Mit der Verleihung des Talisman für gesellschaftlichen Zusammenhalt rückte die Deutschlandstiftung Integration (DSI) am Dienstagabend, 20. Oktober, in der Frankfurter Paulskirche die Menschen in den Mittelpunkt, die Demokratie vor Ort gestalten. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich in ihren Städten und Gemeinden für Teilhabe, Vielfalt und ein lebendiges Miteinander einsetzen.
Die Deutschlandstiftung Integration ist eine private unabhängige und überparteiliche Fördereinrichtung. Sie begleitet junge talentierte Menschen mit Einwanderungsgeschichte dabei, ihre individuellen Fähigkeiten und Begabungen zu entfalten, mit dem Ziel ihnen bessere Entwicklungs-, Bildungs- und Berufschancen zu ermöglichen. Mit mehr als 2700 geförderten Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie rund 1400 Ehrenamtlichen zählt sie zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.
Oberbürgermeister Mike Josef begrüßte die anwesenden Gäste. In seiner Rede betonte er die besondere Bedeutung des Engagements der mit dem Talisman-Preis ausgezeichneten Menschen: „Wir erleben gerade eine Zeit, in der gesellschaftliche Debatten rauer werden. Es ist eine Zeit, in der Menschen wieder gegeneinander ausgespielt werden. Herkunft, Religion oder der eigene Name werden noch immer zum Anlass genommen werden, Menschen auszugrenzen. Umso wichtiger sind Persönlichkeiten, die sich dem entgegenstellen. Die nicht wegsehen. Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger sind eben solche Menschen: Sie setzen sich in ihrer Kommune auf besondere Weise dafür ein, Brücken zu bauen, Integration zu ermöglichen und Menschen an unserer Gesellschaft teilhaben zu lassen. Danke für dieses besondere Engagement, von dem wir gerade aktuell unbedingt mehr benötigen.“
Festredner Hape Kerkeling sagte: „Integration beginnt nicht bei der Nation, sondern in der Gemeinde und der Nachbarschaft. Dort entstehen Nähe und Zusammenhalt. Genau diesen lokalen Zusammenhalt zu fördern und zu würdigen, ist mir besonders wichtig.“
In seiner Laudatio würdigte Bundespräsident a.D. Christian Wulff die Preisträger mit den Worten: „Demokratie braucht Menschen, die mutig auf offener Bühne Verantwortung übernehmen. Die Talisman-Preisträger zeigen, was KommunalpolitikerInnen gegen Widerstände mit Zivilcourage bewegen können.”
Der Talisman 2026 geht an fünf Persönlichkeiten aus der Kommunalpolitik
• Yannick Bares, Ortsbürgermeister von Rhaunen in Rheinland-Pfalz, für die Stärkung des Gemeindelebens durch Begegnungsorte und generationenübergreifende Angebote.
• Maria Helmis-Arend, Bürgermeisterin von Köln, für ihren Einsatz für kulturelle Teilhabe, die freie Kulturszene und ein solidarisches Miteinander.
• Onyeka Oshionwu, gewählte Oberbürgermeisterin von Göttingen in Niedersachsen; Amtsantritt am 1. November, für die Förderung von Bürgerdialog und politischer Beteiligung.
• Henriette Reker, Oberbürgermeisterin a.D. von Köln, für ihre Haltung gegen Ausgrenzung und ihr langjähriges Engagement für eine offene Stadtgesellschaft.
• Stephanie Rikl, Bürgermeisterin von Ostritz in Sachsen, für die Stärkung des Gemeinwesens und die Beteiligung junger Menschen.
Die Preisverleihung fand in diesem Jahr auf Einladung des Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef an einem besonders symbolträchtigen Ort statt, der Frankfurter Paulskirche. Stiftungsgesellschafter Thomas Gauly betonte, Josef habe der Deutschlandstiftung damit die Chance gegeben, von Frankfurt aus ein starkes Signal für Zusammenhalt, Vielfalt und eine offene Gesellschaft zu senden.
Geschäftsführer Mikolaj Ciechanowicz nutzte die diesjährige Würdigung von Engagierten aus der Kommunalpolitik, um den Blick nach vorn zu richten und ein neues DSI-Projekt vorzustellen. „Politix – Deine Stimme vor Ort“, gefördert von der Stiftung Mercator, hat das Ziel, junge Menschen für Kommunalpolitik zu begeistern und in ihrem Einsatz auf lokaler Ebene zu stärken.
Moderiert wurde der Abend von Boussa Thiam. Für die musikalische Begleitung sorgte das neu gegründete DSI-Orchester unter der Leitung von Elisabeth Tzschentke.
Über den Talisman-Preis
Mit dem Talisman zeichnet die DSI Persönlichkeiten aus, die sich in besonderer Weise für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und Teilhabe einsetzen. Der Preis wurde 2019 erstmals unter diesem Namen an die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer verliehen.
(Text: PM Stadt Frankfurt)

