
Ein Gespräch im Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden in der vergangenen Woche brachte Klarheit: Bereits ab dem kommenden Schuljahr 2026/27 wird das neue Mittelstufengymnasium des Kreises Groß-Gerau, das zukünftig in Bischofsheim seinen Standort haben wird, eine eigenständige Schule. Die Schule arbeitete für die ersten beiden Jahrgänge, die in mobilen Räumen auf dem Gelände der IGS Mainspitze in Ginsheim-Gustavsburg unterrichtet werden, als Dependance des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim. Dies wird sich laut Erlass des Hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen nun ändern.
Der Kreis war ursprünglich den Plänen der Schulgemeinde des Neuen Gymnasiums Rüsselsheim gefolgt und wollte die Dependance-Lösung noch mehrere Jahre fortführen. „Wegen mittlerweile veränderter Rahmenbedingungen und weil wir den Familien der Schulkinder größtmögliche Planungssicherheit geben wollen, sind wir mit den Verantwortlichen in Wiesbaden zum Ergebnis gekommen, dass die Errichtung des neuen Mittelstufengymnasiums in der Mainspitze bereits zum 1. August 2026 ein guter Weg ist, um dem zuletzt artikulierten Elternwillen zu entsprechen und allen Forderungen nach Klarheit und Planungssicherheit Rechnung zu tragen“, sagt Landrat Thomas Will über die veränderte Lage. Der Kreis werde alles dafür tun, dass der Start der neuen Schule im Sommer bestmöglich gelingt.
Den Eltern der Klassen vier der Grundschulen in Ginsheim-Gustavsburg, Bischofsheim, Raunheim und Kelsterbach wird jetzt bis zum 24. April die Möglichkeit gegeben, ihre Entscheidung zur Schulwahl nochmals zu überdenken und gegebenenfalls zu korrigieren, heißt es aus Wiesbaden. Die Eltern erhalten dazu ein entsprechendes Info-Schreiben des zuständigen Staatlichen Schulamts. Die Eltern der derzeitigen Fünft- und Sechstklässler, die an der Dependance beschult werden und im Sommer an die Hauptstelle des Gymnasiums nach Rüsselsheim zurückkehren sollen, sollten aktuell durch die Schulleitung über die weiteren Schritte informiert werden.
Was den Neubau fürs Bischofsheimer Mittelstufengymnasium angeht, so sind die Arbeiten daran planmäßig im Gang, so Landrat Will. Das Gebäude soll auf dem Areal Berliner Zwickel entstehen. Im Kreishaushalt 2026 stehen rund 2,6 Millionen Euro für erste Maßnahmen bereit.
Das Gebäudemanagement des Kreises ist aktuell dabei, ein Architekturbüro für die ersten Vorplanungen zu beauftragen. Der Bebauungsplan für den Berliner Zwickel wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Bischofsheim aufgestellt; die Fertigstellung wird für das 3. oder 4. Quartal 2026 erwartet.
Parallel dazu wurden mit Interessenbekundungs- und nachgelagerten Angebotsschreiben die Grundstücksbesitzer im Berliner Zwickel angeschrieben. Grundsätzlich besteht bei vielen Eigentümern Interesse, die Grundstücke zu veräußern. Nunmehr stehen weitere Gespräche bezüglich der Verkäufe an.
(Text: PM Kreis Groß-Gerau)

