Cycling for Charity wieder am 20. Juni in Bensheim

Teilnehmer 2026 vor dem Start. (Foto: Veranstalter)

Was als familiärer Kraftakt begann, ist heute eine der größten Benefiz-Radsportveranstaltungen an der Bergstraße

2017 veränderte ein schwerer Verkehrsunfall das Leben von Saskia und ihrer Familie grundlegend. Schwerste neurologische Verletzungen, lange Klinikaufenthalte, ungewisse Prognosen. Die Zeit in der Klinik war geprägt von Isolation und Einsamkeit – Patientinnen und Patienten liegen oft allein im Bett, abgeschnitten vom gewohnten sozialen Umfeld. Die Rückkehr nach Hause wurde für Saskia zu einem Wendepunkt.


„Zuhause zu sein bedeutet für neurologische Patienten weit mehr als nur Pflege“: sagt ihre Mutter Sabine Kaffenberger. „Es bedeutet Nähe, Vertrautheit und Teilhabe am Familienleben. Diese emotionale Kraft ist ein entscheidender Faktor auf dem Weg der Genesung.“

Dank der Möglichkeit einer ambulanten Therapie im neuroneum, der führenden deutschen Rehabilitationsklinik mit Standort in Bad Homburg, jetzt in Oberursel, wurde Saskia tagsüber in der Therapie gefördert und abends war sie im familiären Umfeld geborgen.
Mit modernster Robotik, interdisziplinären Therapiekonzepten und einem bereichsübergreifenden Ansatz bietet neuroneum Menschen mit schwersten neurologischen Verletzungen eine echte Chance auf Rückkehr ins Leben. Doch die Familie musste erfahren: Die beste ambulante Versorgung wird von den Krankenkassen nicht vollständig getragen, da viele spezialisierte Therapien nicht über die Heilmittelverordnung abrechenbar sind.

Saskia und ihre Familie erfuhren in dieser Zeit große Unterstützung aus dem privaten Umfeld. Aus dieser Dankbarkeit und mit dem Wissen, wie wichtig für viele Menschen eine finanzielle Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben sein kann, entstand die Idee einer Benefizbewegung.

2022: Der Anfang

Im Jahr 2022 organisierten die beiden Initiatorinnen – Saskias Mutter Sabine Kaffenberger und ihre Tante Doris Pleil – erstmals ein Benefiz-Radsportevent unter dem Namen Saskia on Tour. Die Veranstaltung war die Benefizsparte der ein Jahr zuvor gegründeten Willems on Tour GmbH.

Von Beginn an wurde das Projekt von engagierten Partnern getragen, die bis heute fest an der Seite der Initiative stehen und als Wegbereiter der ersten Stunde gelten. Allen voran Jens Heppner, ehemaliger deutscher Radprofi, Deutscher Meister und Sieger der Deutschland Tour. Er leitete in Lorsch mehrere Tage ehrenamtlich das erste Trainingslager – und ist seither jedes Jahr dabei. Seine Präsenz verlieh der Veranstaltung von Anfang an sportliche Strahlkraft und Glaubwürdigkeit.

Ebenso unterstützte die DEE GmbH, Hersteller hochwertiger individueller Radsportbekleidung, das Projekt bereits 2022 mit kostenfreien Charity-Trikots. Die einheitliche Kleidung wurde zum sichtbaren Symbol für Zusammenhalt – und prägt das Erscheinungsbild der Veranstaltung bis heute.

Auch der Prime Fitness Club Lorsch gehörte von Beginn an zu den tragenden Partnern. Die Inhaber Jasmin und Torsten Stattmüller stellten ihren Standort als Startpunkt zur Verfügung. Aus dem Kreis der Mitglieder entstand eine E-Bike-Gruppe – die Keimzelle der heutigen Familientour, die inzwischen fester Bestandteil der Veranstaltung ist.

