
Die Stadt Offenbach setzt die Renaturierung der Bieber fort. Nach dem bereits umgestalteten Abschnitt nördlich von Bieber folgt nun der südliche Bereich zwischen der Wikingerstraße und dem Naturschutzgebiet „Erlensteg von Bieber“. Auf rund 1,8 Kilometern soll ein naturnaher Bachlauf entstehen. „Die Maßnahme verbessert die ökologische Qualität, stärkt den Hochwasserschutz und erhöht die Lebensqualität vor Ort“, so Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Sabine Groß.
Grundlage für die geplante Umsetzung wird ein Planfeststellungsverfahren. Zugleich erfüllt die Stadt die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die einen guten ökologischen Zustand der Gewässer verlangt.
Stadt informiert am 6. Mai
Über das Projekt informiert die Stadt am Mittwoch, 6. Mai, um 18 Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus. Vertreterinnen und Vertreter des Amtes für Umwelt und Klima sowie der Hessischen Landgesellschaft (HLG) erläutern die Planung, geben Hintergründe und beantworten Fragen.
Exkursion ins Planungsgebiet
Für Freitag, 29. Mai, um 17 Uhr lädt die Stadt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer geführten Begehung ein. Treffpunkt ist vor dem Gasthaus Obermühle. Vor Ort wird der aktuelle Zustand sowie die geplanten Maßnahmen anschaulich erklärt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Warum die Renaturierung notwendig ist
Die Bieber ist heute über weite Strecken begradigt, technisch ausgebaut oder verrohrt. Der Bach fließt überwiegend gerade mit stellenweise befestigten Ufern. Natürliche Strukturen wie Mäander (Bachschleifen), Flachwasserzonen, Totholz oder Ufergehölze fehlen weitgehend. Daher gilt das Gewässer als stark bis vollständig verändert. Die Renaturierung ist ein zentraler Baustein, damit die Stadt die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie erreichen kann.
Nutzen für Mensch und Natur
Im Mittelpunkt steht die Rückkehr zu einem möglichst naturnahen Bachlauf in einer funktionierenden Aue. Die heutige, begradigte Trasse wird abschnittsweise aufgegeben und durch einen geschwungenen Verlauf ersetzt. Dadurch verringert sich das Gefälle und die Fließgeschwindigkeit sinkt. Es entstehen abwechslungsreiche Strukturen wie Prall- und Gleitufer, Gumpen und flache Uferzonen.
Zugleich wird die Aue reaktiviert. Die Bieber erhält wieder Raum, sich bei höheren Wasserständen auszubreiten. Es entstehen Stillwasserbereiche, Feuchtbiotope und ehemalige Nebenarme, die als Lebensräume etwa für Amphibien, Libellen und Insekten genutzt werden. Im siedlungsnahen Bereich wird der Zugang zum Bach verbessert. Gleichzeitig setzt die Planung im südlichen Bereich auf Naturschutz und schafft gezielt sensible Ruhezonen für Tiere und Pflanzen. Denn bereits heute weist der Bereich südlich der Bremer Straße eine hohe ökologische Wertigkeit auf.
Die Maßnahme stärkt somit die biologische Vielfalt, den Hochwasserschutz und verbessert die Wasserqualität. Zugleich entsteht ein naturnaher Erholungsort direkt vor der Haustür.
Weitere Informationen unter www.offenbach.de/renaturierung-bieber.
(Text: PM Stadt Offenbach)
