
„Sellestadt helau!“ – dieser Ruf wehte am Sonntag und Rosenmontag wie Konfetti durch die Gassen von Seligenstadt. Tausende Narren säumten die Straßen, schunkelten, lachten und verwandelten die Einhardstadt in ein einziges buntes Tollhaus.
Beim Kinderfastnachtszug am Sonntag zeigte sich Petrus noch fastnachtstauglich – der Himmel blieb dicht und die kleinen und großen Jecken konnten trockenen Fußes losmarschieren. 21 kunterbunte Gruppen aus Kitas und Schulen zogen durch die Stadt und ließen die Herzen höherhüpfen: Pinguine watschelten neben Fizzli Puzzlis, Regenbogen strahlten mit Superhelden um die Wette, Krümelmonster krümelten fröhlich vor sich hin, Lebkuchenherzen verteilten süße Grüße, Minions tapselten in Überzahl, während Räuber und Gartenzwerg-Elfen die Straßen eroberten. Den närrischen Rekord stellte die Emma-Schule mit stolzen 181 Minions auf. Da staunte selbst Gru! Für den richtigen Takt sorgte das quietschbunte Jugendorchester der Stadtkapelle mit Trommelfeuer und Ramba-Samba-Rhythmen, die Beine und Hüften wie von selbst in Bewegung brachten. Tanzgarden wirbelten über das Pflaster, Kinderprinzenpaare winkten majestätisch – und natürlich durfte auch das Seligenstädter Prinzenpaar nicht fehlen.
Am Rosenmontag drückte der Wettergott zwar kein ganzes, aber immerhin ein halbes Auge zu. Ein bisschen Niesel hier, ein paar Tropfen da – echte Narren hält das nicht auf! Erst ganz zum Schluss öffnete der Himmel kurz die Schleusen, doch da war die Stimmung längst auf dem Siedepunkt. Rund 40.000 Gäste feierten ausgelassen einen Zug mit 95 Motivwagen und Fußgruppen – moderiert vom wortgewandten SFF-Ehrenpräsidenten Michael „Mille“ Millitzer. Da liefen die Sellestädter Bagaasch als Lucky Luke durch die Prärie, die Schlumberländer Bande streute als Zahnfee Glitzerzauber, die Zodelbobbe herrschten als Neptun und Poseidon über die Meere, während Asterix und Obelix vom Liederfreund Froschhausen gallisch grüßten. Die TGM entführte in eine schillernde Unterwasserwelt und die Kabbesbabbler residierten würdevoll als Pharaonen. Und auch die Politik bekam ihr närrisches Fett weg: „Grönland will wohl der Ami-Wicht, doch’s Schlumberland bekommt er nicht!“ – ein donnerndes Helau als Antwort. So blieb am Ende nur eines zu sagen: Sellestadt – du warst wieder einmal einfach närrisch wunderbar!
(Text/Fotos: ah)

