Rödermark: Wahlsieger CDU hat mehrere Optionen

Wahlleiter Peter Psotka (Zweiter von rechts) hat einen reibungslos verlaufenen Wahlsonntag ohne Störungen und nennenswerte Zwischenfälle beobachtet. (Foto: Stadt Rödermark)

Am 21. April kommt die neue Stadtverordnetenversammlung Rödermark in der Kulturhalle zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen. An der Verteilung der 39 Parlamentssitze wird sich dann gegenüber der vergangenen Legislaturperiode einiges verändert haben. Eine Fortsetzung der Koalition aus CDU und Andere Liste/Die Grünen ist nach der Kommunalwahl zwar möglich, die AL hat aber kräftig Federn lassen müssen. Währenddessen stieg die AfD zur drittstärksten Fraktion auf.


Bei der Kommunalwahl 2021 hatte die CDU nur einen knappen Vorsprung auf die AL, mit jeweils 13 Stadtverordneten war man bei der Sitzverteilung sogar gleichauf. Diesmal ist der Abstand deutlich größer. Während die Union ihr Ergebnis mit 35,4 Prozent gegenüber vor fünf Jahren um 1,7 Prozent verbesserte und nun mit 14 statt 13 Mitgliedern in der Stadtverordnetenversammlung vertreten ist, musste die AL ein zweistelliges Minus hinnehmen. 21,9 Prozent der Stimmen sind 10,5 Prozent weniger als noch vor fünf Jahren, die Fraktion schrumpft von 13 auf acht Stadtverordnete. Die CDU will zunächst mit ihrem bisherigen Koalitionspartner AL Gespräche führen, war nach der Wahl zu hören. Alternativ sind auch Mehr-Parteien-Bündnisse möglich.

Die AfD war bislang lediglich mit dem Landtagsabgeordneten Jochen Roos, der sich bei den Sitzungen allerdings nur selten blicken ließ, in der Stadtverordnetenversammlung vertreten. Dank des Ergebnisses von 15,1 Prozent (plus 13,4) bei der Wahl am Sonntag, zieht die AfD nun aber mit einer sechsköpfigen Fraktion in die Stadtverordnetenversammlung ein. Die SPD (12,3 Prozent, minus 0,5), die fünf Sitze errang, blieb in etwa auf dem Niveau der vorherigen Wahl. Drei Sitze gab es für die Freien Wähler (8,6 Prozent, minus 1,7) und die FDP (6,6 Prozent, minus 2,6).

Die Wahlbeteiligung lag bei 54,2 Prozent und damit etwas höher als bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren (52,4 Prozent). Gut die Hälfte der diesmal abgegebenen Stimmen wurde per Briefwahl eingereicht. Insgesamt 61 Prozent der Wähler entschieden sich dafür, jeweils nur ein Listenkreuz zu setzen und Stimmen nicht auf einzelne Kandidaten verschiedener Parteien und Wählergemeinschaften zu verteilen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Knapp 40 Prozent haben das Kumulieren und Panaschieren bevorzugt.

Fleißarbeit für die Demokratie leisteten rund 40 Bedienstete der Stadtverwaltung in der Kulturhalle. Das Rödermark-Bürgerhaus hatte sich für ein paar Tage in ein großes Daten- und Rechenzentrum verwandelt. Finale Auswertung der Kommunalwahl: So lautete die Vorgabe für die aufmerksam um zahlreiche Auszähltische gescharten Frauen und Männer. Die kumulierten und panaschierten Kreuzchen auf den Stimmzetteln wurden gesichtet, ins Computersystem eingespeist und nach getaner Arbeit als Endergebnis angezeigt. Am Morgen nach dem Wahlsonntag hatte der zeitaufwendige Prozess begonnen. Bis zur Wochenmitte lag das vorläufige amtliche Endergebnis für die Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung und für den Kreistag vor. Der Wahlausschuss muss das Ganze dann noch offiziell absegnen.

(Text: PS)