
53 Maßnahmen sollen Prävention, Schutz und Unterstützung weiter verbessern
Fünf Jahre nach Beginn der Umsetzung der Istanbul-Konvention zieht Frankfurt Bilanz: Bei einer Fachveranstaltung der Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention am Mittwoch, 21. Oktober, in der Evangelischen Akademie Frankfurt wurden erstmals die Ergebnisse eines gesamtstädtischen Prozesses zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorgestellt. Der erarbeitete Maßnahmenplan zeigt, wie Prävention, Schutz und Unterstützung in Frankfurt weiter verbessert und bestehende Schutzlücken geschlossen werden sollen.
Grundlage für die Entwicklung des Maßnahmenplans war eine Bestandsaufnahme, die insgesamt 81 Handlungsbedarfe identifizierte. In dem daran anschließenden Beteiligungsprozess wurden in Arbeitsgruppen, Workshops und auf Fachtagen konkrete Maßnahmen entwickelt. Mehr als 450 Menschen haben sich im Rahmen des Umsetzungsprozesses vernetzt und ihre fachlichen Perspektiven und Erfahrungen eingebracht.
Die insgesamt 53 Maßnahmen in zwölf unterschiedlichen Themengebieten wurden einem Fachpublikum aus Ämtern, Vereinen, Justiz und Polizei sowie weiteren Institutionen der Stadtgesellschaft aus den Bereichen Gewaltprävention und Gewaltschutz vorgestellt und in unterschiedlichen Themenforen diskutiert.
Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt, Stadtsauberkeit, Frauen, Diversität und Migration, betont: „Mein Ziel ist es, dass jede Frau und jedes Mädchen in Frankfurt vor Gewalt geschützt ist. Dafür müssen wir bestehende Lücken schließen und das Hilfesystem gezielt weiterentwickeln. Dazu gehören beispielsweise Schutzplätze für Frauen mit Behinderungen und Beratungsangebote in verschiedenen Sprachen. Der Maßnahmenplan zeigt konkret, wo wir ansetzen müssen. Jetzt kommt es darauf an, die notwendigen Voraussetzungen für die Umsetzung zu schaffen und die erforderlichen finanziellen Mittel sicherzustellen.“
Der Maßnahmenplan sieht vor, den Gewaltschutz für Gruppen, beispielsweise von wohnungslosen Frauen, zu verbessern. Zukünftig sollen Polizeibeamtinnen und -beamte Strafanzeigen direkt in Einrichtungen der Drogen- und Wohnungslosenhilfe aufnehmen. Darüber hinaus sollen nachhaltige Präventionsangebote in den Bereichen Gesundheit, Bildung sowie in der Arbeit mit jungen Menschen auf- oder ausgebaut werden. Unter anderem soll eine Fachstelle für Täterinnen- und Täterarbeit eingerichtet werden.
„Ich freue mich sehr, dass wir die erfolgreiche Arbeit dieses komplexen Prozesses heute präsentieren konnten. Die Zusammenarbeit städtischer Ämter, Beratungsstellen und Frauenhäuser sowie mit Polizei und Justiz war für unsere Frankfurter Koordinierungsstelle besonders wichtig, sie hat die Konkretisierung und Schärfung der Maßnahmen stetig verbessert“, erläutert Gabriele Wenner, Leiterin des städtischen Frauenreferats.
Die Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention
Die Umsetzung der Istanbul-Konvention in Frankfurt wird durch die städtische Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention, angesiedelt im Frauenreferat, organisiert. Mit ihrer Gründung im Oktober 2021 hat sie einen stadtweiten Prozess initiiert: Beteiligt sind über 50 Träger und Vereine sowie zahlreiche Ämter und Dezernate sowie Polizei und Justiz. Seit Beginn des Umsetzungsprozesses haben zahlreiche Fachkräfte, Institutionen und Initiativen ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre Perspektiven eingebracht. In Arbeitsgruppen, Workshops und auf Fachtagen ist ein umfassender Frankfurter Maßnahmenplan entstanden, der die Prävention und den Schutz vor Gewalt gegen Frauen nachhaltig stärken soll.
Alle Informationen über den aktuellen Stand der Umsetzung der Istanbul-Konvention sind zu finden unter 5 Jahre Istanbul-Konvention in Frankfurt am Main | Stadt Frankfurt am Main oder unter Die Istanbul-Konvention und Frankfurt am Main | Stark gegen Gewalt Frankfurt.
Kontakt für weitere Informationen
Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention im Main, Frauenreferat
Gloria Schmid, Referent:in der Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention, Telefon 069/212-48402, E-Mail info.istanbulkonvention@stadt-frankfurt.de
Elena Barta, Referent:in der Koordinierungsstelle zur Umsetzung der Istanbul-Konvention, Telefon 069/212-48302, E-Mail info.istanbulkonvention@stadt-frankfurt.de
(Text: PM Stadt Frankfurt)
