eine gute Zusammenarbeit“. Schroeter sprach ebenfalls von einem „fairen Wahlkampf“ und versprach, trotz der Niederlage kommunalpolitisch aktiv und FDP-Fraktionchef zu bleiben. Er sei „nicht traurig, aber ein bisschen enttäuscht“.
Milligans Wahl hat derweil eine besondere Vorgeschichte: Im vergangenen Jahr trat er für die CDU gegen Amtsinhaber Joachim Schledt an, wurde von der Union dann aber aus dem Wahlkampf zurückgezogen, weil er aus Parteisicht nicht offensiv und engagiert genug agierte. Daraufhin trat Milligan aus der CDU aus und Schledt wurde konkurrenzlos im Amt bestätigt. Nach Schledts Tod im April wurde die Neuwahl nötig, in der Milligan als nun parteiloser Kandidat antrat. Schon im ersten Wahlgang hatte er die meisten Stimmen erhalten.
Künftig darf der 37-jährige, der verheiratet ist, drei Kinder hat und bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau arbeitet, die Münsterer Geschicke als Verwaltungschef leiten. Erster Arbeitstag für den neuen Bürgermeister ist der 1. Oktober.
(Text: jedö)
