Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg: „Tetris“ in der Übergangsphase zwischen Neubauten

Die Transformation des Klinikgeländes in Groß-Umstadt ist noch nicht abgeschlossen. Im Bild zu sehen ist das Zentrum für seelische Gesundheit (grünes Gebäude links), das Altbau-Hochhaus im Hintergrund sowie im Vordergrund der Neubau. (Foto: Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg)

Das neue Bettenhaus an der Kreisklinik in Groß-Umstadt ist seit 2024 in Betrieb und hat bereits positive Auswirkungen: Die Attraktivität der Klinik für Patienten und als Arbeitgeber wurde erhöht und auch die Behandlungskapazitäten wurden verbessert. Das schlägt sich bereits in höheren Patientenzahlen nieder. Allerdings war das neue Bettenhaus mit all seinen Verbesserungen nur ein Meilenstein für das Ziel, das seit 2007 gilt, als Landrat Klaus Peter Schellhaas – damals noch als Erster Kreisbeigeordneter – die politische Verantwortung für die Kliniken übernahm. Das Ziel lautet nach wie vor „Kompletterneuerung“ am Standort Groß-Umstadt. „Und wir befinden uns mit den Kreiskliniken nach wie vor auf diesem Weg“, erklärt Landrat Schellhaas: „Wir haben dieses Ziel trotz aller Unwägbarkeiten und Veränderungen, etwa der Corona-Krise oder der nun anstehenden Klinikreform, nie aus den Augen verloren. Es geht weiter, auch wenn wir unsere Schritte sorgfältig überlegen müssen.“


Medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis verbessern

Die Kreiskliniken waren unter Schellhaas in einem ständigen Transformationsprozess, immer in dem Bestreben, die medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis zu verbessern: Die Eröffnung des Zentrums für Seelische Gesundheit 2011, der Aufbau von Medizinischen Versorgungszentren ab 2016, die Änderung der Kreisklinik Jugenheim zur Spezialklinik 2022 und eben die Übergabe des Bettenhauses 2024 seien als Beispiele genannt. Der Transformationsprozess in Umstadt ist aber noch nicht abgeschlossen. „Wir sind derzeit in einer Übergangsphase“, erklärt Schellhaas. 2014 hatte der Kreistag einen entsprechenden Beschluss gefasst, der ein Konzept umfasst, das weitere neue Gebäude auf dem Klinikgelände vorsieht. Dafür sollen alte Gebäude weichen. So könnte das neue Bettenhaus noch erweitert werden und auch in Richtung Krankenhausstraße könnte ein neues Gebäude entstehen, mit dem unter anderem der neue Haupteingang etwas in Richtung Straße verlegt werden könnte.

Auch ist ungewiss, wie lange das alte, im Unterhalt teure Hochhaus noch stehen bleiben soll. Denn es wird für diese Übergangsphase benötigt. Derzeit wird also überlegt, wie es zwischenzeitlich genutzt werden kann, weil dessen Bausubstanz nicht mehr die beste ist. Derzeit ist aber noch vieles im Ungewissen, weil so ein Umbau im Bestand komplex ist: Bevor an einer Stelle etwas verändert werden kann, muss an anderer Stelle Platz geschaffen werden, um die entsprechenden Abteilungen dorthin vorübergehend umzuziehen, damit der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Dafür kann auch das Hochhaus genutzt werden, das aber ab dem fünften Stockwerk nicht mehr für medizinische Zwecke geeignet ist. „Es ist wie Tetris“, sagt Betriebsleiterin Pelin Meyer. „Umbau und Sanierung des Bestandes auf Minimalniveau“ nennt Planer Philipp Heinz die Maxime für diese Übergangszeit, bis der zweite Neubau in Angriff genommen werden kann. Denn nur so kann das Tetris-Spiel aufgehen.

Transformationsprozess läuft Schritt für Schritt weiter

Ein Teil dieses Tetris-Puzzles ist das neue, größere Herzkatheterlabor, für das der alte Eingangsbereich gerade umgebaut wird. Ende dieses Jahres sollen die neuen Räume bezogen und der Betrieb nahtlos fortgesetzt werden. Der Transformationsprozess läuft also weiter, Schritt für Schritt. Dass es derzeit keine Riesenschritte sind liegt auch daran, dass noch nicht feststeht, welche Leistungsgruppen die Kreiskliniken im Zuge der Klinikreform zugewiesen bekommen. Als „hochdynamisch“ bezeichnet Betriebsleiter Christoph Dahmen die Situation. 21 Leistungsgruppen für Groß-Umstadt und 7 für Jugenheim wurden beantragt, der Medizinische Dienst der Krankenkassen war bereits im Haus und hat nach den Voraussetzungen für die einzelnen Leistungsgruppen geschaut. Bis Ende des Jahres könnte feststehen, welche Leistungen die Kreiskliniken künftig anbieten dürfen. Danach richten sich aber auch weitere Planungsschritte.

„Die Kliniken standen schon immer für Veränderung“, sagt Landrat Schellhaas, „denn nur wer sich verändert, kann sich auch verbessern. Und deshalb gehen wir den Weg weiter, auch wenn wir zwischendurch vielleicht mal kurz innehalten müssen oder gar einen Umweg gehen müssen. Das Ziel verlieren wir dabei aber nie aus den Augen.“

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)