Bereits im ersten Jahr konnten 11.000 Euro an Spenden gesammelt werden. Diese wurden – wie auch in den Folgejahren – an den Verein neuroneum help e.V. in Oberursel übergeben. Ziel war und ist es, Patientinnen und Patienten mit schweren neurologischen Verletzungen den Zugang zu bestmöglichen Therapien zu ermöglichen.

Seit 2023: Cycling for Charity

Ab 2023 wird die Veranstaltung gemeinsam mit der Radsportabteilung der SSG Bensheim unter der Leitung der beiden Abteilungsleiter Michael Glanzner und Jochen Perschke fortgeführt – nun unter dem Namen Cycling for Charity.

Die Kooperation erwies sich als entscheidender Entwicklungsschritt. Mit organisatorischer Kompetenz, sportlicher Erfahrung und großer Begeisterung begleiten die Radsportler der SSG Bensheim das Event seither. Streckenplanung, Guides und sportliche Struktur liegen seitdem in erfahrenen Händen.

Cycling for Charity hat sich zu einem etablierten Radsportevent entwickelt – für ambitionierte Fahrer ebenso wie für Genussradler und E-Bike-Gruppen. Die Teilnehmerzahlen wachsen kontinuierlich, jedes Jahr kommen neue Radbegeisterte hinzu.
Die Bedeutung der Veranstaltung wird zudem durch die Schirmherrschaft des Landrats des Kreises Bergstraße unterstrichen. Er eröffnet jährlich die Spendenübergabe und nimmt selbst aktiv an der Tour teil.

Im Jahr 2025 nahmen bereits über 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil. Die Spendensumme erreichte 24.300 Euro.

2026: Jubiläum und struktureller Neustart

Im Jahr 2026 feiert die Veranstaltung ihr erstes kleines Jubiläum – fünf Jahre Benefiz-Radsport an der Bergstraße.

Gleichzeitig stellen die Initiatorinnen Doris Pleil und Sabine Kaffenberger ihr Engagement auf eine dauerhafte, rechtlich und organisatorisch verlässliche Grundlage. Um die erfolgreiche Arbeit nachhaltig fortzuführen, wurde der gemeinnützige Verein Saskia on Tour e.V. gegründet, der inzwischen im Vereinsregister eingetragen ist.

Unter dem Vorsitz von Doris Pleil wurde gemeinsam mit einem engagierten Team die Vereinsstruktur aufgebaut. Zu den Unterstützern der ersten Stunde zählt auch Dr. Roland Jost, ehemaliger Kinderarzt in Lorsch, der dem Verein als ärztlicher Beirat zur Seite steht. Seine Aufgabe wird es unter anderem sein, die geförderten Patientinnen und Patienten fachlich zu begleiten und die Mittelverwendung medizinisch verantwortungsvoll mitzugestalten.

Ein neuer Schwerpunkt der Förderarbeit ist die Unterstützung der Stiftung ExtralufT gGmbH, angesiedelt am FPZ Fachpflegezentrum Bergstraße in Lorsch.

Die Stiftung setzt sich für Menschen in außerklinischer Intensivpflege ein – mit und ohne Beatmung – und unterstützt dort, wo die reguläre Finanzierung an Grenzen stößt. Gefördert werden unter anderem zusätzliche Therapieangebote, tiergestützte Maßnahmen sowie individuelle Projekte zur Steigerung von Lebensqualität und Teilhabe.

Mit den Spendengeldern von Cycling for Charity sollen Patientinnen und Patienten im FPZ-Umfeld gezielt auf dem Weg zur Therapiefähigkeit unterstützt werden – mit dem Ziel, ihnen anschließend eine weiterführende Rehabilitation, beispielsweise im neuroneum, zu ermöglichen.

