Gelebte Gemeinschaft rund um die „dolle Knolle“ in Rembrücken

Mit viel Engagement und Liebe zum Detail bereiten die Vereinsmitglieder die Kartoffelgerichte selbst zu. (Foto: ah)

„Der schönste Ortsteil von Heusenstamm“ – mit diesen Worten warb Dr. von Kienle vom Bürgerforum Rembrücken beim Neubürgerempfang am Samstag für Rembrücken. Dabei hob er insbesondere die lebendige Dorfgemeinschaft und die zahlreichen Feste hervor, die den schönen Ortskern prägen. Dass diese Gemeinschaft nicht nur auf dem Papier besteht, sondern tatsächlich gelebt wird, konnten Neubürger und Gäste gleich am darauffolgenden Tag erleben: Der Turnverein Rembrücken e. V. hatte wieder zu seinem traditionellen Kartoffelfest vor der Alten Schule eingeladen. Seit vielen Jahren gehört das Fest fest zum Veranstaltungskalender des Ortsteils und ist aus dem Rembrücker Herbst kaum noch wegzudenken.


Im Mittelpunkt steht dabei die „dolle Knolle“, die in zahlreichen Variationen auf den Tisch kommt. Mit viel Engagement und Liebe zum Detail bereiten die Vereinsmitglieder die Kartoffelgerichte selbst zu und sorgen damit Jahr für Jahr für ein kulinarisches Angebot, das Besucher aus Rembrücken und der Umgebung anzieht. Besonders regional wird es bei der Kartoffelsorte Annabelle vom Hof Rücker. Die festkochende Kartoffel wächst direkt auf den Feldern rund um Rembrücken und stand auch in diesem Jahr wieder im Mittelpunkt des kulinarischen Angebots. Ob als Pellkartoffel mit Kräuterquark, Heringssalat oder Hausmacher Wurst – für jeden Geschmack war etwas dabei. Dazu gab es knusprige Kartoffelpuffer mit Apfelmus oder Lachscreme, hausgemachten Kartoffelsalat, Pommes frites und natürlich die traditionelle Kartoffelsuppe aus der Kanone.

Auch abseits der warmen Speisen gab es einiges zu entdecken. Am Stand der Familie Rücker konnten die Besucher Kartoffeln, Kürbisse und regionale Äpfel für den heimischen Vorrat erwerben. Imker Rainer Brunner hatte seinen Rembrücker Honig mitgebracht. Und wer nach den herzhaften Köstlichkeiten noch Lust auf etwas Süßes verspürte, wurde am Nachmittag in der Alten Schule fündig: Dort warteten selbstgebackene Kuchen auf die Gäste.

Allerdings meinte es der Wettergott diesmal nicht besonders gut mit den Veranstaltern. Schon kurz nach Beginn setzte Regen ein und machte den Aufenthalt im Freien zu einer feuchten Angelegenheit. Doch wer glaubte, dass sich die Rembrücker davon die Feierlaune verderben lassen würden, sah sich getäuscht. Kurzerhand wurden die Regenschirme aufgespannt, und unter ihrem Schutz wurde munter weitergegessen und geplaudert. Wer es lieber trocken mochte, fand in der Alten Schule ausreichend Platz, um Kartoffelpuffer und andere Leckereien in aller Ruhe zu genießen.

So zeigte sich einmal mehr, was das Kartoffelfest neben seinen kulinarischen Genüssen ausmacht: Es bringt Menschen zusammen, verbindet regionale Produkte mit gelebter Tradition und bietet Gelegenheit für Begegnungen über alle Generationen hinweg. Selbst der Regen konnte daran nichts ändern. In Rembrücken gilt eben auch beim Kartoffelfest: Wenn die Gemeinschaft stimmt, schmeckt die Kartoffel gleich doppelt so gut.

(Text: ah)