
Bei einem gewöhnlichen Konzert sitzen die Besucher im Publikum und lauschen den Darbietungen auf der Bühne. Bei „Hausen singt“ ist das anders: Hier wird nicht nur auf der Bühne gesungen, sondern der ganze Saal wird zum Chor. Die Sängerlust Hausen pflegt dieses besondere Konzept seit Jahrzehnten. Damit auch jeder mitsingen kann, stehen die Texte der gemeinsamen Lieder im Programmheft.
Zur Begrüßung erinnerte der Vorsitzende Harald Kiwitz an die lange Geschichte der Veranstaltung. Seit dem ersten „Hausen sing“ am 27. November 1966 habe sich aus einem Konzert eine feste Konzertreihe entwickelt. Eines sei jedoch immer gleichgeblieben: Die Veranstaltung solle volksnah bleiben und das Publikum aktiv einbeziehen. Besonders freute er sich über den Besuch von Lothar Keller, Ehrenvorsitzender der Sängerlust und einer der Mitbegründer von „Hausen singt“ vor genau 60 Jahren.
Musikalisch gestalteten die beiden Chöre der Sängerlust das Programm: der Chor 84 unter der Leitung von Stella Dörner und der you can!CHOR 2000 mit Chorleiter Peter Krausch. Als Gastchor bereicherte pro:ton aus Offenbach den Konzertabend. Der aus der Concordia Bieber hervorgegangene Chor widmet sich sowohl klassischer als auch populärer Chormusik. Das Programm bot eine abwechslungsreiche Reise durch verschiedene Stilrichtungen. Traditionelle Melodien wie „Laula kultani“ und „Wenn ich ein Vöglein wär“ standen neben klassischen Werken von John Dowland und Moritz Hauptmann. Auch bekannte Pop- und Rocktitel wie „Major Tom“ von Peter Schilling, „Nur ein Wort“ von Wir sind Helden und „Viva la vida“ von Coldplay fanden ihren Platz.
Ein besonderer Höhepunkt war die musikalische Verwandlung des Volksliedes „Wenn ich ein Vöglein wär“. Oliver Gies hatte die bekannte Melodie in vielen unterschiedlichen Stilrichtungen arrangiert und man hatte sich hier fünf für da Konzert ausgesucht: als Swing, Tango, Pop-Rock, Samba und Funk. So bekam das vertraute Lied immer wieder ein überraschend neues Gesicht.
Nach der Pause ging es mit weiteren bekannten Titeln wie „September“ von Earth, Wind and Fire, „So soll es bleiben“ von Adel Tawil und „Shut up and dance“ von Walk the Moon schwungvoll weiter. Auch ruhigere Stücke wie „The Road Home“ und „Fragile“ von Sting sorgten für musikalische Abwechslung. Natürlich durfte auch das Publikum wieder mitmachen. Bei „Wochenend‘ und Sonnenschein“ und „Let it be“ von den Beatles waren die Besucher ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen. Damit wurde das Bürgerhaus tatsächlich zu einem großen Chor.
„Hausen singt“ blieb somit seinem bewährten Konzept treu: ein Konzert, das Generationen und Musikrichtungen verbindet und die Grenze zwischen Bühne und Publikum verschwinden lässt. Denn hier gilt: Nicht nur zuhören, sondern mitsingen ist ausdrücklich erwünscht!
(Text: ah)
