Kommunen erhalten das Klimaanpassungskonzept des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Bürgermeister und Vertreter aus den 23 Kreiskommunen erhalten das Klimaanpassungskonzept des Kreises. (Foto: Landkreis Darmstadt-Dieburg)

Rund zwei Jahre hat es gedauert, nun liegt es vor: das Klimaanpassungskonzept des Landkreises Darmstadt-Dieburg, das die drei Klimaanpassungsmanager der Kreisverwaltung gemeinsam mit dem Büro „Infrastruktur & Umwelt“ erstellt haben. Es wurde nun den 23 Kreiskommunen im Landratsamt in Kranichstein überreicht. Eingeflossen in den Maßnahmenkatalog, den nun jede Kommune ebenfalls erhält, waren auch Anregungen von Bürgern, die auf dem Internetportal https://buergerbeteiligung.ladadi.de/ auch nach wie vor möglich sind. „Mit einem erstaunlichen Output“, wie Landrat Klaus Peter Schellhaas betonte, denn immerhin kamen fast 400 Ideen und Anregungen zusammen.


Drei Kategorien an Maßnahmen

„Ich wünsche mir, dass nun viele schöne Projekte umgesetzt werden“, sagte Landrat Klaus Peter Schellhaas, „denn hier kann man bestimmt mit kleinen Mitteln viel bewegen.“ Drei Kategorien an Maßnahmen gibt es: Bei „Prozesse und Organisatorisches“ sollen Kapazitäten für die Klimaanpassung in den Verwaltungen geschaffen werden oder bestehende Prozesse effektiver werden. Bei „Öffentlichkeit und Information“ zielen die Maßnahmen darauf ab, ein Bewusstsein zu schaffen und Wissen zu vermitteln. Etwa Beratungsangebote der Kommunen fallen in diese Kategorie. Und schließlich gibt es die gestalterischen und physischen Maßnahmen. Diese zielen auf eine bauliche Veränderung eines bestimmten Bereichs innerhalb einer Kommune ab.

In der Folge werden noch 15 Kommunen vom Klimamanagement des Kreises bei der Umsetzung der Maßnahmen betreut, sechs wollen es mit eigenen Kapazitäten bewerkstelligen und zwei haben sich noch nicht entschieden. „Ich bin außerordentlich froh, dass sich 15 Kommunen entschlossen haben, die Kompetenz unserer Koordinierungsstelle zu nutzen“, sagte Landrat Schellhaas. Denn dass es Handlungsbedarf gibt, erklärte Dr. Sandra Sieber vom Büro Infrastruktur & Umwelt: „Wir sind bereits mitten im Klimawandel“, sagte sie. Der Landkreis gehöre eh schon zu den wärmeren Regionen in Hessen und die heißen Tage werden künftig zunehmen und der Regen im Sommer wird in den kommenden Jahrzehnten abnehmen. Sie betonte, dass die Maßnahmenkataloge für die 23 Städte und Gemeinden eng mit den jeweiligen Kommunen abgestimmt worden seien. So ergeben sich auch eine individuelle Anzahl von Maßnahmen pro Kommune in den drei Kategorien.

Von Flächenentsiegelung bis zum Sonnenschutz

Sogenannte „Leuchtturmmaßnahmen“ sind etwa die Berücksichtigung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der Bauleitplanung, die Erstellung eines Hitzeaktionsplans, das Nachrüsten von Sonnenschutz, standortgerechte Pflanzenarten verwenden, die Verschattung und Begrünung kommunaler Liegenschaften oder die Entsiegelung ungenutzter beziehungsweise wenig genutzter Frei- und Verkehrsflächen in den Kommunen. Denn zum Klimaschutz gibt es einen Unterschied: Während Klimaschutz darauf abzielt, Umweltschäden zu verhindern oder abzumildern, zielen Maßnahmen zur Klimaanpassung darauf ab, mit den spürbaren Auswirkungen des Klimawandels umzugehen. Und dazu haben alle 23 Kommunen nun durch das Klimaanpassungskonzept des Kreises einen Ansatz.

(Text: PM Landkreis Darmstadt-Dieburg)