Koreanische Studierende informierten sich über die Praxis der MainArbeit

0
Spannende Einblicke in die Arbeit der MainArbeit, die Studierenden der Korea-Tech-Universität. Links Dr. Matthias Schulze-Böing, dritter von links Professor Changmin Keum, vierte von rechts Geschäftsführerin Susanne Pfau. (Foto: MainArbeit)

Arbeitsmarktpolitik, Bürgergeld und die Praxis des kommunalen Jobcenters MainArbeit standen im Mittelpunkt des Besuchs einer Studierendengruppe der Technischen Universität Korea (Tech University of Korea) in Siheung/Süd-Korea. Der frühere Geschäftsführer der MainArbeit, Dr. Matthias Schulze-Böing, erläuterte den rechtlichen Rahmen des Systems der Grundsicherung für Arbeitsuchende, die Rolle der Arbeitsförderung im Bürgergeld und die bisherigen Erfahrungen mit dem ursprünglichen im Jahr 2005 im Zusammenhang der Hartz-Reformen in Kraft getretenen Rechts.


Susanne Pfau, Geschäftsführerin des Jobcenters stellte die Praxis der Beratung und Arbeitsvermittlung dar und ging dabei auch auf aktuelle Herausforderungen wie Digitalisierung, die Integration von Migranten und die Förderung von Zielgruppen, etwa Alleinerziehenden ein. Besonderes Interesse hatten die koreanischen Studierenden eines erst vor einigen Jahren neu geschaffenen Studiengangs für Arbeitsmarktdienstleistungen an der Korea-Tech-Universität an Methoden der Arbeitsberatung und Arbeitsvermittlung.

Die MainArbeit pflegt schon seit über zehn Jahren Kontakte nach Korea und gilt dort als gutes Beispiel für die Umsetzung eines lokalen und kommunalen Ansatzes der Arbeitsmarktpolitik. Dr. Matthias Schulze-Böing war in diesem Zusammenhang schon mehrfach zu Tagungen und Vorträgen nach Korea eingeladen. Nach seiner Pensionierung Ende 2020 hat sich diese Zusammenarbeit weiter verstärkt. In einem Anfang dieses Jahres auf Koreanisch erschienenen Buch zur aktiven Arbeitsmarktpolitik in Europa verantwortete er zum Beispiel ein umfangreiches Kapitel zu Deutschland. „Die Arbeitsmarktpolitik hat in Korea noch nicht eine so lange Tradition wie in Deutschland. Erst Ende der 1990er Jahre baute man eine Arbeitsverwaltung auf und erst im Jahr 2021 wurde ein dem deutschen SGB II vergleichbares System der aktivierenden Grundsicherung eingeführt,“ erläutert Schulze-Böing. Ihn beeindrucke vor allem die Dynamik, mit der man in Südkorea die Modernisierung der Arbeitsmarktpolitik angehe. Dabei sei man stets offen für Innovationen und schaue sich dabei die Erfahrungen in Europa, Australien und den USA immer wieder genau an, um für das eigene Land das beste System zu entwickeln.

Stadtkämmerer und Sozialdezernent Martin Wilhelm freut sich über den Austausch mit der Universität. „Voneinander zu lernen und den eigenen Horizont zu erweitern ist wichtig. Durch den Austausch mit den Studierenden aus Korea schauen wir auch selbst noch einmal aus einer anderen Perspektive auf unsere Prozesse und stärken und pflegen Kontakte mit spannenden Partnern.“

(Text: PM Stadt Offenbach)