Die Planungen für die B-38-Umgehung für Groß-Bieberau sind einen entscheidenden Schritt vorangekommen: Im Dezember konnte die vom Landkreis Darmstadt-Dieburg betriebene Vorplanung für das Projekt abgeschlossen werden. Als Ergebnis liegt nun eine Vorzugsvariante vor, die im Osten der Stadt liegt und sich als umweltverträglichste Variante herausgestellt hat. Sie entspricht Variante B der vier untersuchten Trassenvarianten. Das Bundesministerium für Verkehr hat dieser Variante nun die Zustimmung erteilt. „Das bedeutet für uns, dass wir nun den bislang erfolgreich verlaufenden Planungsprozess fortsetzen können“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, „das hatten wir ja auch im Vorfeld so signalisiert. Und natürlich stehen wir zu unserem Wort. Insgesamt muss ich sagen, dass es mich sehr freut, dass die Planung bislang so ruhig und schnell voranging. Schließlich warten ja viele Menschen auf diese Straße. Nicht nur die Groß-Bieberauer, sondern auch die Menschen aus dem Odenwaldkreis.“
2021 hatte der Landkreis eine Planungsvereinbarung mit dem Land Hessen, der Stadt Groß-Bieberau und dem Odenwaldkreis abgeschlossen, um die Planung zu beschleunigen. Das Land hatte keine Planungskapazitäten für die Umgehung frei, also sprang der Landkreis ein. Nachdem die Vorplanung nun abgeschlossen ist, stehen die nächsten Planungsschritte an. Sie umfassen die Entwurfsplanung und die Erstellung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren. Bei der Entwurfsplanung, dem nächsten Schritt, werden kontinuierlich verschiedene Behörden, anerkannte Naturschutzverbände und Interessenverbände wie die der Landwirtschaft beteiligt. Weitere Anregungen werden auch im Rahmen einer Bürgerbeteiligung, die noch in diesem Jahr vorgesehen ist, aufgenommen.
Für die Entwurfsplanung des etwa 2,5 Kilometer langen und geschätzt 18 Millionen Euro teuren Bauprojekts wird von einer Planungszeit von etwa zwei Jahren ausgegangen. Im dritten Quartal 2026 soll die Entwurfsplanung begonnen werden.
Der Landkreis hatte, um Zeit zu sparen, parallel zur Prüfung durch das Bundesministerium das Vergabeverfahren zur Beauftragung eines Projektsteuerungsbüros betrieben. Der Auftrag ging nun an das Büro Drees & Sommer aus Frankfurt. Die Planer hatten bereits die Linienfindung begleitet. „Ich freue mich wahnsinnig darüber, wie gut alles bislang funktioniert“, sagt auch die Groß-Bieberauer Bürgermeisterin Anja Vogt. „Meine Wahrnehmung ist, dass dieses Projekt bislang wie ein Vorzeigeprojekt läuft. Ich bin mir sicher, dass dies die Bürgerinnen und Bürger von Groß-Bieberau auch zu schätzen wissen.“
Mit dem Bau der B-38-Ortsumgehung soll die Reisezeit in den Odenwald und die Metropolregion FrankfurtRheinMain reduziert werden. Gleichzeitig wird dadurch die Ortsdurchfahrt von Groß-Bieberau deutlich entlastet und die Verkehrssicherheit erhöht. Durch die Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastung wird darüber hinaus die Lebensqualität der Anwohner verbessert. Groß-Bieberau ist der letzte Ort entlang der Bundesstraße 38 bis Reichelsheim, der noch keine Umgehung hat.
(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)

