Unterwegs in Darmstadt-Dieburg mit dem Lebensmittelkontrolleur

Philipp Rappl beim Kontrollieren der Temperatur in einer Kühltheke. (Foto: Landkreis Darmstadt-Dieburg)

Wenn Philipp Rappl für das Veterinäramt des Landkreises Darmstadt-Dieburg seinen Arbeitstag als Lebensmittelkontrolleur beginnt, dann hat er einiges dabei: Tasche, Rollkoffer und Kühlbox für Proben. Wichtigste Utensilien sind das Laptop, um alles zu protokollieren und ein weißer Kittel zum Schutz. Denn die Hygiene zu kontrollieren in Gastronomie, Lebensmitteleinzelhandel oder anderen Geschäften, das ist der Job des gelernten Kochs und Küchenmeisters, der eine zweijährige Fortbildung inklusive Praktika für seinen neuen Beruf hinter sich hat. Etwa 270 bis 300 Betriebe hat Philipp Rappl in seinem Bezirk, der Groß-Zimmern, Reinheim und Otzberg umfasst. „Man findet eigentlich immer etwas“, sagt er über seine Tätigkeit, fügt aber gleich an: „Oft sind es nur kleinere Sachen, wo etwas übersehen wurde.“ Nichts zu übersehen, dafür ist dann Philipp Rappl da.


“Für uns ist er kein Buhmann”

„Für uns ist er kein Buhmann“, sagt dann auch Vadim Pris, Marktleiter beim Edeka-Center Haller in Groß-Zimmern, „wir arbeiten ja zusammen.“ Besitzer Ingo Haller erklärt, wie wichtig ihm diese Zusammenarbeit ist: „Wo Menschen sind, menschelt es, und wir können auch mal etwas übersehen. Aber es gibt die Regeln, die wir einhalten müssen. Und wenn Herr Rappl nichts findet, dann ist das ja eine Bestätigung unserer Arbeit.“ Der ist inzwischen im Frischebereich unterwegs und schaut genau hin. „Hier werden die Bratwürste und die Salate gemacht“, erzählt eine Mitarbeiterin. Sie muss einen Kühlschrank öffnen. „Wer ist für die Reinigung verantwortlich, wird das dokumentiert?“, will Rappl wissen. Dann geht es in die Kühlhäuser, später im Büro werden noch Reinigungspläne und Schulungsunterlagen geprüft. Das Fazit von Philipp Rappl nach etwa einer Stunde Teilkontrolle: „Ein sehr guter und ordentlicher Betrieb.“

Kontrollquote liegt inzwischen bei 95 Prozent

Die Möglichkeiten für Kontrollen im Landkreis wurden aufgestockt: Philipp Rappl war einer von drei neuen Lebensmittelkontrolleuren, die 2024 und 2025 ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Derzeit sind es somit neun Kontrolleure und eine Kollegin befindet sich noch in der Ausbildung. Damit schaffte der Landkreis im vergangenen Jahr schon eine Kontrollquote von 95 Prozent. Also wurden nur fünf Prozent der geplanten Kontrollen nicht durchgeführt. Zum Vergleich: Aufgrund Personalmangels lag diese Quote 2023 noch bei 55 Prozent. „Wir bringen die Geduld auf, eigene Mitarbeiter zwei Jahre lang schulen zu lassen“, erklärt der für das Veterinäramt zuständige Vize-Landrat Lutz Köhler. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und können deshalb den Landkreis auch wieder flächendeckend kontrollieren. Die Sicherheit der Verbraucher lassen wir uns also schon etwas kosten.“

Dass dies nötig ist, zeigt sich schon beim nächsten Geschäft, das von Philipp Rappl unter die Lupe genommen wird: ein Café. Eine Arbeitsfläche auf einem Holzschrank fällt ins Auge. „Holz kann leicht splittern, das kann dann in die Lebensmittel gelangen, hier müssten Sie sich mal Gedanken machen“, sagt er zum Inhaber. Die Reinigungsmittel und die Lebensmittel dürfen nicht in einem Raum gelagert werden, Säcke müssen ordentlich verschlossen sein, damit keine Schädlinge reinkrabbeln. Am meisten Kritik ruft jedoch die elektrische Fliegenfalle hervor. „Die Tiere explodieren darin regelrecht“, sagt Rappl, „die Überreste fallen dann herunter und können in Kontakt mit Lebensmitteln kommen. Die Temperaturanzeige am Kühlschrank ist kaputt, die Temperaturen werden auch nicht dokumentiert. Eine längere Liste von hygienischen und baulichen Mängeln, die eine Nachkontrolle zur Folge haben werden, lautet das Ergebnis. „Es ist aber nicht so, dass eine Gesundheitsgefährdung vorliegt“, sagt Rappl, „aber hier ist schon einiges zu tun.“

Schutz für Verbraucher und Unternehmen

Auch bei der nächsten Station, einem Imbiss, gibt es Mängel. Der Boden müsste erneuert werden im Küchenbereich, die Tür vom Kühlschrank schließt nicht richtig, von einem nicht richtig gelagerten Weichkäse nimmt Rappl eine Probe und die Mikrowelle steht immer noch auf einem Holzbrett, das schon gesplittert ist. Das wurde bereits beim letzten Mal angemahnt. Nun gibt es eine Zwangsgeldandrohung, um die Beseitigung der Mängel durchzusetzen. Wird das Brett nicht innerhalb einer Frist ausgetauscht, dann wird ein Zwangsgeld verhängt. „Insgesamt ist es aber sauber gewesen“, sagt Rappl. Die neue Personaldecke erlaube aber nun auch, bei Verstößen regelmäßig nachzukontrollieren. „Genau darum geht es bei diesen Kontrollen“, sagt Lutz Köhler: „Sie sind nicht nur für die Verbraucher ein Schutz, sondern sie dienen ja auch den Unternehmen. Denn nur dort, wo es sauber ist, kommen die Kunden auch gerne wieder.“

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)