Rhein-Main-Unternehmen im Nachhaltigkeitscheck – wie gehen sie vor?

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(Symbolbild: Scott Graham auf Unsplash)

Mit ihren Wirtschaftszentren und Wissensmetropolen hat die Rhein-Main-Region seit jeher zwei Dinge verbunden: gewinnbringende Geschäftsmodelle und gesellschaftliche Verantwortung. Da ist es kein Wunder, dass viele regionale Betriebe Nachhaltigkeitsvorreiter sind. An ihrem Beispiel kann man lernen, warum gerade die Nachhaltigkeit heute ein wirtschaftlicher Schlüsselfaktor ist.


Das moderne Nachhaltigkeitsverständnis ist mehrdimensional

Grundsätzlich bedeutet nachhaltiges Wirtschaften, dass man mit Ressourcen nachhaltend umgeht. Seinen Ursprung hat der Begriff im Bereich der Forstwirtschaft. Hier war er mit dem Ziel verbunden, nur so viele Bäume zu fällen, dass der Waldbestand erhalten bleibt. Unter dem Einfluss der Umweltbewegung wurde die ökologische Seite sehr wichtig. Heute wird Nachhaltigkeit mehrdimensional gedacht. Die Basis für dieses Verständnis bildet das Drei-Säulen-Modell. Nach ihm hat Nachhaltigkeit eine ökologische, eine soziale und eine ökonomische Seite.

Nachhaltigkeit lohnt sich – gerade im regionalen Kontext

Gerade für regionale Unternehmen lohnt sich die Verbindung der drei Säulen der Nachhaltigkeit. Anders als beim Großkonzern mit ausgelagerter Billigproduktion sind Arbeitsbedingungen und die Produktion vor Ort präsent. Wer sich nachhaltig präsentiert, profitiert. Grüne Vorzeigeunternehmen trifft der Fachkräftemangel oft weniger hart und ihre Mitarbeiter scheinen motivierter. Der schonende Umgang mit Ressourcen spart Energiekosten. Und wer sein Nachhaltigkeitsmanagement professionell aufbaut, wird staatlichen Anforderungen schnell gerecht, übertrifft sie sogar.

Nachhaltigkeit mit strategischer Unternehmenssteuerung verbinden

Erfolgreiche Unternehmen gehen mit Plan vor. Sie haben im Hinterkopf, wo es eine Dokumentation braucht. In ihrer Organisation machen sie Nachhaltigkeit zur Querschnittsaufgabe und verbinden das mit der strategischen Unternehmensentwicklung. Mit einem Standardkatalog ist das schwer machbar. Man muss einen Plan entwickeln, der die Voraussetzungen des einzelnen Betriebs berücksichtigt und sie priorisiert. In der Forschung wurde dafür die Methode der Wesentlichkeitsanalyse entwickelt.

Nicht jedes Unternehmen hat Experten dafür. Dank spezialisierter Software braucht es sie nicht. Ein beliebtes Tool ist die Haufe-Wesentlichkeitsanalyse. Sie unterstützt Betriebe dabei, die Kernfragen der eigenen Nachhaltigkeit zu identifizieren. Ein KI-Assistent leitet Schritt für Schritt durch einen systematischen Wesentlichkeits-Analyse-Prozess. Die Ergebnisse unterstützen eine effiziente Unternehmenssteuerung. Sie sind rechtssicher und erledigen bürokratische Dinge mit wenigen Klicks.

Praxisbeispiele aus der Region

Das Nachhaltigkeitsmanagement des Energie- und Infrastrukturdienstleisters ENTEGA zeigt, dass Wesentlichkeitsanalyse und externe Beratung interne Beteiligung nicht ausschließen – im Gegenteil. Das Unternehmen legt Wert auf interne Beteiligungsprozesse und nennt die Mitarbeiterentwicklung und Chancengleichheit regelmäßig als wichtige Stützen seines Nachhaltigkeitsmanagements. Ein weiterer Nachhaltigkeitsvorreiter ist das Weingut Leitz. Es hat sich bewusst entschieden, einen biodiversen Beitrag für künftige Generationen zu leisten. Neben den Reben pflegt man die ökologische Vielfalt der Region und den Boden. Das Nachhaltigkeitskonzept wurde mit dem FAIR’N Green-Siegel zertifiziert. Ein Siegel, über das sich noch andere Unternehmen der Region finden lassen.

Was sind typische Stolpersteine?

Manche Betriebe orientieren sich an Standardkonzepten oder sie haben zu viele Ideen gleichzeitig im Blick. Es ist wichtig, dass man seinen eigenen Weg findet und die richtigen Schwerpunkte setzt. Es sollten Schwerpunkte sein, die auf eine gute Ökobilanz abzielen und gleichzeitig den ureigenen Kern der Unternehmenskultur stärken. Also jene Aspekte hervorheben, mit denen sich das Unternehmen als Zukunftsprojekt präsentiert.

Fazit

Viele Unternehmen aus der Region machen es vor. Der Weg in eine nachhaltige Zukunft lohnt sich wirtschaftlich. Eine professionell angeleitete Nachhaltigkeitsanalyse setzt dabei die richtigen Prioritäten und bringt Betriebe auf einen Weg, der zu ihnen passt und sie zukunftssicher macht. Außerdem sammelt sie von Anfang an die nötigen Informationen, die für relevante Zertifikate und Kontrollen benötigt werden. So hält sich die bürokratische Arbeit in Grenzen.

(Text: PM)