Sponsorenlauf in Obertshausen: Kinder erlaufen Geld für die Josef-von-Eichendorff-Schule

Gemeinsam machten die Schülerinnen und Schüler einen Tanz mit, der von Mitschülern auf der Bühne vorgeführt wurde. Dann konnte es endlich losgehen. (Foto: ah)

Samstags ist es auf dem Schulhof der Josef-von-Eichendorff-Schule normalerweise ruhig. An diesem Samstag aber herrschte dort reges Treiben: Kinder in Sportkleidung, Eltern, Geschwister und Freunde bevölkerten das Schulgelände. Der Grund: Alle vier Jahre veranstaltet die Obertshausener Schule ihren Sponsorenlauf. Für die Schülerinnen und Schüler ist das ein besonderer Tag – schließlich erlebt ihn jeder Jahrgang während seiner Grundschulzeit in der Regel nur einmal. „Runter von den Stühlen“ lautete diesmal das Motto.


Schulleiterin Alexandra Hahn machte bei der Begrüßung deutlich, dass Bewegung nicht nur im Sportunterricht wichtig sei. Auch beim Lernen könne sie helfen, neue Energie zu bekommen, aufmerksam zu bleiben und den Kopf freizubekommen. Deshalb soll die Schule künftig noch bewegter werden – im Klassenraum ebenso wie auf dem Schulhof. Dafür wollten die Kinder an diesem Vormittag ordentlich Kilometer sammeln. Denn jede gelaufene Runde brachte Geld: Eltern, Verwandte und andere Unterstützer hatten im Vorfeld einen Betrag pro Runde zugesagt. Je länger die Kinder also durchhielten, desto größer sollte am Ende die Spende für die Schule ausfallen. Bevor es auf die Strecke ging, gab es allerdings noch eine besondere Motivation.

Bürgermeister Manuel Friedrich begrüßte die Kinder und wünschte ihnen viel Spaß und Erfolg. Er erinnerte daran, dass sie an diesem Tag nicht allein unterwegs seien: Eltern, Freunde, Lehrer und weitere Unterstützer fieberten mit. Auch die Dr. Carl und Ellen Klöss-Stiftung war vertreten. Bernd Roth, Bürgermeister a. D. und Vertreter der Stiftung, hatte eine Überraschung im Gepäck: „Ohne, dass ihr einen Meter gelaufen seid, können wir schon mal eine schöne Summe in diesen Topf geben.“ Die Stiftung spendete 2000 Euro als Startkapital. Nun waren die Kinder an der Reihe.

Doch wie im Sportunterricht begann der Vormittag nicht sofort mit dem Lauf. Gemeinsam machten die Schülerinnen und Schüler einen Tanz mit, der von Mitschülern auf der Bühne vorgeführt wurde. Dann konnte es endlich losgehen. Die ältesten Schülerinnen und Schüler machten den Anfang. Auf einer rund 450 Meter langen Runde über die Waldstraße ging es für die Kinder auf die Strecke. Manche rannten los, andere wählten ein ruhigeres Tempo. Entscheidend war nicht die Geschwindigkeit, sondern das Durchhalten. Die Kinder durften laufen oder gehen und sammelten für jede absolvierte Runde einen Stempel.

An der Strecke wurde angefeuert, und auf dem Schulhof warteten weitere Aktionen. Unter anderem konnten sich die Kinder Glitzer-Tattoos machen lassen. So wurde aus dem Sponsorenlauf ein kleines Schulfest, bei dem nicht nur die sportliche Leistung, sondern vor allem das gemeinsame Erlebnis zählte. Für manche Eltern dürfte am Ende eine kleine Überraschung gewartet haben. Denn etliche Kinder liefen deutlich mehr Runden, als ihre Familien im Vorfeld erwartet hatten. Damit wuchs automatisch auch der fällige Spendenbetrag. Für die Schule war das eine erfreuliche Entwicklung: Das gesteckte Spendenziel wurde erreicht und dürfte sogar noch überschritten werden.

Das Geld soll dort eingesetzt werden, wo der normale Schuletat nicht ausreicht. Geplant ist unter anderem ein Tischkicker für den Außenbereich. Außerdem sollen weitere Sitzbänke für die Klassen angeschafft werden. Auch ein großer Tretroller für das Spielehäuschen steht auf der Wunschliste. Am Ende hatten die Kinder also nicht nur viele Runden, sondern auch einen sichtbaren Beitrag für ihre Schule erlaufen. Und vielleicht war genau das die wichtigste Botschaft des Tages: Bewegung macht nicht nur Spaß – gemeinsam kann man damit auch etwas für die eigene Gemeinschaft bewegen.

(Text: ah)