Umfangreiche Pflegemaßnahmen am Offenbacher Schultheis-Weiher

Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) stammt aus Nordamerika. (Foto: Stadt Offenbach)

Am Schultheis-Weiher in Offenbach beginnen in dieser Woche verschiedene Pflegemaßnahmen. Noch bis Freitag, 22. Mai, werden Wasserpflanzen gemäht. Im Juni werden Belüfter des Forstamts Langen eingesetzt. Außerdem fischt die Vereinigung Offenbacher Angelvereine (VOA) mit Reusen invasive Krebsarten aus dem Gewässer.


Die Maßnahmen sind Bestandteil des Pflegeplans für das Naturschutzgebiet, der durch die Obere Naturschutzbehörde erstellt und jährlich fortgeschrieben wird. Ziel ist die Stabilisierung des Ökosystems sowie die Verringerung von Fischsterben und Blaualgen.

Teilmahd der Wasserpflanzen

Der Wasserpflanzenbestand des Weihers wird derzeit stark vom Krausen Laichkraut (Potamogeton crispus) dominiert. Diese Pflanze wächst bereits im Frühjahr und bildet einen dichten Teppich. Wenn die Wasserpflanze im Juni großflächig abstirbt, werden erhebliche Mengen an Biomasse und Nährstoffen wieder ins Gewässer freigesetzt. Dies kann zu Sauerstoffmangel, starker Wassertrübung und Massenentwicklungen von Blaualgen, den sogenannten Cyanobakterien, führen.

Um diesen Effekt abzumildern, wird ein Teil der Wasserpflanzen noch vor dem natürlichen Absterben gemäht und vollständig aus dem Gewässer entfernt. Die Mahd erfolgt mosaikartig auf etwa 50 Prozent der Wasserfläche. Rückzugsräume und wichtige Habitatstrukturen bleiben dabei erhalten.

Langfristiges Ziel ist die Förderung einer vielfältigeren und stabileren Unterwasservegetation mit mehreren standortgerechten Arten.

Temporäre Notbelüftung im Sommer

In den vergangenen Jahren kam es im Schultheis-Weiher wiederholt zu Sauerstoffmangel und Fischsterben. Als ergänzende Vorsorgemaßnahme werden daher im Juni temporär spezielle Belüfter des Forstamts Langen installiert.

Diese Geräte saugen Wasser an und werfen es in einer runden Fontäne aus. Dabei vergrößert sich die Wasseroberfläche, Luft wird eingemischt und Sauerstoff aus der Atmosphäre im Wasser gelöst. Dadurch erhalten die Fische zeitweise sauerstoffreichere Rückzugsräume. Die Maßnahme ist als Notfallinstrument vorgesehen und wird durch engmaschige Sauerstoffmessungen begleitet.

Reusenbefischungen gegen invasive Krebsarten

Zusätzlich fischt die Vereinigung Offenbacher Angelvereine (VOA) in diesem Jahr invasive Krebsarten mit Reusen aus dem Gewässer. Im Schultheis-Weiher wurden bislang der Rote Amerikanische Sumpfkrebs (Procambarus clarkii) sowie der Kamberkrebs (Faxonius limosus) nachgewiesen.

Invasive Krebsarten können Wasserpflanzenbestände schädigen, Uferstrukturen beeinträchtigen und durch Fraß sowie Wühltätigkeit das ökologische Gleichgewicht im Gewässer verändern.

Die Befischungen dienen insbesondere der Erfassung der Populationsentwicklung und sollen eine bessere Datengrundlage für das zukünftige Management invasiver Arten im Naturschutzgebiet schaffen.

(Text: PM Stadt Offenbach)