Wieder wurde eine Frau in ihrem Zuhause ermordet. Gegen ihren Ehemann wurde bereits Haftbefehl erlassen. Der Mann hatte ein Annäherungs- und Kontaktverbot wegen Häuslicher Gewalt. Er hielt sich aber mehrfach nicht daran. Zurück bleiben drei Kinder. Allein im Jahr 2021 haben 113 Männer ihre (Ex-) Partnerin getötet. Tötungsversuche gab es fast täglich, zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik.
„Jede getötete Frau ist eine zu viel. Gleichzeitig sind Femizide im Grunde nur die Spitze des Eisbergs, die extremste Eskalationsstufe der Gewalt. Dahinter verbirgt sich ein immenses Ausmaß von Gewalt gegen Frauen, das hierzulande alltäglich ist – und über das trotzdem kaum gesprochen wird“, sagt M. Mohr vom Verein Frauen helfen Frauen e.V.
Im Falle der getöteten Frau verstieß der Mann mehrere Male gegen polizeiliche und juristische Maßnahmen. Kontakt- und Näherungsverbote sind schwierig zu kontrollieren und die Meldung des Verstoßes an die Polizei liegt immer noch in der Verantwortung der Frau.
Der Verein begrüßt daher die Bestrebungen des Landes Hessen eine Änderung im Gewaltschutzgesetz vorzuschlagen. Die polizeilichen Maßnahmen auszuweiten und bei Tätern eine elektronische Überwachung in Form einer Fußfessel nach Gewalt an Frauen einzuführen. „Es darf nicht die Aufgabe der Frau sein, für ihren Schutz zu sorgen. Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, sondern eine Straftat, die vom Staat verfolgt werden muss“, so die Mitarbeiterin des Frauenhauses weiter.
Im ‚Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt‘, der sogenannten Istanbul-Konvention, die seit Anfang Februar 2018 in Deutschland gilt, sollen Betroffene von geschlechtsbezogener Gewalt jeglicher Art effektiv geschützt und die Strafverfolgung von Tätern erleichtert werden. In der Konvention steht ganz klar, dass eine strafschärfende Berücksichtigung zu prüfen ist, wenn die Tat in einer Beziehung oder einer Ex-Beziehung stattfindet. Femizide verhindern heißt: umfassend in den Gewaltschutz investieren!
(Text: PM Frauen helfen Frauen e.V.)
