
Die Münsterer Gemeindevertreter-Sitzung am Montagabend war die vorletzte in diesem Jahr – und die erste mit dem neuen Bürgermeister Marcus Milligan. Mit Ausnahme der anfänglichen Verwaltungsmitteilungen hielt sich der neue Rathaus-Chef, der bis März selbst Vorsitzender des Ortsparlaments gewesen war, gemäß den Gepflogenheiten im Hintergrund. Auch wenn einige Themen der zunächst 28 Punkte langen Tagesordnung abgesetzt oder im Ausschuss behalten wurden, kam das Gremium in seiner dreistündigen Versammlung vor 40 Zuhörern doch zu einer Reihe von Debatten und Beschlüssen. Am knappsten ging es bei der Frage zu, ob in Münster die nächtliche Straßenbeleuchtung ausgeweitet werden soll – mit negativem Ausgang für die Antragsteller.
Konkret hatten CDU und klar! gemeinsam gefordert, dass in Münster künftig alle Straßenlaternen mit 100 Prozent Leuchtkraft die gesamte Nacht über brennen sollen. Einige Laternen sind dafür bislang nicht ausgelegt. Einige Lampen werden gedimmt. „Wir möchten, dass auch diese Lampen nachts leuchten“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Schrod. Er sah den Antrag vor allem als Möglichkeit, für mehr Sicherheit im Ortsgebiet zu sorgen beziehungsweise mindestens das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen. Münster sei zwar „keine Kriminalitätshochburg“, es sei aber auch „nicht so sicher“. Beispielsweise sei jeder Wohnungseinbruch einer zu viel, auch wenn die Betroffenheit womöglich unter dem Kreisschnitt liege. Licht sei „das Abschreckungsmedium Nummer eins“, ergänzte Schrod und berief sich auch auf einen Referenten der Polizei, der dazu im Rahmen der hessischen Sicherheitsinitiative KOMPASS gesprochen hatte.
Freilich hätte die Umsetzung des Antrags der Christdemokraten und der mit ihnen eine „strategische Partnerschaft“ führenden Wählergemeinschaft ab dem kommenden Jahr Mehrkosten für die Gemeinde bedeutet. Die Umrüstkosten an sich wären mit einmaligen 1.200 Euro die berühmten „Peanuts“ gewesen; die jährlichen Mehrkosten durch den höheren Stromverbrauch hätten auf Basis der aktuellen Strompreise allerdings 17.000 Euro betragen.
SPD, FDP und ALMA-Die Grünen gingen dabei ebenso wenig mit wie die drei fraktionslosen Gemeindevertreter. Jörg Schroeter (FDP) nannte den Vorstoß „teure Symbolpolitik“. Die Ausweitung der Beleuchtung diene „nur einer scheinbaren Sicherheit“. Dafür seien die Mehrkosten nicht zu vertreten. Für die Grünen sprach Jörg Pereira Heckwolf unter anderem den Aspekt der „Lichtverschmutzung“ an.
CDU und klar!, die ihre gemeinsame Mehrheit nach drei Fraktionsaustritten grundsätzlich verloren haben, hätten ihren Vorschlag am Montag dennoch durchbringen können, weil die anderen Fraktionen nicht vollzählig erschienen waren. Da jedoch auch CDU und klar! nicht komplett waren, ging die Abstimmung mit 15:16 Stimmen verloren.
Damit bleibt die nächtliche Beleuchtungssituation in Münster beim Alten. Zur Auswahl gestanden hatte übrigens noch eine zweite Variante, die aber kein einziger Gemeindevertreter präferierte. Demnach hätten alle Lampen die ganze Nacht lang brennen sollen, aber nur bei 80 Prozent Leuchtkraft. Dies hätte neben zusätzlichen 13.000 Euro Stromkosten pro Jahre vor allem eine 102.000 Euro teure Umrüstung nötig gemacht.
(Text: jedö)
