Singend über Grenzen hinweg: Großer Flashmob auf dem Seligenstädter Marktplatz

Die Besucherinnen und Besucher sangen begeistert mit – mal kräftig, mal etwas schüchterner, aber immer mit sichtlicher Freude.(Foto: ah)

Mit so vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatte wohl kaum jemand gerechnet: Am Tag der Deutschen Einheit wurde der Seligenstädter Marktplatz zur großen Open-Air-Bühne. Unter dem Motto „Gemeinsam singen, gemeinsam erleben“ waren alle eingeladen, die Lust auf Musik und Gemeinschaft hatten – ganz unkompliziert und ohne Anmeldung. Die Resonanz war überwältigend: Jung und Alt kamen zusammen und machten den Marktplatz für rund eine Stunde zum großen Freiluft-Chor.


Organisiert wurde die Aktion vom Bündnis Demokratie. Begrüßt wurden die zahlreichen Sängerinnen und Sänger von Pfarrerin Leonie Krauß-Buck – diesmal allerdings ausdrücklich nicht in ihrer Rolle als Pfarrerin. Sie habe sich gewünscht, so erzählte sie, gerade in einer Zeit, in der vieles nicht so rundlaufe, wie man es sich wünsche, einen Ort zu schaffen, an dem Menschen unkompliziert miteinander in Kontakt kommen können. „Etwas miteinander machen, was Spaß macht, was lustig ist, was zusammenführt und Gemeinschaft stiftet“ – genau das sei die Idee hinter der Veranstaltung gewesen. Dass gemeinsames Singen dafür bestens geeignet ist, zeigte sich schon nach wenigen Minuten. Für die professionelle musikalische Anleitung sorgte Tom Jet, der in der Region durch seine Rudelsingen-Veranstaltungen bekannt ist. Mit viel Humor und guter Laune erklärte er den Teilnehmern zunächst, wie aus einer großen Gruppe ein gemeinsamer Chor werden kann. Ein großer Bildschirm zeigte die Liedtexte und machte das Mitsingen für alle leicht. Bevor es richtig losging, hieß es allerdings erst einmal: locker machen, tief durchatmen und die Stimmbänder aufwärmen. Mit kleinen Übungen brachte Tom Jet die Menge in Schwung. Auch der Hinweis, beim Singen den Mund ruhig etwas weiter aufzumachen, sorgte für den einen oder anderen Lacher.

Zum Einsingen gab es schließlich „Barbara Ann“ von den Beach Boys. Danach war die Bühne frei für eine bunte musikalische Reise durch verschiedene Jahrzehnte und Stilrichtungen. Von Schlager und Popmusik bis hin zu Volks- und Wanderliedern reichte das Programm. Entscheidend war dabei nicht, ob jeder Ton perfekt saß. Viel wichtiger war das gemeinsame Erlebnis. Und so sangen die Besucherinnen und Besucher begeistert mit – mal kräftig, mal etwas schüchterner, aber immer mit sichtlicher Freude. Besonders schön war die Mischung der Teilnehmer: Menschen unterschiedlichen Alters standen und saßen nebeneinander und sangen gemeinsam dieselben Lieder. Genau diese ungezwungene Begegnung war es, die sich die Organisatoren gewünscht hatten. Der Sing-Flashmob zeigte damit eindrucksvoll, dass Gemeinschaft manchmal ganz einfach entstehen kann: Man kommt zusammen, singt miteinander und hat eine gute Zeit. Der Seligenstädter Marktplatz wurde an diesem Nachmittag jedenfalls zu einem Ort, an dem Unterschiede für eine Weile keine Rolle spielten – dafür umso mehr die gemeinsame Freude an der Musik.

(Text: ah)