Realbrandausbildungsanlage für den Hochtaunuskreis

Im Rahmen der Bürgermeisterdienstversammlung wurden zwei richtungsweisende Verträge für den Brand- und Katastrophenschutz im Hochtaunuskreis unterzeichnet. (Foto: Hochtaunuskreis)

Im Rahmen der Bürgermeisterdienstversammlung wurden zwei richtungsweisende Verträge für den Brand- und Katastrophenschutz im Hochtaunuskreis unterzeichnet. Zum einen ein öffentlich-rechtlicher Vertrag über die Errichtung und Finanzierung der Realbrandausbildungsanlage und von Stellplätzen im und am Gefahrenabwehrzentrum Oberursel zwischen dem Hochtaunuskreis und der Stadt Oberursel, zum anderen ein öffentlich-rechtlicher Vertrag mit der Stadt Oberursel und den anderen kreisangehörigen Städten und Gemeinden sowie der Stadt Bad Homburg über die gemeinsame Nutzung und die Aufteilung der Betriebskosten der gasbefeuerten Realbrandausbildungsanlage. Und so hieß es für Landrat Ulrich Krebs und die anwesenden Bürgermeister zunächst: Stifte zücken und unterschreiben.


„Das ist ein großer Schritt für mehr Sicherheit aller Bürgerinnen und Bürger im Taunus“, sagte Landrat Ulrich Krebs. Natürlich sei eine solche Ausbildungsanlage in Zeiten knapper kommunaler Kassen eine Herausforderung, aber: „Die Feuerwehrleute sind zumeist ehrenamtlich im Einsatz, um Menschenleben zu retten. Dabei setzen sie sich selbst oft größten Gefahren aus. Wir sind es daher schuldig, ihnen die bestmögliche Ausbildung zu ermöglichen, damit sie ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen können.“

Oberursels Bürgermeisterin Antje Runge betont: „Die Realbrandausbildung leistet einen aktiven Beitrag zur Sicherheit der Menschen im Hochtaunuskreis. In Oberursel entsteht damit ein moderner und zukunftsfähiger Standort. Zugleich ist die interkommunale Zusammenarbeit, die wir gerne aktiv mit auf den Weg bringen, wegweisend für die gemeinsame Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes.“ Erster Stadtrat und Oberurseler Feuerwehrdezernent Jens Uhlig hebt hervor: „Dass sich alle Kommunen im Kreis beteiligen, unterstreicht die hervorragende Zusammenarbeit im Hochtaunuskreis bei der Ausbildung der Feuerwehrleute. Diese gemeinsame Verantwortung kommt der fachlichen Qualifizierung der Feuerwehrleute zugute.“

Mit bis zu einer Million Euro Finanzierungszuschuss unterstützt der Kreis den Bau der Anlage. Damit kommt er auch einer gesetzlichen Verpflichtung nach, denn er muss die Mehrkosten für Einrichtungen und Anlagen des überörtlichen Brandschutzes und der allgemeinen Hilfe im Kreisgebiet tragen. Da alle Hochtaunuskommunen die Ausbildungsanlage für ihre Gemeindefeuerwehren nutzen können und sollen, ist die Bedingung des überörtlichen Brandschutzes erfüllt.

In der Anlage werden reale Brandszenarien simuliert. Dadurch können in der Ausbildung wesentliche taktische Elemente des Lösch- und Rettungseinsatzes geübt und vertieft werden. Regelmäßige Wiederholungstrainings reduzieren zudem die Gefährdung von Einsatzkräften im realen Einsatz.

Mit dem Vertrag verpflichtet sich der Kreis zu einer weiteren Finanzierungsbeteiligung in Höhe von 700.000 Euro für den Bau von Stellplätzen für Fahrzeuge des überörtlichen Brandschutzes und des Katastrophenschutzes, die von der Feuerwehr Oberursel betrieben werden.

Da eine solche Anlage nicht nur errichtet, sondern auch betrieben und unterhalten werden muss, regelt ein zweiter Vertrag die gemeinsame Nutzung sowie die Aufteilung der Betriebskosten. Künftig übernimmt der Hochtaunuskreis 50 Prozent der laufenden Betriebskosten. Dieser Anteil ist aktuell mit rund 57.000 Euro pro Jahr berechnet. Die übrigen 50 Prozent tragen die Städte und Gemeinden des Hochtaunuskreises anteilig entsprechend ihrer Einwohnerzahl. Damit kommen sie ihrer eigenen Verpflichtung nach, für eine qualifizierte Ausbildung ihrer Feuerwehrkräfte zu sorgen.

Mit der Vertragsunterzeichnung wird eine moderne und leistungsfähige Ausbildungsinfrastruktur, die den Feuerwehren im gesamten Hochtaunuskreis zugutekommt gestärkt – und damit auch die Sicherheit aller Menschen im Taunus.

(Text: PM Hochtaunuskreis)