Die große Drüsenameise (Tapinoma magnum) ist eine invasive Insektenart, die jetzt auch schon an einigen Stellen in der Stadt und im Kreis Offenbach gesichtet wurde. Da sie sehr aggressiv ist und große Schäden verursacht, ruft die städtische Umweltberatung die Langener Bevölkerung zur Aufmerksamkeit und erhöhter Wachsamkeit auf. Im Gegensatz zu den nützlichen heimischen Ameisen, die unter Artenschutz stehen, sollte die Drüsenameise professionell bekämpft werden.
Wenn bei Sonne in diesen Tagen unaufhörlich kleine Ameisen aus Ritzen im Pflaster oder Mauerwerk strömen, kann es sich bei ihnen um die Große Drüsenameise handeln. Sie ist eine Ameisenart, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammt. Doch durch den Klimawandel und den Import mediterraner Kübelpflanzen hat sie sich bereits in einigen Regionen Deutschlands etabliert. Besonders wohl fühlt sie sich an warmen, sonnigen Standorten mit offenen Flächen und sandigen Böden. Während viele einheimische Arten nur eine Königin haben, bilden die Großen Drüsenameisen Superkolonien mit zahlreichen Königinnen und sehr vielen Arbeiterinnen, was eine rasante Ausbreitung begünstigt.
Typisch sind ihre schwarze Färbung und eine Körpergröße von etwa zwei bis fünf Millimetern. Auffällig sind vor allem die breiten, stark frequentierten Ameisenstraßen sowie die große Anzahl von Einzeltieren auf engem Raum. Anders als bei anderen Ameisenarten ist der Knoten zwischen Vorder- und Hinterleib flach und vom Hinterleib verdeckt. Wird die Große Drüsenameise gereizt, verströmt sie einen intensiven Geruch, der als zitronig, ranzig, nach Aceton riechend beschrieben wird. Die Tiere greifen dann in Gruppen an und ihre Bisse jucken stark, rufen Rötungen sowie kleine Pusteln hervor. Sie können teilweise zwei Wochen lang jucken.
Durch ihre große Anzahl und ihre Grabtätigkeiten richten die Tiere Schäden an der Infrastruktur wie Stromkästen und an Gebäuden an. Ihre Nestbauten können Pflasterflächen unterhöhlen und langfristig Schäden an Wegen und Terrassen verursachen. Zudem dringt sie häufig in Gebäude ein, wo sie durch ihre schiere Masse zur erheblichen Belästigung werden kann.
Erkennen kann man einen Befall daran, dass an den Nesteingängen ein typischer Sand- beziehungsweise Erdauswurf liegt. Ihre Ameisenstraßen sind breit und mehrspurig, bei den lokalen Ameisen sind sie nur einspurig. Fühlen sie sich gestört, strömen Arbeiterinnen schnell und zahlreich aus dem Nest und zeigen aggressives Verteidigungsverhalten. Auch sind die Tiere meist mit unterschiedlicher Größe gleichzeitig zu beobachten.
Sind alle Arbeiterinnen etwa gleich groß, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine der rund 120 heimischen Arten. Deren Vorkommen sind ein Vorteil für Gartenbesitzer, da sie dieselben Biotope wie die Große Drüsenameise besiedeln und so die Ausbreitung dieser unerwünschten Art behindern.
Wer glaubt, bei sich Große Drüsenameisen entdeckt zu haben, dem bietet das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) unter der Internetadresse www.hlnug.de (Stichworte Themen, Naturschutz, Tiere und Pflanzen, Arten melden, Große-Drüsenameise) nun online eine Bestimmungshilfe und ein Meldeportal an.
Nach eindeutiger Bestimmung sollten Ameisen, die in der Nähe von Häusern oder Infrastruktureinrichtungen gefunden werden, durch Fachpersonal wie Schädlingsbekämpfer bekämpft werden. Zudem sollten keine Pflanzen, Erde oder Baumaterialien aus betroffenen Bereichen weitertransportiert werden.
(Text: PM Stadt Langen)


