
„Es braucht starke Gewerkschaften, die sich einmischen“
Im Vorfeld des Tags der Arbeit am Freitag, 1. Mai, hat die Stadt Frankfurt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Dienstag, 28. April, zu einem Empfang mit anschließendem Abendessen in die Römerhallen eingeladen. Beim traditionellen „Mahl der Arbeit“ betonte Oberbürgermeister Mike Josef gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Gewerkschaften die Bedeutung von Solidarität, Mitbestimmung und sozialer Gerechtigkeit.
Grußworte sprachen Philipp Jacks, Geschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in der Region Frankfurt/Rhein-Main, sowie Joshua Müller und Jana Rasch von der DGB-Jugend Frankfurt. Ebenfalls zu Wort kamen Emilia Fischer, Vorsitzende der Gesamt-Jugend- und Auszubildendenvertretung (GJAV) der Stadt Frankfurt, sowie ihr Stellvertreter Andrés Velazquez Castillo.
In seiner Rede hob Oberbürgermeister Josef die zentrale Rolle von Gewerkschaften in einer Zeit globaler Krisen und gesellschaftlicher Umbrüche hervor. Viele Gewissheiten seien ins Wanken geraten: politisch, wirtschaftlich und sozial. „In solchen Zeiten braucht es eine Gesellschaft, die zusammenhält und starke Gewerkschaften, die sich einmischen und klar Position beziehen“, sagte Josef.
Mit deutlichen Worten wandte er sich gegen wachsenden Populismus und gesellschaftliche Spaltung. Populistische Kräfte schürten Ängste, spielten Menschen gegeneinander aus und lenkten von den eigentlichen sozialen Fragen ab. Dem müsse entschlossen mit Haltung, Klarheit und Solidarität begegnet werden. Gewerkschaften seien dabei unverzichtbar, sowohl im Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen, als auch als tragende Säule der Demokratie.
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede lag auf den tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Dieser Wandel dürfe nicht allein von großen Konzernen gestaltet werden, sondern müsse sozial ausgewogen im Interesse der Beschäftigten erfolgen. Gleichzeitig verwies Josef auf globale Herausforderungen wie den anhaltenden Krieg in der Ukraine, geopolitische Spannungen sowie wirtschaftliche Unsicherheiten und steigende Energiekosten.
Auch die ökologische Transformation sei eine zentrale Aufgabe, die sozial gerecht gestaltet werden müsse: „Wir werden unsere industrielle Basis nicht aufgeben, sondern nachhaltig erneuern“, betonte Josef. Dafür brauche es gezielte Investitionen, einen handlungsfähigen Staat und starke Interessenvertretungen der Beschäftigten.
Mit Blick auf die kommunale Ebene hob der Oberbürgermeister die Bedeutung von Investitionen in Bildung, bezahlbaren Wohnraum und gute Arbeitsbedingungen hervor. Insbesondere in Bereichen wie Kinderbetreuung und Pflege sei die Belastung vieler Beschäftigter hoch: „Es kann nicht sein, dass Kitas am Limit arbeiten. Dass Pflegekräfte überlastet sind. Dass Bildung vom Geldbeutel abhängt. Deshalb haben wir den Zuschlag für Erzieherinnen und Erzieher eingeführt. Sie sollen die Wertschätzung für ihre Arbeit erhalten, die sie verdienen.“
Abschließend rief Josef zur Geschlossenheit und zum Engagement auf. Der 1. Mai stehe für internationale Solidarität und gemeinsames Handeln über Grenzen hinweg. Er sagte: „Setzen wir der Angst Hoffnung entgegen, der Spaltung den Zusammenhalt und der Unsicherheit den Mut.“
(Text: PM Stadt Frankfurt)
