BUND-Ökotipp zur Heizsaison, um Geldbeutel und Klima zu schonen

(Symbolfoto: Thomas Breher auf Pixabay)

Vor dem Start der Heizsaison schnellen die Gaspreise in die Höhe. Die Bundesregierung muss dringend handeln, um Mensch und Klima im Winter nicht weiter zu belasten. Wie man selbst mit einfachen Tricks den Gasverbrauch senkt und das Klima schont, erklärt Irmela Benz Colaço, Energie-Expertin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).


„Rund 70 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten werden für das Heizen benötigt. Steigende Gaspreise sind so für viele eine enorme finanzielle Belastung. Die großen Hebel, um unabhängig von fossilen Energien zu werden, liegen bei der Politik. Doch auch mit kleinen Veränderungen zu Hause können Sie beim Heizen richtig Geld sparen. Schon ein Grad Zimmertemperatur weniger spart sechs Prozent Heizenergie. Es lohnt sich also, zu prüfen, ob einzelne Räume auch mit einigen Grad weniger gut nutzbar sind“, so Benz Colaço. Schlafzimmer, Badezimmer und Hausflur bräuchten nicht durchgängig 20 Grad oder gar mehr.

1. Temperatur passgenau einstellen

Nachts und wenn Sie außer Haus sind, können Sie die Heizung eine Stufe herunterdrehen. Dabei sollte die Temperatur nicht unter 16 Grad fallen, das entspricht etwa Stufe 2 des Thermostatventils. Sonst kann sich Schimmel bilden. Mit programmierbaren Thermostaten können Sie Zimmer automatisch auf die richtige Temperatur bringen.

2. Richtig lüften

Auch regelmäßiges Lüften ist notwendig, um Schimmel zu vermeiden. Gekippte Fenster sorgen kaum für Frischluft, kühlen aber Wände und Räume aus. Das treibt den Energieverbrauch in die Höhe. „Lüften Sie mehrmals am Tag mit voll geöffnetem Fenster. Wenn Sie Räume haben, die sich gegenüberliegen, sorgt die Querlüftung noch schneller für frische Luft. Meist reichen fünf Minuten bei weit geöffneten Fenstern und Türen völlig aus“, so Benz Colaço.

3. Zugige Ritzen abdichten

Über ungedämmte Außenwände und schwach isolierte Dächer, Fenster, Kellerdecken und Leitungsrohre entweicht viel Heizwärme. Auch wer zur Miete wohnt, kann zugige Ritzen abdichten. Wohnungstüren lassen sich mit einem Zugluftstopper am Boden dicht machen. Geschlossene Vorhänge oder Rollläden halten nachts zusätzlich Kälte ab.

4. Heizkörper freihalten

Achten Sie darauf, dass Vorhänge nicht über den Heizkörper hängen. Auch von Möbeln und anderen Gegenständen sollte der Heizkörper frei sein. So kann sich die Heizungsluft ungehindert im Raum verteilen. Wenn Ihre Heizung gluckert, ist es Zeit, den Heizkörper zu entlüften.

5. Heizungsanlage überprüfen lassen

„Wer im Eigenheim wohnt, sollte die Einstellung der Heizungsanlage durch einen hydraulischen Abgleich prüfen lassen. Das übernehmen Fachleute. Denn selbst neue Heizungsanlagen sind oft falsch eingestellt und lassen wertvolle Energie verpuffen“, rät Benz Colaço. Da Öl und Gas immer teurer werden, rechnen sich auch größere Investitionen, wie eine neue Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien und eine Dämmung. Lassen Sie Ihr Haus dazu zunächst fachlich begutachten, denn jedes Haus ist anders. Sogenannte individuelle Sanierungsfahrpläne werden staatlich gefördert. Die geschulten Berater*innen wissen auch, welche Förderprogramme es für die Umsetzung Ihrer energetischen Modernisierung gibt.

(Text: PM Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))