
Die Stadt Frankfurt am Main hat am gestrigen Mittwoch am Rathaus Römer die Roma-Flagge gehisst. Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg setzte gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Roma-Community, darunter Riccardo M. Sahiti, Leiter der Roma und Sinti Philharmoniker, Joachim Brenner vom Förderverein Roma und die Initiative Bachtale Romnja, ein sichtbares Zeichen für Anerkennung, Teilhabe und Respekt.
„Der Internationale Tag der Roma ist weit mehr als ein Gedenktag. Er ist ein Aufruf, hinzusehen, zuzuhören und aktiv zu handeln. Antiziganismus existiert weiterhin, auch hier in Frankfurt. Mit dem Hissen der Roma-Flagge senden wir ein klares Signal: Diskriminierung, Ausgrenzung und strukturelle Benachteiligung haben in unserer Stadt keinen Platz“, erklärte Eskandari-Grünberg. „Wir stehen zu Vielfalt, Gleichberechtigung und echter Teilhabe für Roma und Sinti und setzen uns entschieden gegen jede Form von Antiziganismus ein.“
Die blau-grüne Flagge mit dem roten Rad symbolisiert die reiche Kultur und Identität von Roma und Sinti, aber auch die Jahrhunderte der Verfolgung, Unterdrückung und Ausgrenzung. „Ihre Geschichte ist Teil unserer Stadtgeschichte. Heute ehren wir nicht nur ihre kulturellen Beiträge, sondern nehmen auch die Verantwortung an, gegen Diskriminierung aktiv einzutreten“, sagte Eskandari-Grünberg.
Der 8. April wurde 1971 auf dem ersten Welt-Roma-Kongress als Internationaler Roma-Tag ins Leben gerufen. Weltweit erinnern Millionen von Menschen an diesem Tag an die lange Geschichte der Roma und Sinti. Sie feiern stolz ihre Kultur und machen zugleich auf die immer noch bestehende Diskriminierung und Ausgrenzung aufmerksam.
Roma und Sinti leben seit über 600 Jahren in Frankfurt und prägen die Stadtgesellschaft in vielfältiger Weise. Gedenktafeln an unterschiedlichen Orten in der Stadt erinnern an das Leid während des Nationalsozialismus. Seit Januar würdigt zudem eine neue Tafel am Stadthaus die jahrhundertelange kulturelle Geschichte der Community in Frankfurt.
Mit der Beflaggung beteiligt sich Frankfurt an einer bundesweiten Initiative zur Sichtbarkeit und Stärkung der Rechte von Roma und Sinti. Dabei spielen lokale Akteurinnen und Akteure eine zentrale Rolle:
• Der Förderverein Roma setzt sich seit Jahrzehnten für Empowerment, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe ein und kämpft gegen Antiziganismus.
• Die Initiative Bachtale Romnja ist die einzige Frankfurter Beratungsstelle, die gezielt Roma Frauen unterstützt. Sie bietet niedrigschwellige Beratung, Schutzräume und fördert Empowerment und gesellschaftliche Teilhabe.
• Die Roma und Sinti Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo M. Sahiti machen das musikalische Erbe hörbar und senden von Frankfurt aus ein starkes gesellschaftliches Signal für Respekt, Teilhabe und kulturelle Vielfalt.
Frankfurt zeigt mit dieser Geste, dass Antiziganismus in der Stadt keinen Platz hat und die Stimmen, Geschichten und kulturellen Beiträge von Roma und Sinti unverzichtbarer Teil der Stadtgesellschaft sind.
(Foto: PM Stadt Frankfurt)
