Offenbach: Streichholzkarlchen wird Ampelmännchen

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Das Ampelmännchen in grün und rot. (Foto: Stadt Offenbach / Katja Lenz)

Der Offenbacher Karl Winterkorn (1880-1939) war ein Original: Seit den 1910er Jahren bis kurz vor seinem Tod zog er durch die Offenbacher Lokale und verkaufte Streichhölzer. Er war beliebt und man begegnete dem kleinen Mann mit großem Respekt. Karl Winterkorn war in der Stadt als „”Streichholzkarlchen” bekannt. Er selbst bezeichnete sich selbstbewusst als Holzhändler. Seit 1999 erinnert eine Skulptur auf dem Wilhelmsplatz an den liebenswerten Kerl und seit Neuestem auch die Fußgängerampel an der Kreuzung Bieberer Straße/ Waldstraße.


Bürgermeisterin Sabine Groß erklärt: „Das Streichholzkarlchen gehört zu Offenbach wie der Wilhelmsplatz oder der Apfelwein. Erzählungen über ‚Streichholzkarlchen‘ kenne ich seit meiner Kindheit. Die Ampel mit dem Streichholzkarlchen ist eine weitere liebevolle Hommage an Karl Winterkorn und hält damit ein Stück Offenbacher Stadtgeschichte mitten in der Stadt lebendig.“

Die Stadtverordneten hatten einen entsprechenden Beschluss gefasst, den das Amt für Mobilität mit Unterstützung der Hochschule für Gestaltung (HfG) nun umgesetzt hat: Am dort angesiedelten OIMD – Offenbach Institut für Mobilitätsdesign gestalteten Prof. Peter Eckart, Daniel Rese, Annika Storch und Marie Bünner, Studentin der HfG, die Figur des Streichholzkarlchens als „gehendes“ und „stehendes“ Männchen für die Fußgängersignale.

„Es war ein besonders motivierendes Projekt für mich“, sagt die angehende Designerin, „da ich immer das Ziel vor Augen hatte, dass die beiden Ampelmännchen auch in der Stadt umgesetzt werden.“ Grundlage für ihren Entwurf war die Skulptur der Offenbacher Steinmetzin Judith Quartier auf dem Wilhelmsplatz. In einem aufwendigen Prozess entstand jetzt das Ampelmännchen. Aus rechtlichen Gründen erscheinen die neuen Symbole zusätzlich zu den bekannten regelkonformen Ampelmännchen.

(Text: PM Stadt Offenbach)