Christian Delp aus Ober-Roden ist DFB-Stadionbeauftragter

Christian Delp ist bereits seit zwölf Jahren DFB-Stadionbeauftragter. (Foto: privat)

Als kürzlich der FC Germania Ober-Roden im Halbfinale des Fußball-Hessenpokals stand, da drückte Christian Delp seinem Heimatverein ganz besonders die Daumen. Schließlich wäre der Ober-Rodener in seiner Tätigkeit als DFB-Stadionbeauftragter im Falle einer Qualifikation der Germania für den DFB-Pokal ein wichtiger Ansprechpartner gewesen.


Nach der Niederlage der Germania gegen Drittligist Wehen Wiesbaden wird Delp nun andere Amateurvereine, die sich für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals qualifizieren, dabei unterstützen, deren Spielstätten fit für den Wettbewerb zu machen. „Wir sind vom DFB natürlich grundsätzlich daran interessiert, dass die Amateurvereine auch zu Hause spielen können, wenn sie sich für den DFB-Pokal qualifiziert haben. Das macht ja auch den Reiz des Wettbewerbs aus“, sagt der diplomierte Bauingenieur, der seit zwölf Jahren in Diensten des DFB ist, zu einem seiner Tätigkeitsbereiche.

Vor seiner Zeit beim DFB war Christian Delp bei der WM 2006 als sogenannter „Venue Construction Manager“ für das Stadion in Stuttgart zuständig. In dieser Funktion verantwortete er alle baulichen Maßnahmen am Spielort. Nach der Weltmeisterschaft begleitete Delp als Projektleiter für ein großes Darmstädter Ingenieurbüro Großprojekte der Deutschen Bahn und an Flughäfen. Der Gedanke, erneut im Fußball-Business zu arbeiten, ließ ihn aber nicht los. So stieg Delp 2014 als DFB-Stadionbeauftragter beim Verband ein. „Wenn man den Fußball liebt und in diesem Bereich tätig sein kann, ist das schon sehr interessant. Da kann ich mir keinen besseren Job vorstellen.“
 Der Fußball spielte für Delp immer eine wichtige Rolle. Er wurde erst vor wenigen Monaten für 40-jährige Mitgliedschaft bei der Germania geehrt. Delp spielte in der Jugend und Anfang der Nullerjahre, bis zum frühen verletzungsbedingten Ende seiner Fußballerlaufbahn, auch in der ersten Mannschaft des Vereins in der damaligen Landesliga.

Christian Delp ist als DFB-Stadionbeauftragter in der DFB GmbH & Co. KG bei der Stabsstelle „Zulassungsverfahren, Stadien & Infrastruktur“ angesiedelt. Für die vom DFB verantworteten Wettbewerbe, das sind neben dem DFB-Pokal unter anderem die 3. Liga, die Frauen-Bundesligen und die DFB-Nachwuchsligen, ist er dafür zuständig, dass die Stadien und Spielstätten fit für den Spielbetrieb sind. „Wir kümmern uns darum, dass die Wettbewerbe ordentlich durchgeführt werden können. Wir sind aber auch involviert, wenn es um Stadionneubauten geht“, beschreibt Delp sein Aufgabengebiet. In seinem Berufsfeld werden unter anderem Fach- und Sachkenntnisse auf den Gebieten Stadionbau allgemein, Flutlichttechnik, Greenkeeping, Beschallungstechnik, Videotechnik oder Rasenheizungstechnik benötigt. Beim Zusammenspiel all dieser Gewerke sieht sich Delp als eine Art Moderator. Man müsse ein guter Allrounder, aber auch Experte auf den einzelnen Fachgebieten sein. Der Reiz als DFB-Stadionbeauftragter bestehe darin, Dinge zu entwickeln und voranzubringen, damit die Vereine und die Stadioneigentümer gut für die Zukunft aufgestellt sind. Der Diplom-Ingenieur ist in verschiedenen Themenfeldern wie beispielsweise Brandschutz, Lärmschutz oder Sicherheit spezialisiert und ausgebildet. Das eine Lieblingsstadion gibt es für Christian Delp übrigens nicht: „Die haben alle ihren Charme und ihre Geschichte zu erzählen.“

(Text: PS)