Radverkehrsführung Kasinostraße in Darmstadt

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(Symbolfoto: Pixabay)

Magistrat nimmt Ergebnis der Verkehrsuntersuchung zur Kenntnis und beschließt Beauftragung einer Entwurfsplanung

Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung am Mittwoch (28.) das Ergebnis der Verkehrsuntersuchung bezüglich der Radverkehrsführung in der Kasinostraße zur Kenntnis genommen und die Beauftragung einer Entwurfsplanung beschlossen. Nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Februar kann die städtische Verwaltung mit der Entwurfsplanung beauftragt werden.


„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt damit die Weichen für eine zukunftsfähige Radverkehrsführung in der Kasinostraße. Eine umfassende Verkehrsuntersuchung und -simulation für den Abschnitt zwischen Rheinstraße und Frankfurter Straße zeigt, dass eine sichere, regelkonforme Radverkehrsanlage bei gleichzeitiger Erhaltung der Leistungsfähigkeit aller Verkehrsarten realisierbar ist. Mit dem Ansatz des Mobilitäts- und Verkehrsfriedens setzen wir auf eine sachliche, fachlich fundierte Lösung statt auf gegenseitige Zuspitzung. Kaum jemand nutzt nur ein Verkehrsmittel, vielmehr ist Multimodalität die Regel. Deshalb braucht es Lösungen, die für alle tragfähig sind. Ziel ist eine ausgewogene und verträgliche Aufteilung des Straßenraums“, so Mobilitätsdezernent Paul Georg Wandrey.

Oberste Priorität hat die Verkehrssicherheit

Die Verkehrsuntersuchung wurde auf Grundlage der Magistratsvorlage
2023/0055 beauftragt und folgt klar definierten Kriterien, die iterativ geprüft wurden. Oberste Priorität hat dabei die Verkehrssicherheit. Alle Lösungen müssen heutigen Sicherheitsanforderungen entsprechen und gehen von einem regelkonformen Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer aus. Gegenseitige Rücksichtnahme kann baulich unterstützt, aber nicht erzwungen werden.

Zugleich muss das Verkehrssystem für alle Verkehrsarten (Kfz-, Rad-,
Fuß- und öffentlicher Personennahverkehr) gleichermaßen leistungsfähig bleiben. Für den Kfz-Verkehr bedeutet dies insbesondere, Rückstaus bis in benachbarte Knotenpunkte zu vermeiden. Für den Radverkehr stehen Attraktivität, Sicherheit und Netzwirkung im Vordergrund. Die bestehende und in Darmstadt etablierte ÖPNV-Beschleunigung bildet weiterhin das Rückgrat der nachhaltigen Mobilität und ist unbedingt beizubehalten.

Die Untersuchung umfasste mehrere Schritte, darunter:

• die Festlegung von Mindestanforderungen an Querschnitte für den Rad- und Kfz-Verkehr,

• Verkehrszählungen an relevanten Knotenpunkten im Jahr 2024,

• die Auswertung von Historiendaten zur realistischen Abbildung der Verkehrsmengen trotz der Sperrung der Rheinstraßenbrücke,

• Verkehrssimulationen für die gesamte Kasinostraße sowie für die Parallelachse Dolivostraße im Prognosejahr 2025 (die Betrachtung der Parallelachse diente dabei der Absicherung der Leistungsfähigkeit des gesamten Verkehrsnetzes),

• eine iterative Prüfung verschiedener Querschnitte und Varianten.

Sichere Radverkehrsführung bei gleichzeitig leistungsfähigem Kfz-Verkehr möglich

Das Ergebnis zeigt, dass eine sichere Radverkehrsführung bei gleichzeitig leistungsfähigem Kfz-Verkehr möglich ist. Über 60 Prozent der Strecke können als geschützter Radweg mit Sicherheitstrennstreifen und ausreichender Breite für Überholvorgänge im Radverkehr umgesetzt werden. In den übrigen Abschnitten sind überwiegend Radfahrstreifen realisierbar. Lediglich im südlichen Arm der Kreuzung Kasino-/Bismarckstraße ist aufgrund der baulichen Enge und des hohen Verkehrsaufkommens eine Führung des Radverkehrs auf dem Kfz-Rechtsabbiegerstreifen erforderlich. Diese erfolgt unter besonderen
Sicherungs- und Markierungsmaßnahmen und stellt unter den gegebenen Rahmenbedingungen die leistungsfähigste und verkehrssicherste Lösung dar. An der Kreuzung Rhein-/Neckarstraße zeigen die Simulationen zudem Verbesserungen für den Kfz-Verkehr gegenüber dem aktuellen Zustand.

Die Umsetzung basiert überwiegend auf Markierungsarbeiten und signaltechnischen Anpassungen. Größere bauliche Eingriffe sind nicht vorgesehen; lediglich punktuell kann eine Anpassung einzelner Mittelinseln erforderlich werden.

Nach dem geplanten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Februar wird eine Entwurfsplanung erstellt und dem Magistrat im Jahr 2026 vorgelegt. Die Umsetzung der rund 1.600 Meter langen Strecke erfolgt in mehreren Bauabschnitten. Parallel dazu ist eine abgestimmte Information der betroffenen Akteure vorgesehen. Nach Abschluss der Maßnahmen ist eine verkehrliche Nachbetrachtung geplant.

„Mit diesem Vorgehen schaffen wir eine überprüfbare, schrittweise Umsetzung, die die Sicherheit erhöht, die Leistungsfähigkeit erhält und einen echten Beitrag zum Verkehrsfrieden in Darmstadt leistet“, so Wandrey abschließend.

(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)