Grundhafte Instandsetzung der Wehrbrücke in Hirschhorn: Halbseitige Sperrung der L 3105

Wehrbrücke bei Hirschhorn (Foto: Hessen Mobil)

Im Zuge der Bauarbeiten zur grundhaften Erneuerung der Wehrbrücke in Hirschhorn beginnen die Arbeiten zum Abtrag der teer-asbesthaltigen Abdichtung auf der Fahrbahn.


Hierzu wird ein Verfahren mit Höchstdruckwasserstrahlen angewendet, um die stark anhaftenden Abdichtungsschichten abzutragen, ohne die Fahrbahnplatte aus Stahl zu beschädigen. Das Verfahren erfordert eine aufwändige Baustelleneinrichtung inkl. Wasser- und Schadstoffmanagement sowie die zugehörige Logistik.

Hierfür muss ab dem morgigen Donnerstag, 23. April, auf der L 3105 im Bereich der Wehrbrücke für die Technik und das Wassermanagement eine zusätzliche Baustelleneinrichtung hergestellt werden. Die neckarseitige Fahrbahn der L 3105 wird in diesem Zuge halbseitig gesperrt. Die Verkehrsführung wird mittels Ampel geregelt.

Parallel dazu werden die Korrosionsschutz- und Montagearbeiten an der Brückenunterseite bis kommende Woche fertiggestellt und anschließend das letzte Hängegerüst unter der Brücke abgebaut.

Verkehrsführung

Die Arbeiten finden weiterhin unter Vollsperrung der Brücke statt. Die beschilderte Umleitung für den Kraftfahrzeugverkehr zwischen Hirschhorn und Ersheim erfolgt während der Vollsperrung weiterhin über Schönbrunn/Moosbrunn und Eberbach. Der Fuß- und Radverkehr kann die Brücke während der gesamten Bauzeit nutzen.

Für den Anliegerverkehr gilt weiterhin die beschränkte Behelfszufahrt über die Brentanostraße und die Rettungszufahrt am Tunnel Hirschhorn zur Bundestraße B 37. Die Verkehrsführung an der Einmündung der Behelfszufahrt auf die B 37 erfolgt mittels dreiphasiger Ampelregelung.

Zur Baumaßnahme

Neben der Verbindungsfunktion zwischen den beiden Hirschhorner Stadtteilen dient die Wehrbrücke zur Anbindung des Flusskraftwerks der Neckar AG, als Revisionsweg zu den Wehrpfeilern und als Leitungsbrücke für Wehr- und Kraftwerksbetreiber sowie den verschiedenen Versorgungsunternehmen.

Die Wehrbrücke wurde im Zuge der Errichtung der Neckarstaustufe Hirschhorn in den Jahren 1931 bis 1935 als genietete Stahlkonstruktion errichtet und 1979/1980 umgebaut und erweitert. Die Wehrbrücke setzt sich aus zwei Teilbrücken zusammen, der zweifeldrigen Schleusenbrücke auf der Seite Ersheims und der namensgebenden dreifeldrigen Wehrbrücke auf Hirschhorner Seite.

Beide Stahlkonstruktionen besitzen einen offenen Querschnitt aus einem zweistegigen Plattenbalken und einer orthotropen Fahrbahnplatte aus Stahl.

Die Wehrbrücke weist sichtbare Korrosionsschäden an der Überbaukonstruktion und insbesondere eine Spaltkorrosion an den Verstärkungsblechen der Längsträgeruntergurte auf. Hier wölben sich die Stahllaschen infolge der Volumenvergrößerung des rostenden Stahls auf.

Da die Spaltkorrosion weiter fortschreitet und sich der Druck auf die Verstärkungsbleche weiter erhöht, besteht für die Instandsetzung der Längsträgeruntergurte der Brücke ein dringender Handlungsbedarf. Um die Verkehrssicherheit und die Standsicherheit des Bauwerks dauerhaft zu gewährleisten, ist die geplante Baumaßnahme zwingend erforderlich.

Zur Beseitigung der Spaltkorrosion an den Brückenträgern müssen die Verstärkungsbleche an den Längsträgeruntergurten sowohl in den einzelnen Brückenfeldern als auch über den Innenstützungen ausgebaut und erneuert werden. Dabei müssen je Hauptträger mehrere hundert Nieten aus der Stahlkonstruktion gelöst werden.

Bevor die Hauptträger zerlegt werden können, muss das jeweilige Brückenfeld und der Hauptträger statisch über eine Hilfskonstruktion auf der Brücke entlastet werden. Hierfür sind aufwendige Auswechsel- und Gerüstbauten erforderlich. Diese Bauarbeiten am teilweise demontierten Hauptträger können aus statischen Gründen nur unter Vollsperrung der Brücke erfolgen.

Die Bauarbeiten zur grundhaften Erneuerung der Wehrbrücke in Hirschhorn werden nach derzeitiger Planung Ende 2026 abgeschlossen.

(Text: PM Hessen Mobil)