Angespannte Betreuungssituation an der Stephan-Gruber-Schule in Eppertshausen

Beim neunten Sponsorenlauf haben die 237 Erst- bis Viertklässler der Stephan-Gruber-Schule wieder mehrere tausend Euro errannt. Vor Probleme stellt die Eppertshäuser Grundschule derzeit die Knappheit von Räumen für Essen und Betreuung. Der erhoffte Ersatz-Neubau für die 62 Jahre alte Mehrzweckhalle ist absehbar nicht in Sicht. (Foto: jedö)

Seit dem Schuljahr 2025/26 hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg die Früh- und Nachmittagsbetreuung auch an der Eppertshäuser Stephan-Gruber-Schule übernommen. Die dreizügige Grundschule, die derzeit 237 Erst- bis Viertklässler besuchen, war im Ladadi eine der letzten gewesen, die die Betreuung bis dato noch anderweitig – über ihren Förderverein – organisiert hatte. Was laut Schulleiterin Marion Lehr allgemein „sehr gut“ läuft, stößt infrastrukturell an seine Grenzen: „Wir haben seit längerer Zeit erhebliche räumliche Engpässe.“


Die seien „ein reales Problem“, betont Lehr. „Insbesondere im Betreuungsbereich sind die räumlichen Möglichkeiten sehr angespannt.“ Für die Betreuung stünden lediglich vier Räume zur Verfügung. Dazu mache „die kleine und beengte Mensa die Organisation des Mittagessens sehr schwierig“. Den Speiseraum teilt sich die Stephan-Gruber-Schule zudem mit der benachbarten Mira-Lobe-Schule (120 Schüler). Die Kinder müssen das von einem Caterer gelieferte Essen in nur 20 Minuten einnehmen. Anders ließen sich die fünf aufeinanderfolgenden Schichten um die Mittagszeit nicht bewältigen.

Die Leiterin stellt in diesem Kontext heraus, dass „eine neue, größere Mensa in dem geplanten Neubau wünschenswert und ein großer Zugewinn wäre“. Weil das Problem beim Landkreis und seinem für die Schulgebäude zuständigen Da-Di-Werk seit vielen Jahren be- und erkannt ist, soll die von Gruber- wie Lobe-Schule derzeit rein sportlich genutzte Mehrzweckhalle abgerissen und durch einen multifunktionalen Neubau mit Sportfläche, Mensa und Betreuungsräumen ersetzt werden. Die Eppertshäuser Mehrzweckhalle ist 62 Jahre alt und damit eine der ältesten Schulsport-Hallen im Landkreis. Nachmittags und abends wird sie auch von Eppertshäuser Gruppen und Vereinen genutzt.

Derzeit kann der Kreis jedoch noch nicht verbindlich sagen, wann Abriss und Neubau erfolgen werden. Mindestens in den nächsten drei, vier Jahren wird sich unter anderem die SGS noch mit dem Ist-Zustand arrangieren müssen. Was immer komplizierter werde, wie Mario Lehr erläutert: „Circa 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler nehmen am Pakt für den Ganztag teil – Tendenz steigend!“ Seitdem in der ersten Jahrgangsstufe ein entsprechender Rechtsanspruch bestehe, habe man dort einen besonders großen Zulauf bekommen. „In einer Klasse beispielsweise gehen von 21 Schülern 18 in die Betreuung.“ Bei den Jüngsten sei deshalb „die Raumnot auch am größten“.

Zudem biete der Schusterbau als zweites SGS-Gebäude (neben dem Hauptgebäude) „kaum Möglichkeiten für Differenzierung, Kleingruppenarbeit, Rückzug oder flexibel nutzbare Betreuungsflächen“, sagt Lehr. Unterricht und Betreuung könnten dort „räumlich nur schwer miteinander verzahnt werden“. Der Wunsch der Schulleiterin ist deshalb klar und akktuell nicht zum ersten Mal zu vernehmen: „Wir benötigen eine langfristige bauliche Lösung, die die Raumknappheit und Essenssituation entschärfen würde.“

Etwas Erfreulicheres als das lange Warten auf den Ersatz für die alte Mehrzweckhalle gibt es aus der Eppertshäuser Grundschule in diesen Tagen aber auch zu vermelden: Zum neunten Mal haben alle Kinder an einem (vom Sport-Fachbereichsleiter Stefan Buch organisierten) Sponsorenlauf rund ums Sportfeld an der Bürgerhalle teilgenommen und mehrere tausend Euro errannt. Das Geld geht an den Förderverein, der auch nach dem Wegfall der Betreuungsaufgabe fortbesteht und es für Spielmaterialien und eine Theaterfahrt bereitstellen wird.

(Text: jedö)