Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Hanno Benz, Stadtplanungsdezernent Michael Kolmer und Tiefbaudezernent Paul Georg Wandrey haben am Donnerstag (29.) die Kommunale Wärmeplanung (KWP) vorgestellt, die der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt am Mittwoch (28.) beschlossen hatte. Ziel der KWP ist es, Bürgerinnen und Bürgern eine zukunftssichere, klimafreundliche und wirtschaftliche Wärmeversorgung für Gebäude und Unternehmen aufzuzeigen, die Umsetzung anzustoßen und durch städtische Angebote und Maßnahmen zu begleiten. Die KWP ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der ENTEGA AG.
Die lokale Planung und Umsetzung stehen im Einklang mit dem übergeordneten Ziel, auf EU- und Bundesebene den CO₂-Ausstoß schnellstmöglich zu reduzieren und die Nutzung fossiler Brennstoffe bis spätestens 2045 zu beenden. Die KWP für Darmstadt zeigt auf, wie die Wärmeversorgung für jeden Stadtteil gestaltet werden kann. Der Nutzen dieser Planung liegt darin, dass sich alle Akteure – also Bürgerschaft, private und Stadtwirtschaftsunternehmen, Energieversorger, städtische Eigenbetriebe und Verwaltungsstellen – bei Entscheidungen zur künftigen Wärmeversorgung von Gebäuden an diesem strategischen Fahrplan für die Gesamtstadt orientieren können.
Klimaneutralität unter der gleichberechtigten Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte
„Wir wollen die Klimaneutralität unter der gleichberechtigten Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte. Als Stadt nehmen wir die Interessen der Menschen und Unternehmen ernst und bündeln unsere Kräfte. Mit der ENTEGA AG haben wir die Grundlage dafür geschaffen, die Energiewende gemeinsam, vernünftig und auch bezahlbar durchzuführen“, so Oberbürgermeister Benz.
Das Kernstück der KWP ist neben einer Analyse des aktuellen Wärmebedarfs, einer Potentialanalyse und eines Szenarios zum künftigen Wärmebedarf eine Karte, auf der die Stadtteile ausgewiesen sind, in denen künftig Wärmenetzgebiete zu erwarten sind (Zonierung).
„Welche Wärmeversorgung ist in meinem Quartier künftig empfehlenswert?
Welche Optionen stehen zur Verfügung, wenn die Heizungsanlage in meinem Haus erneuert werden muss? Diese und weitere Fragen beschäftigen die Menschen. Mit der Kommunalen Wärmeplanung geben wir der Bürgerschaft eine Orientierung, wie ihre künftige Wärmeversorgung aussehen kann, und ermöglichen allen, das passende Heizsystem zu wählen, das nicht nur zum eigenen Zuhause, sondern auch zu unserem gemeinsamen Klimaziel passt“, so Kolmer.
„Die Kommunale Wärmeplanung hilft uns im Mobilitäts- und Tiefbaubereich Infrastrukturmaßnahmen strategisch zu bündeln. Wenn wir wissen, wo künftig Wärmenetze entstehen, können wir Straßenaufbrüche, Leitungsbau und Verkehrsführungen frühzeitig mitdenken. Das spart Zeit, Kosten und vermeidet unnötige Belastungen für die Bürgerinnen und Bürger“, so Wandrey.
Parallel zur Erstellung der KWP wurden durch das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung zahlreiche Informationsveranstaltungen in Kooperation unter anderem mit der ENTEGA AG und der Volkshochschule Darmstadt durchgeführt.
Bürgerinformationsveranstaltung im ersten Quartal 2026
In einer Bürgerinformationsveranstaltung im ersten Quartal 2026 sollen gebündelt die zentralen Ergebnisse der KWP vorgestellt werden. Im Anschluss soll es die Möglichkeit geben mit Fachleuten über die Themen Sanierung, Wärmeversorgung und Heizung sowie Fernwärme und Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Auch auf der städtischen Homepage werden die Ergebnisse der KWP bereitgestellt (siehe www.darmstadt.de/waermeplanung) sowie weitere Fragen und Antworten aufbereitet. Fragen zur KWP beantwortet das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung (Telefon: 06151/13-4900; E-Mail: klimaschutz@darmstadt.de oder waermeplanung@darmstadt.de).
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist gemäß Paragraph 13 des hessischen Energiegesetzes (HEG) seit dem 29.11.2023 zur Erstellung einer KWP verpflichtet. Weiterhin trat am 01.01.2024 auf Bundesebene das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG) in Kraft. Beide Gesetze haben zum Ziel, dass die jeweils kraft Gesetzes zuständigen Kommunen eine Wärmeplanung erstellen, diese veröffentlichen und fortlaufend aktualisieren. Es handelt sich somit um eine dauerhafte kommunale Pflichtaufgabe. KWP sind für alle bestehenden Gemeindegebiete bis spätestens 30. Juni 2026 zu erstellen, in denen zum Stichtag 01.01.2024 mehr als 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner gemeldet waren.
Für die vorliegende KWP ist weiterhin relevant, dass nach § 5 des WPG kommunale Wärmepläne, die bereits vor dem 01.01.2024 nach Landesrecht (in Hessen nach dem HEG) begonnen wurden, weiter nach Landesrecht erstellt und umgesetzt werden können (Bestandsschutz). Somit gilt für die Wissenschaftsstadt Darmstadt aktuell das HEG. Im Rahmen der vorgeschriebenen Aktualisierung der Wärmeplanung in fünf Jahren greift das WPG.
(Text: PM Wissenschaftsstadt Darmstadt)

