Jugendfußballer von Viktoria Urberach freut sich über eine besondere Auszeichnung

Nick Huder spielt für die D-Junioren der Viktoria. Kürzlich wurde der Zwölfjährige auch für die Hessenauswahl nominiert. (Foto: PS)

Erste Einladung zur Hessenauswahl

Nick Huder stammt aus einer echten Urberacher Fußballerfamilie. Sein Vater Alex spielt mit 53 immer noch für die erste Mannschaft der Viktoria in der A-Liga. Sein älterer Bruder Tom läuft für die A-Junioren des FV Eppertshausen auf. Nick, der für die D-Junioren der Viktoria spielt, freute sich kürzlich über eine Einladung zur Hessenauswahl.


Der Zwölfjährige spielt schon seit einiger Zeit für die Regionalauswahl. Mit der machte er bei einem Turnier in Grünberg so positiv auf sich aufmerksam, dass er nun auch eine Stufe höher – zur Hessenauswahl – eingeladen wurde. Kürzlich fand an der Sportschule in Grünberg ein Lehrgang mit 20 Spielern statt. Das sei eine schöne Erfahrung gewesen, erzählt der Urberacher Nachwuchsspieler.

Nick fing schon mit Vier bei der Viktoria mit dem Fußball an. Er spielt bei den D-Junioren in der Gruppenliga auf der Sechser-Position. „Ich gehe aber auch oft mit nach vorne“, berichtet Huder. In dieser Saison stehen in sieben Ligaspielen für Nick bereits fünf Tore zu Buche. Ziel für den Aufsteiger ist der Klassenerhalt, da sieht es als Tabellenneunter ganz gut aus. Den Aufstieg in der vergangenen Saison verbindet Nick Huder mit einem seiner bislang schönsten Momente seiner Fußballerlaufbahn. Im entscheidenden Spiel um den Aufstieg verwandelte er einen Elfmeter und durfte dann jubelnd auf die Bank mit seinen Teamkollegen zulaufen.

Gerne erinnert sich Huder auch an die Saison vor zwei Jahren, als er eigentlich noch E2 spielte, aber die komplette Pokalrunde bei der E1 aushalf. Im gewonnenen Finale erzielte er einen Hattrick. „Das war schon echt ein schönes Erlebnis.“ Hinzu kommen Turniersiege und der Gewinn einer Kreisligameisterschaft, mit der sich seine Mannschaft für die Hessenmeisterschaft qualifizierte.

Zum Training mit der Mannschaft in Urberach kam für Nick Huder schon in der Vergangenheit oft das Training am Stützpunkt in Richen. Auch sein Teamkollege Fynn Marquardt ist beim Stützpunkttraining dabei. Nick Huder hat den Wunsch, den viele Jugendfußballer in seinem Alter haben: „Mein Traum ist schon immer, später Fußballprofi zu werden“, sagt der Zwölfjährige. Natürlich darf da die Frage nach seinen Stärken nicht fehlen: „Ich habe eine sehr gute Übersicht, kann gute Pässe spielen, habe ein gutes Dribbling und auch einen guten Schuss“, sagt Nick Huder durchaus selbstbewusst und ohne falsche Bescheidenheit. Ein großer Dank gehe an seine Teamkollegen und Trainer sowie vor allem auch an seine Familie, die ihn immer unterstütze, betont Nick Huder.

Schließlich bekam er die Fußballbegeisterung quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater und sein Bruder hätten ihm in Sachen Fußball viel beigebracht, sagt Nick. Sein älterer Bruder Tom begann auch bei der Viktoria mit dem Fußball. Da es in den älteren Jahrgängen damals bei den Urberachern keine Mannschaft gab, wechselte er mit etlichen Teamkollegen zum FV Eppertshausen, dessen A-Jugend in der vergangenen Runde im Hessenpokal für Furore sorgte. Mittlerweile ist Tom nach dem Aufstieg in die Gruppenliga im zweiten A-Jugend-Jahr, der 18-jährige Mittelfeldspieler kam auch schon in der ersten Mannschaft von Eppertshausen in der Kreisoberliga zum Einsatz.

Eine Liga tiefer ist Vater Alexander mit 53 immer noch in der A-Liga für die Urberacher Viktoria aktiv. „Wir sind doch so wenig Leute“, nennt Alex Huder einen Grund, warum er immer noch für die Viktoria in der ersten Mannschaft spielt. Die dünne Personaldecke sei unter anderem der Urlaubsplanung der heutigen Spielergeneration geschuldet. „Die fahren alle in Urlaub, die Kerle. Das gab es früher nicht“, meint Huder schmunzelnd. Früher habe man die Urlaubsplanungen am Spielplan ausgerichtet. Ein weiterer, sicher auch der wichtigere Grund, warum Huder immer noch sonntags aufläuft, ist der Spaß am Fußball. „Man hilft gern“, meint Huder senior, der weit über 1.000 Spiele für die Viktoria absolviert hat. „Auch wenn mir am Tag nach dem Spiel alles weh tut. Ich hoffe, dass es diese Saison das letzte Mal ist, dass ich helfen muss. Wenn die alle aus dem Urlaub zurück sind und auch die Verletzten zurückkehren, dann sind sie ja genug.“

In seiner langen Laufbahn blieb Alex Huder der Viktoria in all den Jahren („Zwei Angebote von anderen Vereinen habe ich dankend abgelehnt“) treu und schaffte es mit den Urberachern bis in die Landesliga. Gerne erinnert er sich an mehrere Meisterschaften und Aufstiege. Die Fußballer-Laufbahn war ab 2014 nur einmal kurzzeitig unterbrochen, als er für die Viktoria Tennis spielte und auch dort mit seiner Mannschaft eine Meisterschaft feiern durfte.

Die Frage, ob er nochmal mit seinen Söhnen in einer Mannschaft spielen wird, liegt dann noch auf der Hand. Tom hat in Eppertshausen jetzt bald das Alter für Erstmannschaftsfußball erreicht. „Aber das wird eng, weil ich wechsele den Verein nicht mehr“, lacht Alex Huder. Und bei Nick sind es bis zum Wechsel in den Aktivenbereich noch sechs Jahre. Aber wer weiß – der Fußball schreibt ja bekanntlich immer wieder seine ganz besonderen Geschichten.

(Text: PS)