Lang anhaltender Stromausfall: Der Hochtaunuskreis ist gewappnet

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Eine THW-Einheit aus dem Saarland simuliert bei der Taurus-Übung 2023 die Notversorgung eines Altenheims in Schmitten. (Foto: Hochtaunuskreis)

Der große Stromausfall in Berlin hat zu Jahresbeginn gezeigt, wie wichtig es für Katastrophenschutz und Allgemeine Gefahrenabwehr ist, auf solche Szenarien gut vorbereitet zu sein. Im Hochtaunuskreis hat das Thema bereits seit Jahren einen prominenten Platz auf der Agenda. „Unsere Gesellschaft ist mehr denn je von einer funktionierenden Infrastruktur abhängig. Die Stromversorgung ist eine der zentralen Säulen dieser Infrastruktur; ein längerer Ausfall bewirkt einen Domino-Effekt, der lebensbedrohlich sein kann“, betont Landrat Ulrich Krebs und führt aus: „Deswegen hat der zuständige Fachbereich Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Hilfsorganisationen Strategien entwickelt, wie einer solchen Ausnahmesituation effektiv zu begegnen ist.“


Herausforderungen gehen weit über das Fehlen von Licht oder Strom hinaus

Die Herausforderungen, die ein längerer Stromausfall mit sich bringt, gehen weit über das Fehlen von Licht oder Strom für die heimischen elektronischen Geräte hinaus. „Angefangen von den Heizungen über die Wasserversorgung, Ampeln, Supermarktkassen, Tankstellen, Kommunikationskanäle bis hin zu den Auswirkungen auf besonders vulnerable Personengruppen wie Kleinkinder, Senioren oder Menschen, die auf medizinische Versorgung durch elektrisch betriebene Geräte angewiesen sind“, verdeutlicht Wolfgang Reuber, Manager für Sonderlagen beim Kreis, das breite Spektrum, das es im Katastrophenschutz zu berücksichtigen gilt.

Dabei bleibt es im Hochtaunuskreis nicht dabei, Einsatzpläne auf Papier zu bringen und Daten zur kritischen Infrastruktur zu erheben, beziehungsweise aktuell zu halten. In diesem Zusammenhang verweist Krebs unter anderem auf die 24-stündige Großübung „Taurus“, bei der bereits im November 2023 ein entsprechendes Szenario unter Beteiligung unter anderem von Katastrophenschutzstab, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Hilfsorganisationen, Polizei und Zentraler Leitstelle durchgespielt wurde.
Dabei wurden verschiedene Teilaspekte wie die Warnung und Information der Bevölkerung, die Versorgung mit Trinkwasser sowie die Notstromversorgung von Rettungswachen, Heimen und Anlaufstellen für Bürgerinnen und Bürger (Feuerwehr-Gerätehäuser als Notfallinformationspunkte /„Leuchttürme“) in der Praxis geübt. Auch die Verlegung von Pflegebedürftigen von daheim in stationäre Einrichtungen war ein Übungsbestandteil; hier wurden jedoch keine Betroffenen transportiert.

Aus der Taurus-Übung zwei grundlegende Erkenntnisse gewonnen

„Wir haben aus der Taurus-Übung zwei grundlegende Erkenntnisse gewonnen“, sagt Reuber. „Zum einen hat sich gezeigt, dass die im Hochtaunuskreis entwickelten Einsatzpläne dem Praxistest gut standhalten. Zum anderen hat uns die Übung natürlich auch Verbesserungspotenzial aufgezeigt.“ So passe man die Pläne laufend an – beispielsweise bei der Notversorgung mit Trinkwasser – und setze bei der Ausbildung von Helfern entsprechende Schwerpunkte.

Einen größeren, jedoch im Vergleich zu Berlin deutlich kürzere Stromausfall hatte es am Montag auch in Neu-Isenburg gegeben. Das Risiko eines Stromausfalls könne man nicht beeinflussen. „Aber wir können die Auswirkungen auf ein beherrschbares Maß reduzieren“, ist sich Reuber sicher. Dazu bedürfe es jedoch nicht nur des Einsatzes der vielen, zumeist ehrenamtlichen Helfer, sondern auch des gesellschaftlichen Zusammenhalts, etwa indem Nachbarn einander unterstützen und auf Hilfebedürftige zugehen.

Nicht nur Behörden und Einrichtungen können sich gegen einen längeren Stromausfall wappnen. Auch Bürgerinnen und Bürger können sich vorbereiten. Hierzu lohnt ein Blick auf die Webseite des Hochtaunuskreises auf https://www.hochtaunuskreis.de/Landkreis/Gefahrenabwehr/Katastrophenschutz/ sind zahlreiche Informationen und Handlungsempfehlungen für den Fall eines längeren Stromausfalls zusammengestellt. Zudem findet sich unter dem dortigen Punkt „Stromausfall – großflächig und langanhaltend“ auch die Auswertung der TAURUS-Übung von 2023.

(Text: PM Hochtaunuskreis)