Alle Jahre wieder kommt mit dem herbstlichen Laubfall die Frage auf, was mit den vielen bunten Blättern in öffentlichen Grünflächen passiert. Das Grünflächenamt beseitigt das Laub in Parkanlagen im festgelegten Turnus von den Wegen und befestigten Verkehrsflächen, Spielplätzen und Sportanlagen. Dabei werden aus Gründen der Effizienz und Ergonomie vor allem Akkulaubbläser verwendet.
Seit einiger Zeit wird das Laub auf ausgewählten Rasen- und Wiesenflächen im Stadtgebiet über den Winter belassen und erst im Februar beseitigt, wenn es zum Erhalt der Vegetation erforderlich ist. So werden zudem Bodenorganismen und Kleintiere geschont. Doch auch hier gibt es Ausnahmen, zum Beispiel in Bereichen mit wertvollen Sonderpflanzungen aus Frühlingsblühern. Hier kann es vorkommen, dass zur Schonung der Vegetation weiterhin frühzeitig geräumt werden muss.
In dazu geeigneten geschlossenen Gehölzbeständen ist es seit vielen Jahren gängige Praxis, das Laub liegen zu lassen, um bodenlebenden Tieren wie Regenwürmern, Springschwänzen, Marienkäfern oder Tausendfüßlern den notwendigen Rückzugsraum zu gewähren. Das Laub erfüllt wichtige ökologische Funktionen für diese Bodenorganismen und führt dem Boden durch Verrottungsprozesse Nährstoffe in Form von Humus wieder zurück. Außerdem schützt eine den örtlichen Gegebenheiten angepasste Laubdecke den Wurzelraum der Gehölzbereiche vor Trockenheit, Frosteinwirkung und Trittbelastung.
Auch größere Lebewesen wie Amphibien und Kleinsäuger, beispielsweise Igel und Spitzmäuse, können liegengelassenes Laub als Überwinterungshilfe und Nahrungshabitat nutzen. Vögel finden dort in der kalten Jahreszeit kleine Insekten in all ihren Entwicklungsstadien und Schmetterlingsraupen als wichtige Proteinquelle.
(Text: PM Stadt Frankfurt)


