Rund 200 Einsatzkräfte üben Waldbrandbekämpfung bei Bickenbach

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Bickenbach bei der Waldbrandübung. (Foto: Matti Merker)

Um kurz vor 9.30 Uhr melden vorbeifahrende Fahrzeuge auf der Landesstraße 3303 in Höhe des Rückhaltebeckens eine stärkere Rauchentwicklung aus dem Gemeindewald Bickenbach in östlicher Richtung. Von der Zentralen Leitstelle in Dieburg werden nur wenige Minuten später die Feuerwehren aus Bickenbach, Alsbach-Hähnlein und Seeheim-Jugenheim alarmiert. Später werden rund 200 Einsatzkräfte im Einsatz sein, allerdings nicht für den Ernstfall. Denn im Bickenbacher Wald wird die Brandbekämpfung geübt. Der Rauch wird dabei von Pyrotechnik erzeugt, vornehmlich wird Bodenfeuer simuliert. Zu Hilfe eilen dann auch noch die Feuerwehren aus Darmstadt, Pfungstadt, Griesheim, Zwingenberg, Bensheim, Gernsheim und Kleestadt. Ein Polizeihubschrauber bekämpft den Brand aus der Luft. Neues Wasser kann er schöpfen aus einem 35.000 Liter fassenden Behälter im Christian-Stock-Stadion.


„Es ist schon ein immenser Aufwand, den wir hier treiben, damit im Ernstfall alles reibungslos klappt. Aber bei einem realen Waldbrand muss auch jeder wissen, was zu tun ist“, sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, der gemeinsam mit dem Bickenbacher Bürgermeister Markus Hennemann und dem Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt einem Teil der Übung beiwohnt. „Unsere Ziele sind die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Einheiten, die Verbesserung der Ortskenntnisse im Wald, einsatztaktische Kenntnisse über die Waldbrandbekämpfung zu vertiefen, eventuelle Probleme bei der Löschwasserversorgung zu üben und auch das Bewegen der Löschfahrzeuge und -geräte im Wald zu trainieren“, erklärt Maurer-Hardt. Das gelang: Um 12.30 Uhr war das fiktive Feuer gelöscht. Die Polizei trainierte dabei den Einsatz der Brandbekämpfung mittels Hubschrauber mit wechselnden Besatzungen, weshalb es auch nach Übungsende noch Flüge über Bickenbach und Jugenheim gab.

Einen Tag nach der Übung fällt das Fazit des Kreisbrandinspektors positiv aus: „Es hat alles funktioniert. Die organisationsübergreifende Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst, Bergwacht und Forstbehörden war gut, auch im Wald haben sich die Feuerwehrleute schnell zurechtgefunden“, sagt er. In einer Nachbesprechung einige Tage nach der Übung wird der Ablauf mit den Teilnehmern noch einmal durchgesprochen. Dort, wo es noch Nachbesserungsbedarf gibt, wird es in der Folge dann auch Anpassungen geben.

Die Übung in Bickenbach war eine von zwei Waldbrandübungen die jährlich durch die Gefahrenabwehr des Landkreises Darmstadt-Dieburg durchgeführt werden. „Damit folgen wir einem Erlass des Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport“, erklärt Maurer-Hardt. „Trockenheit und damit eine erhöhte Waldbrandgefahr bleiben ja Themen, wie wir erst im vergangenen Jahr erneut gesehen haben“ sagt Landrat Klaus Peter Schellhaas, „deshalb bleiben wir immer am Ball – und diese nicht nur, um dem Erlass des Landes gerecht zu werden, denn ein Waldbrand, wie wir ihn etwa 2022 bei Münster hatten, ist eine Katastrophe für Fauna und Flora, und damit auch für die Menschen.“ Damals hatte es auf rund 200.000 Quadratmeter Fläche gebrannt. „Und für solche Brände müssen wir sehr gut vorbereitet sein“, sagt Schellhaas, „es freut mich, dass wir nun wieder gesehen haben, dass wir es auch sind.“

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)