Offenbach stärkt Kreislaufwirtschaft: Stadt wird Partner im Circle

Circle Cube. (Foto: Alex Habermehl)

Die Stadt Offenbach ist seit Oktober 2026 Partner im „Circle – der Ort für zirkuläres Bauen“. Mit der Partnerschaft geht die Stadt einen weiteren konkreten Schritt auf dem Weg zu einer zirkulären Wirtschaftsweise, zunächst mit dem Schwerpunkt Bauwirtschaft. Der „Circle“ mit Sitz am Offenbacher Hafen vereint knapp 100 Akteure aus der Bau- und Recyclingwirtschaft sowie der Wissenschaft aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gemeinsam arbeiten sie daran, Materialien möglichst lange und hochwertig im Stoffkreislauf zu halten, Recyclingquoten von Bauabfällen zu erhöhen, Transportwege zu optimieren und ressourcenschonende Lösungen für die Bauwirtschaft zu entwickeln.


„Wir alle wissen, dass Rohstoffe weltweit knapper werden. Kreislaufwirtschaft ist daher ein absolutes Zukunftsthema. Zwar werden laut Umweltbundesamt rund 90 Prozent der Bauabfälle verwertet, aber nur ein Bruchteil gelangt in eine hochwertige Kreislaufführung. Bloßes ‚Downcycling‘, bei dem Produkte mit geringerer Qualität entstehen, kann jedoch nicht das Ziel einer nachhaltigen Bauwirtschaft sein. Materialien sollen im Sinne eines echten Kreislaufs möglichst lange und hochwertig erhalten bleiben und verwendet werden. Insbesondere deshalb ist Kreislaufwirtschaft ein Wachstumsmarkt mit Zukunft“, betont Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach am Main. „Die darin liegenden Chancen machen es für uns zu einer strategischen Frage, das Projekt ‚Circle‘ zu unterstützen. Denn letztlich sollen davon auch unsere Bürgerinnen und Bürger profitieren.“

„Mit dem ‚Circle‘ haben wir in Offenbach ein starkes Netzwerk, das zeigt, wie Kreislaufwirtschaft beim Bauen praktisch funktionieren kann“, sagt Stadtkämmerer Martin Wilhelm. Die Stadt wolle das gebündelte Know-how von Fachleuten aus unterschiedlichen Bereichen nutzen und sich für einen zunehmend ressourcenschonenden Wirtschaftsstandort einsetzen.

Kreislaufwirtschaft als Teil der städtischen Standortstrategie

Die Partnerschaft im „Circle“ ist Teil der langfristigen strategischen Ausrichtung der Stadt und soll künftig stärker in der kommunalen Baupolitik verankert werden. Dazu gehören insbesondere Lösungen zur Wiederverwendung von Baumaterialien und der verstärkte Einsatz von Rezyklaten, wo dies technisch, wirtschaftlich und rechtlich sinnvoll und möglich ist. Für Offenbach ergeben sich Chancen für zusätzliche Wertschöpfung, weitere Unternehmensansiedlungen und perspektivisch neue Arbeitsplätze.

Gemeinsam zur Modellregion für Kreislaufwirtschaft

Auf der diesjährigen Immobilienmesse EXPO REAL haben die Städte Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden und Hanau gemeinsam mit dem „Circle“ und der Unterstützung des Landes Hessen eine Absichtserklärung für die „Initiative Kreislaufwirtschaft FrankfurtRheinMain“ unterzeichnet. Ziel ist es, die Metropolregion schrittweise zu einer Modellregion für Kreislaufwirtschaft zu entwickeln und dabei die Erfahrungen und wirtschaftlichen Kompetenzen der beteiligten Kommunen zusammenzuführen. Die Initiative soll dazu beitragen, wertvolle und knapper werdende Rohstoffe im Kreislauf zu halten, Lieferengpässen vorzubeugen, um die Region resilienter aufzustellen und einen Beitrag zum europäischen Ziel der Klimaneutralität zu leisten.

„Mit der Stadt Offenbach gewinnt der ‚Circle‘ einen wichtigen Partner. Die Vernetzung mit der öffentlichen Hand, dem größten Bauherrn Deutschlands, ist ein wichtiger Hebel für die Kreislaufwirtschaft. Wir freuen uns sehr, dass unsere ‚Heimatstadt‘ Offenbach auch hier Vorreiter sein will“, so Daniel Imhäuser, Initiator des Circle – der Ort für zirkuläres Bauen.

Kreislaufwirtschaft bei großen Bauprojekten mitdenken

Wie Kreislaufwirtschaft bei großen Transformationsprojekten konkret berücksichtigt werden kann, zeigt sich am Rückbau der ehemaligen KWU-Türme im Kaiserlei-Viertel. Die Hochhausgerippe werden seit Mai 2026 durch die ABG Frankfurt Holding kontrolliert und geschossweise zurückgebaut, um Platz für das neue Kaiser-Viertel zu schaffen. Das Abbruchmaterial soll dabei, wo möglich, beim Neubau wiederverwendet werden. Gerade bei der Entwicklung großer Quartiere stellt sich zunehmend die Frage, wie vorhandene Materialien weitergenutzt, hochwertig recycelt und in den Baustoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Mit der Partnerschaft im „Circle“ und der regionalen Initiative will Offenbach diese Ansätze langfristig weiterentwickeln. Perspektivisch soll die Kreislaufwirtschaft auch auf weitere Wirtschaftsbereiche wie die Chemie- und Pharmaindustrie ausgeweitet werden.

(Text: PM Stadt Offenbach)