Technische Lösungen sollen vertiefend geprüft werden
Um die Trinkwasserversorgung des Offenbacher Stadtgebiets sicherzustellen, erhält der Wasserversorger ZWO seit August 2025 zusätzliches Trinkwasser von Hessenwasser. Dieses am Kaiserlei ins Offenbacher Leitungsnetz eingespeiste Wasser wird in Abstimmung mit dem Frankfurter Stadtgesundheitsamt bereits auf Frankfurter Stadtgebiet vorsorglich leicht gechlort. Es entspricht vollständig den gesetzlichen Anforderungen der deutschen Trinkwasserversorgung und ist hygienisch einwandfrei. Besonders im Hafenviertel ist diese Chlorung aber bis heute noch an manchen Tagen wahrnehmbar. Deshalb ist die Stadt bestrebt, Lösungen zu finden, um den Chlorgeruch möglichst vollständig beseitigen zu können. Bürgermeisterin Sabine Groß betont: „Unser Ziel ist es, für alle Offenbacherinnen und Offenbacher eine vergleichbare hohe Wasserqualität in allen Teilen der Stadt zur Verfügung stellen zu können.“
Zwischenzeitlich hat Hessenwasser die Beimengung des Wassers verändert, das über Frankfurt nach Offenbach geliefert wird. In Folge dessen ist das Chlor nur noch an manchen Tagen im Hafen zu riechen. „Das hat durchaus zu Verbesserungen geführt, die Qualität kann aber nicht verlässlich für jeden Tag gewährleistet werden. Ich war selbst einige Male im Hafen und habe das Wasser verkostet und stehe mit einigen Bewohnerinnen und Bewohnern in regelmäßigem Kontakt dazu. Ebenso überprüft das Gesundheitsamt natürlich weiterhin die Wasserqualität. Wir brauchen eine dauerhafte Lösung“, erläutert Bürgermeisterin Groß. „Deshalb sehen wir seitens der Stadt weiteren Handlungsbedarf.“ Das bestätigt auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke, der deutlich macht, dass der hauptamtliche Magistrat geschlossen eine dauerhafte Lösung anstrebt: „Wir möchten nicht nur formal und hygienisch einwandfreies Wasser, das der Trinkwasserverordnung entspricht. Wir möchten, dass die Wasserqualität auch in Zukunft überall in Offenbach weitgehend gleich ist. Denn wir werden in den nächsten Jahren, ebenso wie etwa Frankfurt oder Hanau, inmitten des wachsenden Rhein-Main-Gebiets noch mehr zugeliefertes Wasser benötigen.“
In den vergangenen Wochen hat der ZWO auf Bitten des Offenbacher Magistrats bereits technische Lösungen vorgeprüft, insbesondere den Einbau eines zentralen Aktivkohlefilters am Kaiserlei, eine Entlüftung der Hafenleitung und die Verlängerung der Hafenleitung zu einer Ringleitung. Die Hafenleitung ist aufgrund der Lage der Hafeninsel derzeit eine „Sackleitung“ – das gechlorte Wasser kann sich dort nicht wie im restlichen Stadtgebiet mit dem chlorfreien ZWO-Wasser im Leitungsnetz vermischen.
Allerdings lassen alle bisherigen Prüfungen derzeit noch die Frage offen, was wirksam und realisierbar ist. Mit Blick auf einen zentralen Aktivkohlefilter am Kaiserlei ist beispielsweise vertiefend zu prüfen, an welchem Standort dieser überhaupt gebaut werden kann. Bürgermeisterin Groß ergänzt: „Wir möchten in Erfahrung bringen, was an welcher Stelle wirklich wirksam ist und am Ende braucht es dann auch eine bezahlbare Lösung. Wir bereiten nun seitens der Stadt die Beauftragung externer Fachleute vor, um die offenen Fragen gemeinsam mit dem ZWO verlässlich zu klären und gegebenenfalls noch weitere Lösungsansätze zu finden. Das kostet zwar jetzt noch etwas Zeit, im Ergebnis bekommen wir dann aber eine fundierte Grundlage, um auch im Hinblick auf die Kosten eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen zu können.“
(Text: PM Stadt Offenbach)


