
Am Mittwoch, 21. Januar, haben Ina Hartwig, Dezernentin für Kultur und Wissenschaft, Kulturamtsleiterin Sybille Linke und Patrick S. Föhl, externer Begleiter der Kulturentwicklungsplanung, den Kulturentwicklungsplan (KEP) der Stadt Frankfurt bei einer Pressekonferenz vorgestellt.
Breite Mitwirkung aus der Kulturszene über vier Jahre lang
Der KEP wurde in den Jahren 2021 bis 2025 in einem umfassenden partizipativen Prozess unter breiter Mitwirkung der Frankfurter Kultureinrichtungen und von freien Kulturschaffenden sowie Fachleuten aus angrenzenden Disziplinen und der interessierten Öffentlichkeit erarbeitet. Er bildet den strategischen Rahmen für die aktuellen und laufenden Transformationsprozesse in der Kultur und definiert Leitlinien, Handlungsfelder und Maßnahmen für die kulturelle Zukunft Frankfurts.
Hartwig sagt: „Kultur gestaltet ganz wesentlich unser gesellschaftliches Zusammenleben. Zugleich verändern Transformationsprozesse in der Gesellschaft insgesamt auch die Rahmenbedingungen für die Kultur. Beide Blickrichtungen haben uns bei der Erarbeitung des Kulturentwicklungsplans geleitet. Der KEP markiert vorerst den Höhepunkt des Prozesses, den wir 2021 begonnen haben, um die Weichen für die zukünftige Entwicklung der Kultur in unserer Stadt zu stellen. Besonders wichtig war mir dabei die breite Beteiligung aus Kultur, erweitertem Fachdiskurs und Stadtgesellschaft, denn an das Kulturangebot in einer europäischen Metropole wie der unseren werden heute vielfältige und komplexe Anforderungen gestellt, für die wir nur gemeinsam gute Lösungen finden können. Allen Beteiligten möchte ich daher herzlich danken. Der Kulturentwicklungsplan ist ein absoluter Meilenstein für die Zukunft der Kultur in unserer Stadt.“
Bei der Entwicklung kam strukturiertes, dreistufiges Verfahren zum Einsatz
Der Kulturentwicklungsplan wurde in einem strukturierten, dreistufigen Verfahren aus Erhebungs-, Beteiligungs- und Konzeptionsphase erarbeitet. In den einzelnen Prozessphasen kam dabei ein breiter Mix aus unterschiedlichen Befragungs- und Beteiligungsformaten zum Einsatz. Diese wurden von Patrick S. Föhl, Leiter des Netzwerk Kulturberatung und externer Prozessbegleiter der Kulturentwicklungsplanung, methodisch verantwortet. Föhl sagt: „Der Kulturentwicklungsplan Frankfurt steht für eine neue Generation strategischer Kulturplanung. Mit innovativen Methoden wie dem ‚kep.lab‘ konnten wir Analyse, Beteiligung und aktuelle Diskurse der Kulturentwicklung auf neue Weise miteinander verbinden. So ist ein Plan entstanden, der aus Frankfurt für Frankfurt viele konkrete Transformationsprozesse anstoßen und auch bundesweit sowie international wahrgenommen wird.“
Schwerpunkte: Kulturelle Teilhabe, Digitalisierung und Verbesserungen für freie Szene
Schwerpunkte des KEP sind die Stärkung der Teilhabe der vielfältigen Frankfurter Stadtgesellschaft am Kulturangebot, die Potentiale und Herausforderung der Digitalisierung für Kunst, Kultur und Gesellschaft sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der freien Kulturszene. Hartwig betont: „Vor fast fünfzig Jahren hat mein Amtsvorgänger Hilmar Hoffmann sein Programm einer Demokratisierung der Kultur auf die Formel ‚Kultur für alle‘ gebracht und damit die kulturpolitische Debatte geprägt – nicht nur in Frankfurt, sondern bundesweit. An sein Credo knüpfen wir heute in vielfacher Hinsicht an, auch wenn in der heutigen Zeit die Herausforderungen in Kultur und Gesellschaft vielleicht noch komplexer geworden sind. Denn Frankfurt als internationale deutsche Großstadt ist seit den 1970er und 1980er Jahren sichtbar vielfältiger geworden. ‚Kultur für alle‘ bedeutet daher heute insbesondere, auch die Vielfalt und Pluralität unserer Stadtgesellschaft in den Blick zu nehmen und gezielt die kulturelle Teilhabe der Frankfurterinnen und Frankfurter mit Zuwanderungsgeschichte zu befördern. Auch hierfür zeigt der KEP gute Wege und Möglichkeiten auf.“
Linke sagt: „Den Kulturentwicklungsplan haben Kulturdezernat und Kulturamt unter der fachlichen Begleitung von Dr. Patrick S. Föhl und der breiten Mitwirkung aus Kultur und Stadtgesellschaft zusammen erarbeitet. Der KEP ist insofern das Ergebnis eines ko-kreativen Prozesses, in dem Kultur, Politik, Verwaltung und Bürger:innen zentrale Fragestellungen bearbeitet haben, die für die Frankfurter Kultur von morgen relevant sind. Das Motto ‚Miteinander Zukunft gestalten‘ hat uns also schon bei der Erarbeitung geleitet. Als Kulturamt haben wir auch zukünftig eine Schlüsselfunktion für die Umsetzung des Kulturentwicklungsplans, vor allem als Moderatoren eines gemeinsamen Prozesses. Dafür wollen wir unsere Strukturen im Kulturamt weiterentwickeln und neue Zuständigkeiten schaffen. Erste Schritte hierzu sind bereits auf den Weg gebracht, etwa mit der Einrichtung des neuen Fachbereichs Kulturentwicklung, weitere sollen folgen.“
KEP als rollende Planung angelegt
Die Umsetzung des KEP soll in den kommenden Jahren schrittweise und unter Berücksichtigung gesamtstädtischer Entwicklungen und aktueller politischer Prioritätensetzung erfolgen. Der KEP ist als rollende Planung angelegt. In regelmäßigen Abständen werden die Maßnahmen und die nächsten Schritte zu ihrer Umsetzung überprüft und der KEP fortgeschrieben, um auf veränderte Ausgangssituationen zu reagieren und neue Entwicklungen zu integrieren. So kann der KEP flexibel auf sich verändernde Bedarfe reagieren und seine Funktion als kulturpolitisches Leitdokument auch langfristig erhalten. Hierdurch kann er kulturelle Transformationsprozesse in Frankfurt bestmöglich unterstützen.
Die digitale Fassung des KEP der Stadt Frankfurt sowie weitergehende Informationen zum Prozess finden sich unter kep-ffm.de.
(Text: PM Stadt Frankfurt)