Warum dieses Engagement so wichtig ist

Neurologische Genesung braucht Zeit. Der Kopf heilt langsamer als der Körper. Es braucht Geduld, Kraft – und Zugang zu bestmöglichen therapeutischen Angeboten.
Noch immer geraten Familien an Grenzen, wenn notwendige Therapien nicht vollständig finanziert werden. Für manche Betroffene bedeutet das, dass Perspektiven ungenutzt bleiben – obwohl gezielte Maßnahmen Entwicklungsschritte ermöglichen könnten.
Saskia lebt heute – trotz schwerster Einschränkungen – im familiären Umfeld. Möglich wurde dies durch intensive Therapien und die Entscheidung ihrer Mutter Sabine Kaffenberger, ihre Berufstätigkeit aufzugeben, um Pflege und Begleitung zu übernehmen.
Für die Familie steht fest: Das vertraute Umfeld bietet Stabilität, Nähe und Motivation – mit dem Ziel, Saskia so weit wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Genau hier setzt Cycling for Charity an: Dort, wo Finanzierungslücken entstehen, möchten wir Perspektiven eröffnen und konkrete Unterstützung ermöglichen.

Cycling for Charity 2026 – Mitfahren und helfen

Am 20. Juni 2026 wird an der Bergstraße erneut für den guten Zweck geradelt. Start- und Zielort der Veranstaltung ist wieder die Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim.

Das sportliche Angebot wurde für das Jubiläumsjahr nochmals erweitert und bietet für jede Leistungsstufe die passende Herausforderung:

• Drei neue, abwechslungsreiche Rennradstrecken durch Odenwald und Bergstraße
mit Verpflegungsstopp in Bad König. Die kombinierte Distanz der Rennradstrecken ergibt gemeinsam gefahren einen anspruchsvollen Radmarathon.

• Zwei attraktive Gravelstrecken für alle, die gerne abseits asphaltierter Straßen unterwegs sind

• Geführte Touren auf allen sportlichen Strecken mit erfahrenen Guides der SSG Bensheim
Rennrad- und Gravelangebote richten sich vor allem an ambitionierte Radsportlerinnen und Radsportler, die sportliche Herausforderung und Gemeinschaft verbinden möchten.
Doch Cycling for Charity ist bewusst kein reines Leistungsevent.

Für Familien, Genussradler und alle, die mit einem alltagstauglichen Fahrrad teilnehmen möchten, gibt es erneut die beliebte 40-Kilometer-Familienstrecke. Die flache Route verläuft überwiegend abseits stark befahrener Straßen und wird ebenfalls begleitet. Besonders für Kinder und Einsteiger ist das gemeinsame Fahren im Verband ein unvergessliches Erlebnis.

Damit gilt: Jeder, der Rad fahren möchte, findet seine Strecke – und kann gleichzeitig helfen. Alle Teilnehmenden fahren in einem einheitlichen kostenlosen Charity-Trikot; auf der Familienstrecke besteht alternativ die Möglichkeit, ein Shirt zu wählen. Damit wird nicht nur der Zusammenhalt sichtbar – das Trikot ist längst zu einem Markenzeichen der Veranstaltung geworden. Bei Anmeldungen bis zum 15. März 2026 ist die Wunschgröße garantiert.

Für professionelle Organisation und sichere Streckenführung sorgt die Radsportabteilung der SSG Bensheim mit erfahrenen Guides. Begleitet wird die Veranstaltung erneut von Jens Heppner und Hanka Kupfernagel, die mit ihrer sportlichen Expertise und persönlichen Verbundenheit das Event prägen.

Im Zielbereich erwartet die Teilnehmenden ein gemeinschaftliches Rahmenprogramm. Jede Fahrerin und jeder Fahrer erhält bei der Zielankunft eine Medaille sowie einen Gutschein für ein kostenloses Essen und Getränk.

Jeder Teilnehmer erlebt einen besonderen Tag auf dem Rad – und hilft gleichzeitig Menschen, die dringend Unterstützung benötigen.

Anmeldung unter www.cycling-for-charity.de.

(Text: PM Veranstalter)