Deutscher Lesepreis 2026: Stadtschulamt Frankfurt erhält mit „Frankfurter Bücherkoffer“ Auszeichnung für herausragendes kommunales Engagement

Sie haben den Lesepreis entgegengenommen (v.l.): Laudatorin Rebecca Immanuel, Tabea Seidler-Diekmann vom Staatlichen Schulamt, Claudia Landmann vom Verein chancenreich, Katharina Keller vom Stadtschulamt, Uta Clifton, Amtsleiterin vom Stadtschulamt, Susanne Rosenfeld vom Verein chancenreich, Sibylle Figge vom Verein chancenreich, und Manuela Grab vom Stadtschulamt. (Foto: Sascha Radke)

Das Stadtschulamt Frankfurt ist für den „Frankfurter Bücherkoffer“ mit dem Deutschen Lesepreis 2026 ausgezeichnet worden. Das Projekt erhielt den zweiten Platz in der vom Deutschen Städtetag und der Deutschen Fernsehlotterie geförderten Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“.


Rund 250 geladene Gäste feierten im Humboldt Carré in Berlin die Preisverleihung. Insgesamt wurden 16 Personen und Einrichtungen geehrt, die aus rund 400 Einreichungen von einer Fachjury ausgewählt wurden. Moderiert wurde die Veranstaltung von Lesebotschafterin Mona Ameziane. Schirmherr und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer betonte die zentrale Bedeutung der Leseförderung für Bildung und demokratische Teilhabe.

Der „Frankfurter Bücherkoffer“, ein Programm des Vereins chancenreich, überzeugte die Jury durch seinen nachhaltigen, niedrigschwelligen und praxisnahen Ansatz. Die Bücherkoffer bringen zwölf bilinguale Bücher in über 50 Sprachen in die Elternhäuser von mehr als 3500 Grundschulkindern pro Schuljahr. Woche für Woche wandern die Koffer von Familie zu Familie und ermuntern Eltern, mit ihren Kindern zu lesen und zu sprechen – auf Deutsch oder in ihrer jeweiligen Familiensprache. Das Bildungsdezernat der Stadt unterstützt das Projekt seit 2020. Mittlerweile ist der Bücherkoffer an 45 Grundschulen sowohl in Regelklassen als auch in Vorlaufkursen für Kitakinder mit Sprachförderbedarf kurz vor der Einschulung im Einsatz.

Sylvia Weber, Dezernentin für Bildung und Neues Bauen der Stadt Frankfurt am Main, sagt: „Der Frankfurter Bücherkoffer zeigt beispielhaft, wie wir in Frankfurt durch enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure die Chancengleichheit in der Bildung fördern. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Lesepreis 2026 ist eine starke Anerkennung für dieses Engagement und bestätigt unseren Anspruch, Mehrsprachigkeit als Chance zu begreifen und sie zum Ausgangspunkt einer frühen Sprach- und Leserförderung zu machen.“

Denn der Frankfurter Bücherkoffer steht zugleich für eine starke kommunale Kooperation: Beteiligt sind das Stadtschulamt Frankfurt, das Staatliche Schulamt Frankfurt, die Stadtbücherei Frankfurt am Main, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten sowie der Verein chancenreich als Träger. Auch in Schul- und Stadtteilbibliotheken sind die Koffer verfügbar, ebenso in einigen Einrichtungen für Geflüchtete und – als Pilot – in einem Frankfurter Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ).

Uta Clifton, Leiterin des Stadtschulamtes Frankfurt, sagt: „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, denn mit diesen tollen Frankfurter Bücherkoffern leisten wir einen ganz praktischen Beitrag zur Lese- und Sprachförderung für viele bilinguale Kinder und ihre Familien in Frankfurt am Main.“

Claudia Landmann und Susanne Rosenfeld vom Verein chancenreich erklären: „Der Frankfurter Bücherkoffer ist ein Musterbeispiel dafür, wie kommunale Akteure gemeinsam erfolgreich und nachhaltig Leseförderung stärken, Familien unterstützen und Bildungsgerechtigkeit fördern. Wir freuen uns daher ganz besonders über die Auszeichnung mit dem Deutschen Lesepreis 2026.”

Der Deutsche Lesepreis wurde von der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung ins Leben gerufen. Unterstützt wird er von den Kategoriepartnern dem Unternehmen Arnulf Betzold, Deutscher Städtetag und Deutsche Fernsehlotterie, dem Bildungsträger Fröbel Bildung und Erziehung, PwC-Stiftung, Wort & Bild Verlag sowie dem Medienpartner Funke-Mediengruppe. Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert und würdigt herausragenden Einsatz für die Förderung von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Kategorien – von individuellem und kommunalem Engagement bis hin zu Sprach- und Leseförderung in Kitas, Schulen und digitalen Medien.

Mit der Auszeichnung des „Frankfurter Bücherkoffers“ wird deutlich: Frankfurt setzt auf nachhaltige Strukturen, starke Partnerschaften und die konsequente Förderung von Lesekompetenz – als Schlüssel zu Bildungserfolg und gesellschaftlicher Teilhabe.

Weitere Informationen zum Preis finden sich unter deutscher-lesepreis.de.

(Text: PM Stiftung Lesen)