Tradition, Musik und Freibier in Seligenstadt: Die TGS-Kerb lebt

Der Einladung des TGS-Vorsitzenden Florian Lebherz waren unter anderem Landtagsvizepräsident Frank Lortz und sein designierter Nachfolger Jürgen Harrer, der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller, Bürgermeister Daniell Bastian, Stadtverordnetenvorsteher Richard Georgi und der ehemalige Bürgermeister Rolf Wenzel gefolgt. Hinzu kamen zahlreiche Vertreter der Seligenstädter Parteien. (Foto: ah)

Die TGS-Kerb lebt – das kann man ohne Übertreibung sagen. Bereits der Auftakt am Freitagabend mit DJ Appelt machte deutlich, dass sich die traditionelle Veranstaltung der Turngesellschaft Seligenstadt wieder großer Beliebtheit erfreut. Und auch an den folgenden Tagen herrschte auf dem Jahnsportplatz beste Kerbstimmung.


Dass die TGS-Kerb inzwischen wieder einen wichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Seligenstadt leistet, zeigte sich schon beim offiziellen Bieranstich an der großen Zahl prominenter Ehrengäste. Der Einladung des TGS-Vorsitzenden Florian Lebherz waren unter anderem Landtagsvizepräsident Frank Lortz und sein designierter Nachfolger Jürgen Harrer, der Erste Kreisbeigeordnete Carsten Müller, Bürgermeister Daniell Bastian, Stadtverordnetenvorsteher Richard Georgi und der ehemalige Bürgermeister Rolf Wenzel gefolgt. Hinzu kamen zahlreiche Vertreter der Seligenstädter Parteien. Frank Lortz zeigte sich erfreut über die Entwicklung der TGS-Kerb und betonte die Bedeutung gelebter Traditionen. „Die TGS-Kerb ist was Traditionelles. TGS ist ein sehr, sehr alter, aber auch junger Verein. Die TGS pflegt die Traditionen. Und Traditionen sind was Gutes. Lassen wir uns von keinem was anderes einreden“, sagte Lortz. Solange Vereine Traditionen nicht nur hochhielten, sondern sie auch pflegten und lebten, „so lange geht es uns gut“. Sein besonderer Dank galt Florian Lebherz und der gesamten TGS-Mannschaft für die Organisation der Kerb. Das Lob gab der TGS-Vorsitzende umgehend weiter – an die Mitglieder der Fastnachtsabteilung, die für die Organisation der Kerb verantwortlich zeichnen. Ohne deren ehrenamtliches Engagement wäre eine Veranstaltung dieser Größenordnung nicht möglich.

Spannend wurde es bei der Bekanntgabe des neuen Schirmherrn. Die Wahl war auf Steffen Thiel gefallen, der seine neue Aufgabe mit Humor anging. Auf seine Frage, welche Aufgaben ein Schirmherr denn eigentlich habe, habe er eine klare Antwort bekommen: Für gutes Wetter sorgen und Bierspenden organisieren. Beim Wetter konnte Thiel bereits eine erste positive Bilanz ziehen: „Es hat heute immerhin nicht geregnet.“ Beim zweiten Teil seiner Aufgabe wollte er dagegen gleich Nägel mit Köpfen machen. Als Vorbild nannte er Frank Lortz und dessen legendäre Fähigkeit, bei Festen in Froschhausen Bierspenden einzusammeln. Thiel entschied sich für die Strategie „mit gutem Beispiel vorangehen“ und verkündete seine erste Spende: Einen Hektoliter des guten Glaabsbräu-Bieres übernehme er selbst. Damit war die Sache allerdings noch lange nicht erledigt. Weitere fünf Hektoliter kamen an diesem Abend durch zusätzliche Spenden zusammen – und auch danach riss der Strom der Unterstützer nicht ab. Eine weitere wichtige Personalie stand bei der Eröffnung auf dem Programm: die Vorstellung des neuen Kerbborschs beziehungsweise Kerbmädchens. Nachdem die TGS bereits im vergangenen Jahr gute Erfahrungen mit einem Kerbmädchen gemacht hatte, blieb man diesem Konzept treu. Kerbmädchen 2026 ist Leonie Krumb. Sie übernimmt damit eine Aufgabe, die traditionell eng mit der Kerb und ihrem geselligen Charakter verbunden ist. Anschließend durfte Jürgen Harrer zum Bieranstich schreiten. Für ihn war es erst der zweite Bieranstich seiner „Karriere“ – doch von Nervosität war offenbar wenig zu spüren. Der Zapfhahn saß auf Anhieb, und das Fass war schnell angestochen. Damit war der Startschuss für das Kerbwochenende endgültig gefallen.

Was am Freitag mit DJ Appelt vielversprechend begonnen hatte, setzte sich musikalisch nahtlos fort. Die „Lieblingsband“ lockte zahlreiche Besucher auf den Jahnsportplatz und sorgte bis spät in die Nacht für ausgelassene Stimmung. Vor dem Festzelt waren auch die Fahrgeschäfte lange in Betrieb und sorgten dafür, dass bei der TGS-Kerb nicht nur die Musikfans auf ihre Kosten kamen. Auch an den beiden folgenden Tagen blieb der Zuspruch groß. Das Festzelt war gut besucht, die Stimmung bestens und die Kerb zeigte sich von ihrer geselligen Seite. Am Ende konnte die TGS damit auf ein rundum gelungenes Kerbwochenende zurückblicken. Die TGS-Kerb ist damit nicht nur ein Fest der Turngesellschaft, sondern längst ein fester Bestandteil des Seligenstädter Veranstaltungskalenders.

(Text: ah)