
Gesundheitseinrichtungen im Kreis sind ein Wohlstandsgarant
„Die Gesundheitseinrichtungen des Landkreises Darmstadt-Dieburg sichern die medizinische Versorgung und wirken gleichzeitig als Stabilisator sowie Treiber des wirtschaftlichen Wohlstandes im ländlich geprägten Raum Südhessens.“ Zu dieser Aussage kommt eine Studie des unabhängigen WifOR Institutes aus Darmstadt, die im Auftrag des Landkreises Darmstadt-Dieburg erstellt wurde und den Titel „Die volkswirtschaftlichen Effekte der Gesundheitseinrichtungen des Landkreises Darmstadt-Dieburg“ trägt. Diese Studie wurde nun bei einem Dialogforum im Kreistagssitzungssaal im Kreishaus in Kranichstein vorgestellt. „Es ist das erste Mal, dass es eine solche Studie in Deutschland gibt“, sagte Dr. Richard Scholz, Head of Impact Analysis beim WifOR Institute. Beauftragt wurde sie von der Sparkasse Darmstadt und Dieburg sowie vom Landkreis. Landrat Klaus Peter Schellhaas zeigte sich überrascht davon, „wie klar die Aussage dieser Studie ist.“
Zu den Gesundheitseinrichtungen des Landkreises zählen die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg mit dem Krankenhaus in Groß-Umstadt und der Spezialklinik in Jugenheim, die Seniorendienstleistungs gemeinnützige GmbH Gersprenz mit fünf Pflegeheimen und das Zentrum der medizinischen Versorgung Darmstadt-Dieburg mit sieben Medizinischen Versorgungszentren an sechs Standorten. Zur Motivation für die Studie sagte Landrat Schellhaas: „Alle, die bei uns arbeiten, haben das Gefühl, etwas Gutes zu tun, den Menschen zu helfen, und dafür gehen sie an ihre Belastungsgrenzen. Wenn sie dann nur als Kostenfaktor gesehen werden, dann tut das diesen Menschen weh.“
Untersucht wurde das Jahr 2023
Die Analyse zeigte vor etwa 60 Zuhörern, die zum Teil auch aus umliegenden Kliniken kamen, dass die Gesundheitseinrichtungen des Kreises nicht nur zur regionalen Gesundheitsversorgung beitragen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region leisten: So kommen die Einrichtungen kumuliert auf eine Bruttowertschöpfung – alle produzierten Güter und Dienstleistungen – von rund 80,76 Millionen Euro bei 1539 Beschäftigten. Wird dieser ökonomische Fußabdruck auf Bundesebene hochgerechnet ergeben sich 158,62 Millionen Euro an Bruttowertschöpfung und 2386 Beschäftigte. Das bedeutet, dass 2023 auf Bundesebene jeder Euro direkter Wertschöpfung der Gesundheitseinrichtungen des Landkreises zusätzlich etwa 96 Cent an Wertschöpfung auslöste und jeder direkte Arbeitsplatz im Landkreis unterstützte im Durchschnitt 0,55 weitere Jobs.
Hinzu kommen Löhne und Gehälter in Höhe von 78,26 Millionen Euro, die 2023 gezahlt wurden – an Beschäftigte, die nahezu vollständig in der Region leben. Somit waren die Gesundheitseinrichtungen Lebensgrundlage zahlreicher Haushalte. Zudem führten die wirtschaftlichen Aktivitäten der Einrichtungen des Kreises zu fiskalischen Gesamteffekten von 52,24 Millionen Euro. Ein signifikanter Beitrag zum Steuersystem.
„Beeindruckend“ nannte Dr. Richard Scholz auch das Ergebnis, dass jeder investierte Euro an Fördermitteln und Zuschüssen für die Kliniken – im Jahr 2023 waren dies 18,71 Millionen Euro, wobei 44 Prozent davon Fördermittel des Landes waren und 56 Prozent Verlustausgleich durch den Landkreis – 4,32 Euro an direkter regionaler Wertschöpfung ermöglicht. Nicht eingerechnet wurden laut Dr. Scholz die volkswirtschaftlichen Effekte, die dadurch entstehen, dass Menschen in den Gesundheitseinrichtungen ja gesünder gemacht werden und damit beispielsweise nicht berufsunfähig oder früher verrentet werden und damit das Sozialsystem nicht belasten. Dann wären die Zahlen noch höher.
Laut WifOR-Studie wird somit sichtbar, dass die Gesundheitseinrichtungen des Kreises nicht als Kostenfaktor, sondern als strategische Investition in Wohlstand und gesellschaftliche Stabilität zu verstehen sind.
„Wir sind selbst ein großer Arbeitgeber in der Region und brauchen gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das ist unsere wichtigste Ressource – deshalb darf dieses Thema auch nicht nur von den Kostenstellen her betrachtet werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Darmstadt und Dieburg, Dr. Sascha Ahnert, zur Motivation, warum die Sparkasse einen Teil der Kosten für die Studie übernommen hat: „Die Studie zeigt zudem klar die positiven volkswirtschaftlichen Effekte für die Region. Das bestärkt uns in der Aufgabe, die regionale Gesundheitswirtschaft zu unterstützen. Wir sind ja auch Kreditgeber der Kliniken.“
Balance zwischen der Gesundheit der Patienten und den betriebswirtschaftlichen Zahlen
„Wir haben ja jeden Tag die Balance zwischen der Gesundheit der Patienten und den betriebswirtschaftlichen Zahlen“, sagte Klinik-Betriebsleiter Christoph Dahmen, „aber die betriebswirtschaftliche Seite hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter zugespitzt, denn die Finanzierung von Bund und Land stimmt seit Jahren nicht mehr. Deshalb sind wir froh, dass die volkswirtschaftliche Sichtweise nun mit einbezogen wird.“
Er sei dankbar, wenn durch diese bundesweit bislang einmalige Studie eine Debatte angestoßen werde in der Politik, die über die reine Kostenbetrachtung hinausgehe, sagte Landrat Schellhaas. Die Studie soll nun auch den Mitgliedern des Kreistags zur Verfügung gestellt werden: „Sie wird unsere Probleme nicht lösen“, sagte Schellhaas, „es wäre uns aber schon viel geholfen, wenn wir die Debatte verändern könnten.“ Diese beginne aber erst jetzt. „Wir haben erstmal einen Stein ins Wasser geschmissen“, so der Landrat.
(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)

