Magistrat Darmstadt für Routenverlagerung und rasche passive Schallschutzmaßnahmen
Am vergangenen Freitag (23.) wurden im Rahmen eines Konvents des Forums Flughafen und Region (FFR) die letzten Ergebnisse zum Monitoring der verlagerten Abflugroute Cindy S präsentiert. Der Fokus lag hier auf neuen Auswertungen temporärer Fluglärmmessungen in umliegenden Kommunen und auf der Analyse von Flugspuren. Die für die Wissenschaftsstadt Darmstadt relevanten Ergebnisse waren unter anderem Thema in der städtischen Bürgerveranstaltung am 23. September im Bürgermeister-Pohl-Haus in Wixhausen, an der auch Oberbürgermeister Hanno Benz und der für Fluglärm zuständige Stadtrat Michael Kolmer teilnahmen.
„Für Darmstadt bestätigen die bei dieser Veranstaltung vorgestellten Monitoringergebnisse und unsere Auswertungen der städtischen Fluglärmmessstellen die im Vorfeld angestellten Berechnungen: Insbesondere in Arheilgen, aber auch in Kranichstein bringt die Verlagerung eine maßgebliche Reduktion des Fluglärms; in Wixhausen hingegen ergibt sich eine Verlagerung des Belastungsschwerpunktes vom Süd- an den Nordrand. Wir haben uns im Vorfeld dafür eingesetzt, dass der Bereich zwischen Erzhausen und Wixhausen möglichst mittig überflogen wird und können feststellen, dass im Vergleich zum ersten Probebetrieb für den Wixhäuser Nordrand eine Verbesserung eingetreten ist. Trotzdem ist es dort durch die Verlagerung lauter geworden, entsprechend sind teilweise enttäuschte Reaktionen der dort wohnenden Menschen nachvollziehbar“, so Kolmer.
Bei der oben genannten Veranstaltung wurden auch Auswertungen der Fluglärmmessstationen auf dem Bürgermeister-Pohl-Haus und in der Ostendstraße präsentiert. Für den Wixhäuser Südrand belegen die Werte aus der Ostendstraße eine Fluglärmentlastung, zudem wird aufgezeigt, dass das Ausmaß der Fluglärmbelastung dort vor der Verlagerung der Abflugroute vergleichbar ist mit dem Fluglärm am Wixhäuser Nordrand nach der Verlagerung, gemessen auf dem Bürgermeister-Pohl-Haus.
Basierend auf dieser Gesamtschau hat der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kürzlich eine Vorlage beschlossen, welche vorsieht, sich in der entscheidenden Sitzung der Fluglärmkommission Anfang Dezember für eine Beibehaltung der Verlagerung einzusetzen. Gleichzeitig wird festgehalten, dass passive Schallschutzmaßnahmen durch das Land Hessen und Fraport möglichst schnell und unkompliziert umgesetzt werden müssen und dass mit Fokus auf Wixhausen sich die Arbeit im Bereich Fluglärm auf den schweren, älteren und damit besonders lauten Langstreckenflugzeugen insbesondere in der Nachtzeit konzentrieren soll. Die Vorlage wurde anschließend im Ortsbeirat Wixhausen behandelt, weitere Beratungen erfolgen im Ausschuss für Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umwelt und Stadtplanung sowie in der Stadtverordnetenversammlung.
„Mit Blick auf die Gesamtstadt haben wir uns dafür ausgesprochen, die Verlagerung zu verstetigen. Gleichzeitig haben wir die hohe Belastung am Wixhäuser Nordrand im Blick und der Magistrat ist sich darin einig, dass die Belastung besonders in der Nacht sinken und dass passiver Schallschutz schnell umgesetzt werden muss. Hier stehen das Land Hessen, der Flughafenbetreiber Fraport, seine Anteilseigner und die Lufthansa, als größte Fluggesellschaft in Frankfurt in besonderer Verantwortung“, so Oberbürgermeister Benz.
Beim FFR-Konvent lag der Fokus auf der Gesamtregion. Auch die dort neu veröffentlichten Monitoringergebnisse zeigen auf, dass keine relevanten Abweichungen von den Erwartungen an die Verlagerung im Vorfeld der Umsetzung festgestellt wurden. Je nach Betrachtungsweise des Frankfurter Fluglärmindex bringt die Verlagerung daher für bis zu 20.000 Personen in der Gesamtregion eine Entlastung mit sich.
Ein weiteres Thema waren Berechnungsergebnisse zu einer zeitlich abwechselnden Nutzung der alten und der neuen Routenführung. Hier wurden die bisher bekannten Ergebnisse bestätigt, dass die aktuell genutzte Verlagerung in allen betrachteten Varianten in der Summe den größten Entlastungseffekt mit sich bringt.
Von der Hessischen Fluglärmschutzbeauftragten Regine Barth wurde im Rahmen einer Präsentation vorgeschlagen, dass hinsichtlich der Flugverläufe zwischen Erzhausen und Wixhausen geprüft werden sollte, ob hier weitere Optimierungsmöglichkeiten hinsichtlich eines möglichst mittigen Routenverlaufs bestehen. Zudem wurde der Flugsicherung nahegelegt, dass – trotz ihrer prinzipiellen Zulässigkeit – direkte Überflüge von Wixhausen möglichst vermieden werden sollten.
„Ich werde diese Gedankenanstöße engagiert in der Fluglärmkommission aufgreifen, um die Belastung für Wixhausen so gering wie möglich zu halten. Wenn sich hier eine Umsetzungschance ergibt, muss diese aus meiner Sicht unbedingt ergriffen werden“, so Kolmer abschließend.
Links
Präsentationen der städtischen Bürgerveranstaltung am 23. September: www.darmstadt.de/fluglaerm
Downloadseite des FFR mit allen Unterlagen zur Verlagerung der Abflugroute:
https://www.forum-flughafen-region.de/aktiver-schallschutz/massnahmen/siedlungszentren-umfliegen/cindy-s-laterale-optimierung-amtix-kurz/downloadbereich/
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)

