Inzwischen mehr als 1.300 Beschäftigte
Der Personalbericht für die Jahre 2023 bis 2025 der Kreisverwaltung Offenbach wurde in der konstituierenden Sitzung des Kreistages vorgelegt. Darin wird ganz deutlich aufgezeigt, dass der demografische Wandel vor der Kreisverwaltung nicht Halt macht, auch wenn das Durchschnittsalter der Beschäftigten leicht zurückgegangen ist. Knapp 30 Prozent aller Beschäftigten sind 56 Jahre und älter. „Der anstehende Generationenwechsel ist mit Blick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel die Herausforderung der Zukunft“, erläutert Landrat Oliver Quilling. „Zusätzlich steigt aufgrund zunehmender Aufgaben und natürlicher Fluktuation unser Personalbedarf. Infolgedessen besetzen wir rund 200 Stellen pro Jahr.“ Dabei sind ganz unterschiedliche Qualifikationen gefragt, neben Verwaltung beispielsweise Medizin, Jura, Betriebswirtschaft, Architektur, Informationstechnologie, Soziale Arbeit, Pädagogik, Ingenieurwesen oder Veterinärwesen.
Wachsendes Team
Zum 31. Dezember 2025 waren in der Kreisverwaltung 1.323 Menschen beschäftigt, 112 mehr als ein Jahr zuvor. Davon haben 143 einen Beamtenstatus. In der Gesamtzahl der Beschäftigten nicht enthalten sind alle diejenigen, die sich in der Elternzeit oder Freizeitphase der Altersteilzeit befinden oder beurlaubt sind. Der Personal- und Versorgungsaufwand lag im vergangenen Jahr bei rund 94,7 Millionen Euro. Zum Vergleich: 2016 waren 54,6 Millionen Euro veranschlagt.
Das Durchschnittsalter aller Beschäftigten liegt bei knapp 46 Jahren. 118 Personen werden laut einer Prognose bis 2032 die gesetzliche Altersgrenze erreichen und in Ruhestand oder Rente gehen. „Da gilt es frühzeitig gegenzusteuern“, führt der Landrat aus. „Wir setzen daher konsequent auf die Nachwuchsförderung. Die Zahl der unter 30-Jährigen konnte im Vergleich zum Vorjahr um 26 Beschäftigte erhöht werden. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 hat die Kreisverwaltung 40 Nachwuchskräfte beschäftigt, darunter fallen neben den Auszubildenden und dual Studierenden auch Jahrespraktikantinnen und Jahrespraktikanten.
Familienfreundlichkeit großgeschrieben
Immer wichtiger wird auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Kreis Offenbach hat im Juni 2025 das Gütesiegel Familienfreundlicher Arbeitgeber vom Hessischen Ministerium des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz verliehen bekommen. Damit würdigt das Land das Engagement für eine moderne und familienbewusste Arbeitskultur. Familienfreundlichkeit ist auch im Verwaltungsalltag mit einer Vielzahl von individuell zugeschnittenen Arbeitszeitmodellen allgegenwärtig. Derzeit arbeiten 595 Beschäftigte in Teilzeit, das sind knapp 45 Prozent aller Beschäftigten – Tendenz steigend. Beim Thema Teilzeit greifen jedoch nach wie vor alte Rollenmuster: Während 41,5 Prozent der weiblichen Beschäftigten in Teilzeit arbeiten, sind es beim männlichen Teil der Angestellten und Beamten lediglich 3,5 Prozent. Bereits bei den Auszubildenden und den Studierenden wird das Angebot einer Ausbildung beziehungsweise eines Dualen Studiums in Teilzeit genutzt. Zwei junge Menschen nutzten ein Teilzeitmodell im vergangenen Jahr. Zum Stichtag 31. Dezember 2025 befanden sich zudem insgesamt 36 Beschäftigte in Elternzeit oder haben sich wegen der Betreuung eines Kindes beurlauben lassen. Als öffentlicher Arbeitgeber sieht der Kreis Offenbach eine ganz besondere Verpflichtung bei der Beschäftigung von Menschen mit Handicap. Die Quote betrug im Dezember 2025 8,46 Prozent.
Gesundheitsmanagement leistet wertvollen Beitrag
Fester Bestandteil im Personalbericht ist die Entwicklung der Krankheitstage pro beschäftigter Person. Seit langem ist dabei ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Lag die Zahl 2009 bei rund 15 Tagen pro Jahr, waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2025 im Durchschnitt gut 20 Tage im Jahr krank. Die Ursachen sind vielfältig. Ein Grund ist aber mit hoher Wahrscheinlichkeit der Anstieg der Beschäftigten, die älter als 50 Jahre sind. Mit zunehmendem Alter sinkt zwar die Häufigkeit der Erkrankungen, gleichzeitig steigt aber deren durchschnittliche Dauer und hat so maßgeblichen Einfluss auf die Höhe des Krankenstandes. „Um diesem Trend entgegenzusteuern, richten wir unseren Fokus immer stärker auf die Gesundheit der Beschäftigten“, betont der Landrat. Seit dem Jahr 2017 gibt es eine Stelle für das Betriebliche Gesundheitsmanagement. Der zweite Gesundheitstag für die Kreisverwaltung stieß im November 2024 auf großes Interesse. Zusätzlich können die Beschäftigten ein Employee-Assistance-Program sowie einen ärztlichen Terminvermittlungsservice nutzen. Auch beteiligt sich die Kreisverwaltung inzwischen jährlich an der Aktion „Stadtradeln“, um mehr Menschen zu motivieren das Rad zu nutzen. Tarifbeschäftigte können zusätzlich seit September 2025 Entgelt zum Zwecke des Leasings von Fahrrädern umwandeln. Vom „Jobrad“ machen aktuell 21 Beschäftigte Gebrauch.
Engagement ist gefragt
„Ein wichtiges Zeichen und Ausdruck von Wertschätzung für unser Team sind Höhergruppierungen und Beförderungen“, sagt Landrat Oliver Quilling. „In den drei Jahren, die dem aktuellen Personalbericht zugrunde liegen, wurden 219 Frauen und 34 Männer höhergruppiert oder befördert.“
„Um auch in Zukunft die vielfältigen Anliegen der rund 360.000 Menschen in den 13 Städten und Gemeinden zu erledigen, sind wir auf motivierte und kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen“, macht Landrat Oliver Quilling deutlich. In den Jahren 2023 bis 2025 wurden insgesamt 581 Stellenausschreibungen veröffentlicht, für die 9.593 Bewerbungseingänge verzeichnet werden konnten. Alle Stellenangebote in den unterschiedlichen Bereichen der Kreisverwaltung sind in der Stellenbörse unter www.kreis-offenbach.de/Stellenmarkt zu finden.
(Text: PM Kreis Offenbach)


