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Ein digitaler Reisebegleiter auf Basis künstlicher Intelligenz, der Gäste individuell und rund um die Uhr unterstützt: Mit „Alois“ stellt die österreichische Region Hochkönig ein Projekt vor, das zeigt, wie sich KI und Tourismus verbinden lassen.
Zahlreiche Tourismusregionen stehen vor der Herausforderung regionale Informationen zuverlässig, kurzfristig und jederzeit verfügbar zu machen. Die Region Hochkönig in Österreich begegnet ihr mit „Alois“: einem digitalen Gästebegleiter auf KI-Basis, der im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde und Gästen ab Mitte November zur Verfügung stehen soll.
Das Projekt geht dabei über den Einsatz künstlicher Intelligenz zur Reiseplanung oder automatisierten Beantwortung von Anfragen hinaus. „Alois“ soll Gäste auch vor Ort begleiten, bei spontanen Fragen, kurzfristigen Planänderungen oder der Suche nach Erlebnissen abseits der bekannten Touristenattraktionen. Damit liefert die Region einen konkreten Ansatz für eine Frage, die den Tourismus weit über die Grenzen Österreichs hinaus beschäftigt: Wie kann Digitalisierung die Gästebetreuung individueller und zugleich jederzeit zugänglich machen?
Von der Informationssuche zur individuellen Unterstützung
Aus einer Vielzahl verfügbarer Informationen diejenigen herauszufiltern, die für den einzelnen Gast tatsächlich relevant sind, bleibt bei klassischen Informationsangeboten häufig den Reisenden selbst überlassen. Ein digitaler Gästebegleiter kann hier ansetzen, indem er Informationen auf konkrete Fragen und individuelle Bedürfnisse zuschneidet.
Genau das macht „Alois“. Das Besondere ist seine Sprachfunktion im Salzburger Dialekt, die es ermöglicht Fragen nicht ausschließlich zu tippen oder sich durch lange FAQ-Listen zu klicken, sondern in den direkten Dialog mit dem Gästebegleiter zu gehen.
„Alois zeigt, wohin sich Gästekommunikation entwickelt: weg von der reinen Auskunft, hin zum persönlichen digitalen Urlaubsbegleiter“, so Christine Scharfetter, Geschäftsführerin der Hochkönig Tourismus GmbH, im Rahmen der Pressekonferenz.
Doch nicht nur die Art der Kommunikation ist anders als bei gängigen Chatbots. Auch die Auswahl der Informationen folgt einem eigenen Prinzip. Durch seine einzigartige Priorisierungsstruktur werden regionale Inhalte, touristische Livedaten und vordefinierte Wissensdatenbanken gegenüber einer breiten Internetrecherche bevorzugt. Dadurch sollen die Antworten möglichst eng an den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet sein und das Risiko von veralteten oder unpassenden Angaben möglichst reduziert werden.
Die Technik dahinter kommt aus Deutschland, entwickelt von der Butterseite Media.
„Wir haben den Anspruch des Tourismusbüros übernommen, dass der Alois Urlaubsbegleiter wird. Und in der Entwicklungsphase selbst sind dann immer mehr Dinge aufgetaucht, die wir in ihn hineinprogrammiert haben oder wo wir ihm Zugang gewährt haben, dass er am Ende wirklich alles weiß“, sagt Markus Engel, Geschäftsführer der Butterseite Media. Das verbessere auch die Datenlage der Region, denn je aktueller Betriebe ihre Öffnungszeiten, Angebote und Informationen halten, umso verlässlicher kann „Alois“ Gäste weiterleiten und die Enttäuschung vor einer geschlossenen Tür zu stehen vermeiden.
Ein weiteres Detail macht „Alois“ greifbar: Der digitale Begleiter ist auch als haptische Figur gestaltet. Sie gibt dem KI-Assistenten ein physisches Erscheinungsbild und verbindet die digitale Anwendung mit einer Figur, die Gäste unmittelbar mit der Region verknüpfen können.
Mit „Alois“ erprobt die Region Hochkönig damit einen Ansatz, der über die reine Digitalisierung bestehender Informationsangebote hinausgeht, mit dem Ziel einen konkreten Mehrwehrt für Urlaubsgäste zu schaffen.
Ein Praxislabor für die Zukunft des Tourismus
Der Tourismus steht vielerorts vor der Aufgabe, steigende Erwartungen an individuelle Betreuung mit begrenzten personellen Ressourcen und einer wachsenden Informationsvielfalt in Einklang zu bringen. Digitale Lösungen wie „Alois“ könnten dazu beitragen, Informationen leichter zugänglich zu machen, Gäste bei spontanen Entscheidungen zu unterstützen und touristische Anlaufstellen zu entlasten.
Mit dem geplanten Start Mitte November beginnt für „Alois“ der Einsatz im touristischen Alltag. Dann wird sich zeigen, wie gut der digitale Begleiter auf unterschiedliche Bedürfnisse eingeht und welchen Beitrag er zur Gästebetreuung leisten kann.
Markus Engel ist davon überzeugt, dass „Alois“ seine Aufgabe bereits bestens erfülle, wenn ein Gast ihn mehrfach nutzt und täglich befragt. Doch auch über den Aufenthalt hinaus, kann „Alois“ in seiner haptischen Form den Gast begleiten. „Wir sind ziemlich sicher, dass der Alois auch mit nach Hause genommen wird, dass er also nicht gedanklich hierbleibt, sondern dass der Nutzen der KI auch für den Gast zu Hause noch bestehen bleibt – gerade dann, wenn er darüber nachdenkt, wiederzukommen“, so Markus Engel.
Die Vorstellung des Projekts markiert somit nicht nur die Einführung eines neuen digitalen Angebots, sondern auch den Beginn einer wichtigen Erprobungsphase. Sie ist ein Beispiel dafür, wie Tourismusregionen den Einsatz von KI praktisch gestalten können. Für den Hochkönig beginnt ein neues Kapitel der Gästekommunikation. Für andere Destinationen bietet „Alois“ einen Anlass, die eigenen Möglichkeiten neu zu denken.
(Text: Raphaela Rabold))

