
Menschen mit und ohne Behinderung tauschen den Arbeitsplatz, um Einblicke in die Arbeitswelt der anderen zu gewinnen
Am vergangenen Donnerstag (24.) beteiligte sich der Eigenbetrieb Darmstädter Werkstätten und Wohneinrichtungen (EDW) wieder an dem bundesweiten Aktionstag „Schichtwechsel“ und hat Betriebe und Institutionen eingeladen, die den EDW bei der Vermittlung von Beschäftigten aus Werkstätten für Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt unterstützen.
An dem Aktionstag tauschen Menschen mit und ohne Behinderung den Arbeitsplatz, um Einblicke in die Arbeitswelt der anderen zu gewinnen. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen und das Thema Inklusion in der Arbeitswelt sicht- und erlebbar zu machen.
Das Programm umfasste einen Marktplatz mit Infoständen vor Beginn der Veranstaltung, die offizielle Eröffnung durch Bürgermeisterin Barbara Akdeniz, ein Speed-Dating mit einem interaktiven Austausch zwischen Arbeitsgruppen und Unternehmen, ein Get-Together mit offenem Ausklang beim Mittagessen und Gelegenheit zum Netzwerken an den Marktständen sowie eine musikalische und künstlerische inklusive Darbietung.
41 Personen von 14 Unternehmen und sieben Institutionen nahmen teil und besuchten Beschäftigte oder Auszubildende im EDW, arbeiteten gemeinsam unter Anleitung der Werkstattbeschäftigten, vereinbarten einen Gegenbesuch von Werkstattbeschäftigten bei den Firmen als „Schnuppertag“ oder Hospitation, tauschten sich im Rahmen des interaktiven Speed-Datings aus, vereinbarten längerfristige Kooperationen im Bereich Inklusion (z. B. Praktika, betriebsintegrierte Arbeitsplätze oder Übernahme in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse).
Bürgermeisterin Akdeniz: „Der Aktionstag ist eine sehr gute Gelegenheit, um auch private Firmen zu erreichen und dazu zu motivieren, den eigenen Beitrag für einen inklusiven Arbeitsmarkt zu verstärken. Die am Aktionstag teilnehmenden Firmen zeigen vorbildlich, wie es gehen kann.“
EDW-Betriebsleiter Wolfram Cuntz: „Der persönliche Kontakt zwischen Beschäftigten aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt und Beschäftigten aus den Werkstätten baut Barrieren ab. Werkstattbeschäftigte sehen, dass Anforderungen des allgemeinen Arbeitsmarktes zu schaffen sind, die Firmen treffen leistungsbereite und motivierte Menschen und lernen in den Arbeitsbereichen die konkreten Unterstützungsmöglichkeiten kennen, die helfen, dass diese Leistungen auch im eigenen Betrieb ankommen können.“
Laut dem Fortschrittsbericht 2024 des Hessischen Statistischen Landesamtes bleibt Hessen in der Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen hinter den gesetzlichen Anforderungen zurück. Die gesetzliche Pflicht von 5 Prozent wird in Hessen mit 4,8 Prozent leicht unterschritten. Dabei gibt es aber einen Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern (7,0 und 4,3 Prozent).
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)
