
„Smart City Dietzenbach“ : Zusatzprojekt spart nach einem Jahr rund 60 Prozent Stromkosten
Das Projekt „Smart City Dietzenbach“ ist in der Praxis angekommen: 440 alte Straßenleuchten wurden durch energieeffiziente LED-Technik ersetzt, mehr als 80 Sensoren erfassen Verkehr-, Umwelt- und Abfalldaten und steuern die Beleuchtung bedarfsgerecht. Digitalisierung und Energieeffizienz greifen dabei sinnvoll ineinander.
Doch damit nicht genug: Mit Beginn der LED-Umrüstung seit Ende 2024 entstand innerhalb der Elektroabteilung der Städtischen Betriebe Dietzenbach eine zusätzliche Idee – ein internes „Side-Kick“-Projekt mit nachhaltigem Mehrwert.
Aus Rückläufern wird ein neues Projekt
42 demontierte LED-Leuchten sollten sinnvoll weiterverwendet werden. In der Werkstatt wurden sie eingelagert, geprüft, gereinigt und technisch bewertet. „Uns war wichtig, vorhandene und funktionstaugliche Ressourcen nicht ungenutzt zu lassen“, erklärt Karsten Seibert, Leiter der Elektroabteilung der Städtischen Betriebe Dietzenbach. „Wenn Technik noch leistungsfähig ist, sollte man prüfen, wo sie sinnvoll weiter eingesetzt werden kann.“
Gemeinsam mit seinem Team analysierte er Bauart, Optik und Leistungsdaten der Leuchten, um geeignete neue Einsatzorte zu bestimmen. Als besonders geeignet erwies sich das Industriegebiet Süd. „Durch die bekannte Optik und Symmetrie der Leuchten konnten wir dort eine technisch und gestalterisch passende Lösung umsetzen“, so Seibert.
Im Industriegebiet Süd wurden 42 Leuchten neu geplant und auf LED-Technik umgestellt. Während die bisherige NAV-Technik eine Gesamtleistung von rund 5,25 Kilowatt erforderte, liegt die neue Anlage nun bei etwa 1,47 Kilowatt.
60 Prozent weniger Stromkosten im ersten Betriebsjahr
Ein Jahr nach der Umrüstung liegen nun belastbare Verbrauchszahlen vor. Während die frühere NAV-Technik im Jahr 2024 noch Stromkosten in Höhe von 4.678,16 Euro verursachte (durchschnittlich 24,38 kWh pro Nacht), lagen die Kosten im Jahr 2025 bei 1.871,27 Euro (durchschnittlich 14,57 kWh pro Nacht). Damit konnten die jährlichen Stromkosten um 2.806,89 Euro reduziert werden – eine Einsparung von rund 60 Prozent.
„Die tatsächlichen Werte sprechen für sich“, erklärt Karsten Seibert. „Natürlich schwankt der Verbrauch je nach Witterung und Anzahl der Dunkelstunden leicht, aber das Ergebnis zeigt klar, dass sich die Umrüstung nachhaltig lohnt.“
Neben der wirtschaftlichen und energetischen Optimierung ist die Modernisierung auch optisch sichtbar: Das bisherige gelbliche Licht wurde durch ein modernes, tageslichtweißes LED-Licht ersetzt, das für eine gleichmäßige und zeitgemäße Ausleuchtung sorgt.
Nachhaltige Weiterentwicklung des Fuhr- und Beleuchtungskonzepts
Der Impuls für dieses Zusatzprojekt kam aus der Elektroabteilung der Städtischen Betriebe Dietzenbach selbst. Planung, technische Bewertung und Umsetzung erfolgten in enger Abstimmung im Team. „Wenn Fachwissen, Motivation und Handlungsspielraum zusammenkommen, entstehen nachhaltige Lösungen“, freut sich Betriebsleiter Guido Schick über die Initiative der Elektroabteilung. „Das Projekt zeigt, welches Potenzial in unserer eigenen Expertise steckt.“
Mit der Kombination aus Smart-City-Technologie und ressourcenschonender Weiterverwendung vorhandener Technik setzt Dietzenbach ein starkes Zeichen für eine moderne, wirtschaftliche und umweltbewusste Stadtentwicklung.
Strom- und Kostenersparnis für die Stadt durch Modellprojekt
Innerhalb der ersten sieben Monate nach Inbetriebnahme der 440 auf LED-Technik umgerüsteten Leuchten im Modellprojekt Smart City konnte die Kreisstadt bereits eine Stromeinsparung von über 190.000 kWh verzeichnen, was etwa 57.000 Euro Ersparnis bedeutet. „Wir sind die einzige Demonstrationskommune in Hessen, die so ein System hat,“ erklärt Dietzenbachs Bürgermeister Dr. Dieter Lang. „Das Projekt zeigt, wie man mit Digitalisierung und modernster Technik Geld und Energie sparen kann. Denn die beste Energie ist immer diejenige, die man gar nicht verbraucht.“
(Text: PM Kreisstadt Dietzenbach)
