CDU verteidigt absolute Mehrheit in Eppertshausen

Bloß keinen Zettel übersehen: Szene aus dem großen Saal der Eppertshäuser Bürgerhalle zu Beginn der Auszählung der Kommunalwahl-Stimmen am Sonntagabend. Die CDU verteidigte ihre absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung. (Foto: jedö)

Die Eppertshäuser CDU wird in der Gemeindevertretung auch in der Wahlperiode 2026 bis 2031 mit absoluter Mehrheit agieren können. Die Wähler statteten die Christdemokraten am Sonntag mit 64,8 Prozent der Stimmen und damit etwas mehr als vor fünf Jahren (63,2 Prozent) aus. Die SPD verbesserte sich auf 31,0 Prozent, was einem Zuwachs von 4,1 Prozent gegenüber 2021 entspricht. Die FDP, die mit nur zwei Kandidaten angetreten war und damit im Falle eines Listenkreuzes nur sechs der 23 zu vergebenden Stimmen erntete, halbierte sich und kam nur noch auf 4,2 Prozent (2021: 9,9 Prozent).


In Mandaten ausgedrückt bedeutet dies, dass die CDU fortan 15 der 23 Sitze im Eppertshäuser Ortsparlament einnehmen darf. Die SPD darf sieben Personen schicken, bei den Liberalen wird Thorsten Weber solo im Gremium sein.

Der relativ hohe Zuspruch für die Sozialdemokraten stellt diese vor ein Luxusproblem: Sie waren nur mit acht Kandidaten angetreten, von denen Spitzenkandidat Reiner Groh nach amtlicher Bekanntgabe der Wahllisten Anfang des Jahres wegen eines Umzugs in eine andere Landkreis-Kommune wegfiel. Auf dem Wahlzettel stand er noch und wurde scheinbar auch in die Gemeindevertretung gewählt. Sein Mandat kann er jedoch nicht annehmen, weil er seinen Erstwohnsitz dazu weiter in Eppertshausen haben müsste.
Als Nachrückerin und Letztplatzierte der SPD-Liste folgt ihm Meike Mittmeyer-Riehl. Doch für den Fall, dass unter den sieben SPD-Gemeindevertretern einer in den Gemeindevorstand gewählt werden sollte – unter ihnen ist Reimund Viertl, der zuletzt Mitglied dieses Gremiums war -, würden die Genossen einen Sitz und damit eine Stimme in der Gemeindevertretung verfallen lassen müssen.

Ob des Ergebnisses „sehr zufrieden“ äußerte sich Eppertshausens CDU-Vorsitzender Michael Crößmann. „Es wurde honoriert, dass wir den Eppertshäuserinnen und Eppertshäusern ein tolles Team aus erfahrenen Kommunalpolitikern und neuen Gesichtern geboten haben. Wir haben dazu früh unser Wahlprogramm veröffentlicht und wie alle Parteien in Eppertshausen einen sachlichen Wahlkampf geführt.“ Die Bürger hätten der CDU an den Wahlkampf-Ständen zudem Anerkennung dafür gezollt, „dass wir nicht nur vor der Wahl aktiv werden, sondern die ganzen Jahre über im Ort sicht- und greifbar sind und man mit uns alle Sorgen und Nöte teilen können“. CDU-Bürgermeister Stephan Brockmann hat zugleich weiterhin ein berechenbares, von seiner eigenen Partei dominiertes Kommunalparlament im Rücken.

Auch Andreas Karl, seit Dezember SPD-Vorsitzender in Eppertshausen, war „sehr zufrieden mit dem Ergebnis“. Trotz einer kleinen Liste sei es „gelungen, in kurzer Zeit ein engagiertes Team aufzustellen und konkrete Ideen für die Zukunft Eppertshausens zu entwickeln“. Das Wahlresultat zeige, dass „unsere Arbeit und unser Einsatz honoriert werden“. Dadurch, dass man gegenüber 2021 entgegen dem Kreis-Trend zugelegt habe, sende man „ein positives Signal“.

Für die FDP konstatierte Thorsten Weber: „Unter der gegebenen Ausgangssituation der kleinen Zwei-Personen-Liste ist das Wahlergebnis grandios. Magnus Fielko und ich haben fast ein Zehntel aller Listenkreuze bekommen.“ Die geringe Anzahl an Kandidaten habe „erwartbar“ einen höheren Stimmenanteil verhindert. Die zusätzlichen Einzelstimmen, die der FDP zumindest noch ein Mandat bescherten (bislang: zwei) seien „ein enormer Vertrauensvorschuss“.

(Text: jedö)