
Die Münsterer Bevölkerung soll künftig regelmäßig ihre Meinung zu lokalen Sachthemen kundtun können. Damit das auf einfache Weise klappen kann, hat die Wählergemeinschaft klar! ein „Bürgerbarometer“ entwickelt. Die Testphase hat bereits begonnen; Ende des Monats stellt die erst 2025 gegründete politische Kraft in der Gersprenz-Gemeinde ihr Instrument auch noch einmal persönlich vor.
Am 31. Oktober (10 bis 14 Uhr) wollen Vertreter der Wählergemeinschaft an einem Informationsstand vor dem Münsterer Edeka-Markt nicht nur Sinn und Zweck des neuen basisdemokratischen Instruments erläutern. Bürger können auch direkt selbst Münsterer Belange von allgemeinem öffentlichem Interesse vorschlagen, über die abgestimmt werden soll. Wobei man zuvor einige Worte über die dahinterstehende Idee und die Funktionsweise verlieren sollte.
„Es war eines unserer Wahlversprechen, mehr Bürgerbeteiligung zu ermöglichen“, sagt Marco Stix, der im vergangenen Jahr maßgeblich zur klar!-Gründung beitrug und für die Wählergemeinschaft sowohl in der Münsterer Gemeindevertretung als auch im Altheimer Ortsbeirat sitzt. Mit dem Bürgerbarometer realisiere man dieses Versprechen nun. „Denn bürgernah bedeutet für uns nicht nur, mit den Menschen vor einer Wahl zu sprechen, sondern auch danach weiter zuzuhören, ihre Meinungen ernst zu nehmen und andere Sichtweisen zu akzeptieren.“
Mit dem Bürgerbarometer wolle man „erfahren, was die Menschen in Münster, Altheim und Breitefeld bewegt und wie sie über aktuelle Themen denken.“ Denn: „Transparenz darf nicht nur ein Modewort sein. Sie muss auch gelebt werden.“ Als Beispiel dafür, wie wichtig es sei, Bürger frühzeitig einzubeziehen, nennt Stix die Debatte über die geplanten Lärmschutzwände an der zwischen Münster und Altheim verlaufenden Bahnstrecke, gegen die sich eine deutliche Mehrheit der Wahlberechtigten erst nach großem Aufwand in Münsters erstem Bürgerentscheid aussprechen konnte. „Ein frühzeitiges Stimmungsbild hätte möglicherweise manche Diskussion und viel Zeit und Ärger ersparen können“, meint Stix, der den Bürgerentscheid als treibende Kraft selbst mit angestrengt hatte.
Bei der Erzeugung dieses Stimmungsbilds soll das Bürgerbarometer künftig helfen. Dabei handelt es sich um ein Online-Tool für Abstimmungen im Multiple-Choice-Format mit drei bis vier vorgegebenen Antwortoptionen. Zu finden ist es testweise schon jetzt – auf der Website klarmuenster.de unter „Barometer“. Dort stellt klar! aktuell vier Fragen.
Thematisch reichen sie von der Parkplatz-Situation im Ort bis zum Münsterer Silvester-Feuerwerk. Das momentane Stimmungsbild zu einer Frage erscheint erst dann, wenn man selbst abgestimmt hat. Dies ist von einem Endgerät derzeit noch einmal täglich möglich; klar! arbeitet jedoch an einer technischen Lösung, dass jeder Nutzer pro Frage nur einmal abstimmen kann, um ein möglichst unverfälschtes Stimmungsbild zu bekommen. Eine Registrierung ist nicht erforderlich.
Die Erkenntnisse aus dem Bürgerbarometer, für das jeder Münsterer eigene Fragen einreichen kann, sollen anschließend in die politischen Gremien einfließen und die Kommunalpolitik im Optimalfall dahingehend besser machen, dass sich ein möglichst großer Teil der Bevölkerung hinter den Entscheidungen von Gemeindevorstand und Gemeindevertretung versammeln kann – auch wenn es kein repräsentatives Instrument ist. Laut Marco Stix ist „das Fernziel, dass das Barometer eines Tages nicht mehr über uns, sondern über die Gemeinde läuft“.
(Text: jedö)
