Amtsinhaber Joachim Schledt ist der einzige Kandidat für die Münsterer Bürgermeister-Wahl 2026

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Einziger Bewerber am 15. März und wahrscheinlich Münsters Bürgermeister bis 2032: Amtsinhaber Joachim Schledt hat bei der Wahl keinen Gegenkandidaten. Eine dritte Amtszeit schließt er aus: „Das wird mein letzter großer Vertrag“, kündigt er an. Beginnen würde eine zweite Amtszeit am 5. Oktober. (Foto: jedö)

Seit letzter Woche ist es offiziell: Joachim Schledt ist der einzige Kandidat für die Münsterer Bürgermeister-Wahl am 15. März. Bis zum Fristende reichte außer dem parteilosen Amtsinhaber kein weiterer Bewerber die entsprechenden Unterlagen im Rathaus ein. Noch im alten Jahr hatte in Marcus Milligan der Kandidat der CDU auf Druck seiner Partei seine schon eingereichte Bewerbung wieder zurückgezogen (wir haben berichtet).


Damit ist es sehr wahrscheinlich geworden, dass Schledt bis in den Herbst 2032 Verwaltungschef der Gemeinde bleiben wird. Seine erste sechsjährige Amtszeit endet am 4. Oktober; tags drauf würde seine zweite Wahlperiode beginnen. Einfacher als im Falle eines echten Wahlkampfes mit Kontrahenten wird es für den 57-Jährigen damit ohne Frage, doch ein Automatismus ist seine erneute Wahl nicht. Denn auf dem Zettel, den mehr als 11 000 wahlberechtigte Bürger in Münster, Altheim und Breitefeld ab Mitte Februar per Briefwahl oder am 15. März im Wahllokal ausfüllen dürfen, werden bei nur einem Kandidaten zwei Felder abgedruckt sein. Hier können die Wähler mit Blick auf Kandidat Schledt „Ja“ oder „Nein“ ankreuzen. Mindestens 50 Prozent (plus eine Stimme) der abgegebenen Stimmzettel müssen dabei ein „Ja“-Kreuz aufweisen, damit der Bürgermeister am 5. Oktober seine zweite Amtszeit antreten darf. Relevant ist dabei nur das Verhältnis von „Ja“- zu „Nein“-Stimmen. Einer Mindestzahl an Wählern bedarf es nicht. Theoretisch würde es reichen, wenn nur eine Person zur Wahl gehen und mit „Ja“ abstimmen würde, sofern niemand mit „Nein“ votieren würde.

Schledt selbst hofft freilich auf eine Wahlbeteiligung von „mehr als 70 Prozent“. Nachdem nun klar ist, dass er im Wahlkampf ein Solo vor sich hat, fühle er sich „schon erleichtert. Der innere Druck ist weniger geworden.“ Marcus Milligan habe er als „ernstzunehmenden Kandidaten“ wahrgenommen. Als der zurückzog, weil seine Partei wegen Unzufriedenheit mit Milligans Wahlkampf ihm die weitere Unterstützung versagte, ahnte Schledt bereits, dass er der einzige Bewerber bleiben dürfte. Aus demokratischer Sicht sei das Fehlen einer echten Auswahl eher unerfreulich, „für mich persönlich ist es so natürlich angenehmer“, gibt Schledt zu. Dass ihn niemand sonst mehr habe herausfordern wollen und ihn sogar die örtliche FDP und ALMA-Die Grünen zur Wahl empfohlen hätten, sei aber auch „eine Bestätigung meiner Leistung“.

Auf den 15. März blickt Joachim Schledt hinsichtlich seiner persönlichen Zustimmungswerte dann auch optimistisch voraus – zumal selbst die CDU, die ihn eigentlich stürzen wollte, zumindest bisher nicht dazu aufgerufen hat, gegen Schledt zu stimmen. „Es wird hochspannend, wie sich die CDU-Wähler verhalten werden“, glaubt der Rathaus-Chef. Unabhängig davon habe er „den Eindruck, dass ich von den Bürgern relativ viel Anerkennung erhalte“.

Seinen Wahlkampf will der aktuelle und wahrscheinlich auch künftige Münsterer Bürgermeister im überschaubaren Rahmen halten. Öffentliche Auftritte über seine normalen Amtsgeschäfte hinaus plane er nicht und werde auch nur an wenigen prominenten Stellen plakatieren. Auf den digitalen Kanälen hat er bereits eine Rückschau auf das Erreichte der vergangenen Jahre veröffentlicht. Sein Programm gibt er bereits auf der Website www.joachim-schledt.de preis.

Festgelegt hat der parteilose Verwaltungschef, der vor seiner ersten Wahl 2020 als Personalleiter bei Alnatura arbeitete, dass er 2032 nicht mehr für eine dritte Amtszeit antreten werde: „Das wird mein letzter großer Vertrag“, blickt er auf seine mögliche Wiederwahl in wenigen Wochen voraus. Auch an seinem Wohnort – Schledt lebt mit seiner Familie in Eberstadt – plane er im Falle einer zweiten Amtszeit nichts zu ändern.

(Text: jedö)